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Kanzlerkandidat bei Wahlen

Spitzenkandidat der eigenen Partei

Im Rahmen einer Nationalratswahl oder Bundestagswahl streben die Großparteien den Gewinn und damit die Position des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin an. Diese Position soll von der Spitzenkandidatin oder vom Spitzenkandidaten der eigenen Partei eingenommen werden, weshalb diese Person auch als Kanzlerkandidatin oder Kanzlerkandidaten bezeichnet wird.

Kanzlerkandidat nach Parteibeschluss

Dieser Entscheidung gehen Beschlüsse der eigenen Partei voraus, in denen geprüft wird, ob der geplante Kandidat auch wirklich als Kanzlerkandidat in Frage kommt oder ob man sich umorientieren soll, weil man bei der letzten Wahl eine herbe Niederlage hat einstecken müssen.

Die Frage, wer Kanzlerkandidatin oder Kanzlerkandidat ist und wer nicht ist für den Wahlerfolg enorm wichtig geworden. In früheren Jahrzehnten war es die Partei, die von den Menschen gewählt wurden und weniger die Personen. Es galten die Werte, für die die Partei steht als wichtiger als die Vertreter der Parteien nach außen.

Zweifelsohne war es hilfreich, wenn die Persönlichkeiten, die die Partei vertreten haben, auch gemocht und glaubhaft waren, aber das war nicht so enorm wichtig. In der Zwischenzeit hat sich diese Frage stark verändert. Erfolgreich kann bei einer Wahlentscheidung nur sein, wer sich gut in Szene setzen kann. Wie gut das Team dahinter ist, das später die Bundesregierung prägen wird müssen, spielt bei der Wahl keine so wesentliche Rolle.

Kanzlerkandidat und Persönlichkeitswahl

Als Kanzlerkandidaten oder Kanzlerkandidat muss man herzeigbar und glaubhaft sein, um die Menschen zu erreichen, denn die Wahlentscheidung sind immer mehr zu Persönlichkeitswahlen verändert worden. Das bedeutet, dass jemand, der etwas unglücklich in der Öffentlichkeit agiert aber fachlich top ist, kaum eine Chance hat, die Wahl gegen jemanden zu gewinnen, der öffentlichkeitswirksam agieren kann, aber wenig Programm hat.

Aus diesem Grund ist die Entscheidung, wer Spitzenkandidat der Partei in der Wahlbewegung sein soll, fast eine der wichtigsten Entscheidungen im Rahmen eines Wahlkampfes überhaupt. Es gibt natürlich auch unterschiedliche Talente. Manche sind sehr gut in den TV-Duellen, witzig und spontan, können aber keine guten Reden halten oder sind im direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern weniger glaubhaft. Andere scheitern wiederum genau bei den TV-Duellen, die von vielen Menschen beobachtet werden.

Wesentlich ist die Persönlichkeit und dass man glaubhaft die Inhalte seiner Partei präsentiert. In den USA war es schon immer eine Persönlichkeitswahl, bei der Themen und Partei nicht so wichtig waren. In Europa hat sich das erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt und seit ein paar Jahrzehnten wird auch die Person in den Vordergrund gestellt und nicht die Partei.

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Bei den Wahlen muss man die verschiedenen Möglichkeiten der Wahl berücksichtigen. Denn die meisten Wahlen sind Teil der indirekten Demokratie und man wählt Parteien, die die Regierungen oder auch den Gemeinderat zusammensetzen. Die Wahl zum Bundespräsidenten in Österreich ist hingegen Teil der Direkte Demokratie mit der Möglichkeit, als Wählerin oder Wähler direkt die gewünschte Person zu wählen. Dort gibt es auch keine langen Verhandlungen zwischen Parteien für eine Regierungsbildung, sondern eine Mehrheit für eine Person oder eine notwendige Stichwahl.

In der indirekten Demokratie muss man das Wahlsystem noch bedenken. Meist gibt es ein Mehrheitswahlrecht wie etwa in Europa, aber in den USA wird mit dem sehr umstrittenen Verhältniswahlrecht die Präsidentenwahl durchgeführt.

Rund um die Wahlen gibt es viele Begriffe. Man braucht einen Stimmzettel für die Abgabe der Stimme, auch wenn man per Briefwahl seine Stimme kundtun möchte. Dabei kann auch die Möglichkeit der Vorzugsstimme genutzt werden. Als stimmberechtigter Mensch, der eine gültige Stimme abgibt, wird man automatisch zur Wählerin oder zum Wähler. Dabei unterscheidet man gerne den Stammwähler vom Wechselwähler und es gibt auch den Nichtwähler.

Früher gab es stabile Anteile bestimmter Parteien in bestimmten Bezirken oder gar Städten und Regionen, man spricht auch von der Wahlhochburg. Doch das Wählerverhalten hat sich stark verändert, das zeigt auch die Wählerstromanalyse. Interessant am Wahlabend sind auch die Ergebnisse der Hochrechnung sowie der Exit Polls.

Bevor es aber zur Wahl kommt, gibt es den Wahlkampf mit dem Ziel, möglichst viele Stimmen zu gewinnen, ergo die Menschen zu überzeugen. Man nutzt dabei Wahlzuckerl (Wahlversprechen) und präsentiert etwa bei der Nationalratswahl (Deutschland Bundestagswahl) den Spitzenkandidten oder Kanzlerkandidat. Der Wahlkampf wird immer öfter online über die sozialen Medien veranstaltet und die Medien spielen auch sonst eine große Rolle wie bei der Elefantenrunde im Fernsehen oder auch beim TV-Duell. Der Wahlkampf kann sehr sachorientiert ablaufen, aber immer öfter wird er sehr emotional und manchmal auch untergriffig persönlich umgesetzt, Angegriffe sprechen gerne von einer Schmutzkübelkampagne.

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Kanzlerkandidat bei landesweiten WahlenArtikel-Thema: Kanzlerkandidat bei Wahlen

Beschreibung: Der 🌍 Kanzlerkandidat im Rahmen einer Wahlbewegung ist jene Person, die von einer Partei als ihr ✅ Kandidat für den Regierungsposten vorschlägt.

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