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Öffentliche Meinung zu politischen Fragen

Vorherrschendes Meinungsbild

Als öffentliche Meinung versteht man die vorherrschende Ansicht und Beurteilung eines bestimmten Themas oder einer Personengruppe gegenüber. Diese Meinung wird durch die politischen Parteien und die Massenmedien nachhaltig beeinflusst, was durchaus beabsichtigt ist.

Öffentliche Meinung zu Themen und Personen

In früheren Jahrhunderten war es schwierig, Massen mit seiner Meinung zu beeinflussen, weil dazu die Medien nicht existierten. Innerhalb einer Kleinstadt konnte zwar durch eine Zeitung Bewegung erzeugt werden, aber erst durch das Radio und später das Fernsehen war es möglich, in den verschiedensten politischen und sozialen Fragen die Meinung zu thematisieren und Einflussnahme auf eine große Zahl an Menschen zu erreichen.

Fragen zur Ausländerpolitik, die Haltung gegenüber fremden Menschen generell, Umweltpolitik und viele andere Fragestellungen werden so zum Spielball der Medien, die wiederum beeinflusst durch die Tagespolitik sind. So werden viele politische Stellungnahmen abgegeben, die ohne Massenmedien kaum Erwähnung fänden, weil sie kaum interessieren. Jeder Satz wird heutzutage aber bereits analysiert und kann zu einem Stimmungswechsel führen.

Partei und Image

Sehr gut beobachten kann man dies in einem Wahlkampf. Eine Partei liegt am Beginn der Wahlbewegung klar in Führung, positioniert sich aber ungünstig in den Pressemitteilungen und dadurch kippt die Stimmung und die scheinbar unterlegene Partei gewinnt schließlich die Wahl, während die an sich favorisierte die Niederlage zur Kenntnis nehmen muss. Die Partei arbeitet deshalb nicht unbedingt schlechter, aber durch die Medienarbeit verlor man an Terrain. Das kann durch Angriffe der politischen Gegner erfolgen oder durch eigene, oft ungeschickte Aussagen.

öffentliche Meinung zu Themen und ParteienBildquelle: pixabay.com / TomasHa73

Die öffentliche Meinung ist somit ein spannendes Feld der Politikwissenschaft und ein gefährliches Instrument, in dem sehr viel Potenzial für Emotionen steckt. Massenkundgebungen können ein Resultat sein, Streik, aber auch Stimmungsschwankungen. Daher sind die politischen Parteien ebenso wie die Medien (Radio, Fernsehen, Internet, Printmedien) dazu angehalten, vorsichtig mit der öffentlichen Meinung umzugehen.

Verantwortung und Themenvielfalt

Das mit der Verantwortung funktioniert aber nicht so ganz. Wenn eine Partei erkannt hat, dass sie mehr Leute gewinnen kann, wenn sie sich in einem bestimmten Thema so oder anders positioniert, dann wird in diese Richtung auch gearbeitet, auch wenn das moralisch vielleicht nicht in Ordnung ist. Rechtspopulismus wird hier als Beispiel gerne genannt, wie in Österreich die FPÖ, die im Wahlkampf auf dem Thema Ausländer einen Fokus setzt und Emotionen schürt.

Aber auch zu Personen wird die öffentliche Meinung verändert, sei es das Frauenbild, religiöse Ansichten, andere Herkunft oder was auch immer. Gerade bei emotionalen Themen wird viel über die Massenmedien gearbeitet - ob es fair oder richtig ist, überlegt man sich nicht oder nur selten, wenn man damit erfolgreich sein kann.

Begriffe zur öffentlichen Meinung und zu Medien

Extremismus
Im öffentlichen Raum und hier wieder besonders in den sozialen Medien entwickelt sich der Extremismus rasend schnell. Das kann die Ablehnung jeder Form von Regierung sein (oft als linksextrem umschrieben), der Hass gegen Ausländer (rechtsextrem) oder die Abrechnung mit jeder anderen Meinung als der eigenen. Problematisch ist diese Haltung auch dadurch, dass die automatischen Skripte der sozialen Medien gleiche Meinungen wiederholt anbieten. Ist man gegen A, dann bekommt man Meinungen angezeigt, die auch diese Meinung haben. Ein Austausch mit Leuten, die die Meinung für A haben, findet dann nicht statt und die eigene Position wird verstärkt und sogar noch extremer ausgeprägt.

