Eigentlich ist die Arbeit in der Politik so anzulegen, dass die gewählten Personen und/oder Organisationen (Parteien) für die Bürgerinnen und Bürger arbeiten und sich der Sorgen annehmen, um entsprechende Lösungen zu bieten. Aber in Wirklichkeit ist der Ehrgeiz des Menschen auch in der Politik bestens erhalten und so ist es auch von Interesse, möglichst viel Macht zu besitzen, auch wenn man damit manche Wählerinnen und Wähler enttäuscht. Umfragen sind daher leider oft wichtiger als die Sorgen der Arbeitslosen und die anstehenden Wahlen verstärken diesen Eindruck zusätzlich.
Wahlen gibt es auf Gemeindeebene, wenn Bürgermeisterin oder Bürgermeister bestimmt werden sollen, auf Landesebene und auf Bundesebene sowie auch bei der Wahl des nächsten Präsidenten des Landes. Die Wahlsysteme sind dabei unterschiedlicher Natur, weil etwa in den USA ganz anders gewählt wird und auch ganz andere politische Strukturen herrschen als etwa in den meisten europäischen Ländern, doch die Wahlentscheidung ist hier wie dort dem Volk vorbehalten.
Und daher muss das Volk davon überzeugt werden, dass man die besseren Ideen hat als die politische Konkurrenz. Das passiert auf vielen Ebenen schon im politischen Alltag, aber erst recht vor der Wahlentscheidung. Da gibt es Reden vor vielen Menschen, um die Inhalte zu transportieren, da gibt es Diskussionen mit den Bürgern, um sie zu überzeugen und auch viele mediale Auftritte. Die TV-Duelle sind dann ein wichtiger Begriff, die Elefantenrunde gehört gleichfalls dazu. Ein Gradmesser sind dabei die Umfragen.
Bürgerinitiative
Bürgerinnen und Bürger fordern gemeinsam die Umsetzung eines Wunsches oder die Verhinderung eines geplanten Projekts. Das kann der Wunsch nach einem neuen Park ebenso sein wie der Ausbau einer Straße, weil man zu viel Lärm befürchtet.
Direkte Demokratie
In der direkten Demokratie entscheidet das Volk direkt, also zum Beispiel bei der Wahl des österreichischen Bundespräsidenten. Zur direkten Demokratie zählen aber auch Bürgerinitiativen oder Volksbegehren sowie die Volksabstimmung. Anders ist es bei der indirekten Demokratie, wenn in Wahlen Parteien gewählt werden, die im Namen der Menschen Kandidaten bestimmen oder Posten besetzen.
Elefantenrunde
Zusammentreffen aller Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten im Fernsehen, um aktuelle Themen zu diskutieren. Die Elefantenrunde wird meistens knapp vor einem wichtigen Wahlgang durchgeführt, um nochmals die Bevölkerung von den eigenen Ideen zu überzeugen.
Exit Polls
Beliebte Befragung der Leute, nachdem sie das Wahllokal verlassen haben. So will man frühzeitig erkennen können, wer Wahlsieger ist.
Hochrechnung
Erste Wahlergebnisse aufgrund der vorliegenden Stimmauszählungen am Wahlabend. Die Hochrechnung gibt einen ersten Trend, wer gewonnen haben könnte und wer Verlierer ist, kann aber noch deutlich korrigiert werden. Je knapper ein Ergebnis ist, umso unsicherer ist in der Regel die Hochrechnung. Ebenfalls relevant ist, dass die ländlichen Bezirke schneller ausgezählt sind als die Großstädte und das Wahlverhalten sich unterschiedlich zeigen kann. So können die Städte im Finale noch einige Veränderungen bringen.
Indirekte Demokratie
Das beste Beispiel ist die Nationalratswahl, denn hier werden Parteien und Listen gewählt. Erreicht eine Partei genug Stimmen, dann kann sie Abgeordnete in den Nationalrat (= österreichisches Parlament) entsenden. Das heißt, die Leute wählen die Partei, nicht aber direkt die Abgeordneten.
Kanzlerkandidatin oder Kanzlerkandidat
Jene Person, die von einer Partei bestimmt wird, um das Amt im Bundeskanzleramt und damit den Vorsitz der Regierung zu übernehmen. Diese Person wird dann auch stark beworben.
Mehrheitswahlrecht
Wahlrecht der USA, bei dem ein Bundesstaat gewonnen ist, wenn man mehr Stimmen hat. Die Stimmen der anderen Parteien spielen keine Rolle mehr für das Gesamtergebnis. So kann es passieren (und ist auch schon passiert!), dass bei der Präsidentenwahl ein Kandidat mit weniger Stimmen die Wahl gewonnen hat.
Nichtwähler
Wahlberechtigte Personen, die nicht an der Wahl teilnehmen. Die Faulheit kann ein Grund sein, aber immer mehr Menschen sehen keinen Sinn mehr darin, wählen zu gehen, weil die Parteien ohnehin nicht die Interessen erfüllen. Die "Partei der Nichtwähler" wird immer größer und erreicht bei manchen Wahlen schon einen Anteil von über einem Drittel der Wahlberechtigten.