Fake-News
Ein richtiges Problem ist die Verbreitung von Falschmeldungen, was durch die künstliche Intelligenz (KI) noch verstärkt wird. Fake-News haben oft ein politisches Ziel, um die Mitbewerber in Misskredit zu bringen oder eine bestimmte Stimmungslage herbeizurufen. Es gibt aber auch Fake-News, weil man einfach sauer ist und seinen Frust loswerden möchte, vor allem aber, weil man gegen jedes und alles ist. Zum Beispiel das Ablehnen des Klimawandels oder jede Ablehnung von an sich guten Vorschlägen der Regierung, weil sie von der Regierung kommen. Dann verbiegt man die Informationen und stellt sie absichtlich falsch dar, womit es wieder Falschmeldungen, also Fake-News sind.

Hasspostings
Ein Phänomen im Internet sind Postings, die nur negative Stimmung transportieren und dabei auch sehr verletzen können. Aus eigenem Lebensfrust heraus werden solche Postings geschrieben, die man im realen Leben kaum jemanden ins Gesicht sagen würde. Der Klassiker sind Angriffe auf Ausländer, aber auch gegen Frauen, gegen Andersdenkende, manchmal gegen Hundebesitzer oder Kinder, manchmal gegen Parteien oder die konkurrierende Mannschaft werden Hass-Postings geschrieben. Ein normaler Dialog ist dann fast nicht mehr möglich.

Massenmedien
Zu den Massenmedien zählen die TV-Sender ebenso wie die Tageszeitungen und deren Onlineportale. Eigentlich sind die sozialen Medien auch hier anzuführen, obwohl sie keine Medien im klassischen Sinne sind. Doch sie prägen die öffentliche Meinung mittlerweile stärker als so manche klassische Tageszeitung. Die Massenmedien spielen in der politischen Auseinandersetzung einer immer größere Rolle, weil man so auf einfache Weise sehr viele Leute erreichen kann - mit den sozialen Medien sogar günstiger und schnell als via TV, Radio und Zeitung.

Populismus
Die Massenmedien sind seit jeher ein großes Thema der Politik und ein Mittel, diese politisch zu verwenden, ist der Populismus. Dabei spricht man aus, was die Leute denken oder was man will, dass sie denken. Enttäuschte Wählerinnen und Wähler fängt man damit ein, dass man den Ausländern dafür die Schuld gibt, was einem Rechtspopulismus gleichkommt. Man kann aber auch allen Unternehmen die Schuld für die aktuellen Probleme geben, womit ein Beispiel für den Linkspopulismus gegeben ist. In beiden Fällen und allen anderen Formen spricht man aus, was die Leute denken, um besser dazustehen, aber bietet keine Lösungen an, keine Zahlen, wie man die Situation verbessern könnte oder Konzepte, wie man positive Änderungen gemeinsam schaffen würde.

Rassismus
Oft gezeigte Ablehnung von Ausländern oder bestimmten Gruppen von Ausländern. Diese Ablehnung führt oft zu Hasspostings im Internet, wobei manche ihren Alltagsfrust ablassen, andere gezielt eine bestimmte Denkweise provozieren wollen. Was auch immer der Grund sein mag, die rassistische Haltung ist schon vorher gegeben und zu verurteilen.

Sonntagsfrage
Die Sonntagsfrage ist eine Meinungsumfrage zu den Parteien, die darauf abzielt zu erkunden, wen man wählen würde, wenn am nächsten Sonntag eine Wahl (Nationalratswahl, Landtagswahl) wäre. Die Ergebnisse werden mit den letzten Sonntagsfragen verglichen, womit ein Trend zu den Beliebtheitswerten hergestellt werden kann.

Umfragen
Statistik ist immer gerne gesehen - im Sport wie in der Wirtschaft. In der Politik gibt es die Umfragen oder Meinungsumfragen. Umfrageinstitute befragen die Menschen nach ihrer Meinung zu den Parteien und aktuellen politischen Themen, um Trends in der Meinungsbildung zu erkennen.

Dabei können Umfragen zu Themen wie Ausländer, Teuerung oder Sparvorhaben im Fokus stehen, oft sind es aber auch Meinungsumfragen zu den Parteien, die mit den letzten verglichen werden können.