Schmutzkübelkampagne
Der Versuch, eine Konkurrentin oder einen Konkurrenten mit manchmal unlauteren Mitteln in ein zweifelhaftes Licht zu bringen. Dabei spielen die sozialen Medien immer öfter eine Rolle. Es gibt aber auch den umgekehrten Weg, dass man sich als Opfer einer Schmutzkübelkampagne darstellt, um aus der Opferrolle heraus zu punkten, obwohl es so eine Kampagne gar nicht gibt.
Stammwähler
Eine Wählerin oder ein Wähler mit immer gleichem Wahlverhalten, also der Wahl der stets gleichen Partei.
Stichwahl
Zweiter Wahlgang bei einer Personenwahl, um den Sieger zu bestimmen. Das ist zum Beispiel bei der Wahl zur Bundespräsidentin oder zum Bundespräsidenten der Fall. 5 Kandidaten stellen sich der Wahl, die besten zwei kommen in die Stichwahl.
Stimmzettel
Wesentliches Dokument für die Abgabe der Stimme bei Wahlen. Längst ist es auch möglich, die Stimme per Briefwahl von zu Hause aus abzugeben und das wird immer häufiger auch in Anspruch genommen.
TV-Duell
Aufeinandertreffen von zwei Spitzenkandidatinnen und/oder Spitzenkandidaten im Fernsehen. Im Rededuell werden aktuelle Themen besprochen und man versucht, seine Ideen als die besseren darzustellen.
Verhältniswahlrecht
In Europa weit verbreitetes Wahlrecht basierend auf den tatsächlichen Ergebnissen. Das bedeutet, dass mit dem Anteil an Wahlstimmen die Sitze im Parlament festgelegt werden und daher entsteht daraus die Entscheidung, welche Parteien eine Regierung bilden können. Die Entwicklung zeigt, dass die ehemaligen Großparteien gar nicht mehr so groß sind und viele kleinere Parteien ebenfalls den Einzug in den Nationalrat schaffen können.
Volksbegehren
Ein Volksbegehren ist eine Form der direkten Demokratie und beinhaltet eine Forderung nach gesetzlichen Bestimmungen und/oder Veränderungen. Das kann zum Beispiel die Forderung nach mehr Klimaschutz oder weniger Steuern sein. Das Volksbegehren wird österreichweit zu einem bestimmten Zeitpunkt für eine Woche durchgeführt, sodass man im Gemeindeamt oder auch per Smartphone unterschreiben kann, wenn man die Sachlage auch so bewertet. Schafft man 100.000 oder mehr Unterschriften, dann wird das Anliegen im Parlament behandelt, aber selten gibt es auch wirklich die gewünschten Änderungen.
So gut dies ist, so negativ wurde daraus ein Geschäft gemacht. Denn manche haben viele Volksbegehren initiiert und einen nicht gerade geringen Kostenanteil als Rückerstattung erhalten.
Vorzugsstimme
Zusätzliche Stimmmöglichkeit bei einer Wahl für eine bestimmte Person. Man kann zum Beispiel eine Partei wählen, aber zusätzlich eine Vorzugsstimme für eine bestimmte, am Stimmzettel angeführte, Person abgeben.
Wählerstromanalyse
Zahlenmäßige Analyse, welche Partei an welche Partei Stimmen verloren hat und umgekehrt welche Partei von welcher Partei Stimmen gewonnen hat. So wird der Unterschied im Wahlverhalten zur letzten Wahl deutlicher.
Wahlkampf
Phase zwischen dem Neuwahlantrag und der tatsächlichen Wahl, in der die Parteien um Stimmen werben. Das erfolgt über Plakate, öffentliche Auftritte, viel Werbung in TV, Radio und Internet sowie Fernsehauftritte.
Wahlverhalten
Wie beurteilen die Wählerinnen und Wähler die Parteien und von welchem Wahlverhalten ist auszugehen? Gehen sie überhaupt wählen? Wählen sie wieder die gleiche Partei? Oder werden sie zu Wechselwähler?
Wahlzuckerl
Überbegriff für Versprechungen der Parteien (oder auch Einzelpersonen bei Personenwahlen), was für die Leute getan wird, wenn man sie wählt. Häufig ist die Erfahrung, dass die Umsetzung dann doch nicht erfolgt.
Wechselwähler
Eine Wählerin oder ein Wähler mit wechselnder Wahlentscheidung. Je nach Situation wird einmal die und einmal die andere Partei gewählt.
Pfad zu dieser Seite
Artikel-Thema:
Wahlen in der Politik
Beschreibung: Die 🌍 Wahlen sind ein zentrales Element in der Politik, bei denen es um ✅ Macht einerseits und Entscheidungen der Bürgerinnen und Bürger andererseits geht.