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Mehrheitswahlrecht

Mehrheitswahlrecht am Beispiel der USA

Bei den Wahlsystemen unterscheidet man vor allem zwei Möglichkeiten: das Verhältniswahlrecht und das Mehrheitswahlrecht. Während beim Verhältniswahlrecht die tatsächliche Aufteilung der Stimmen auf Kandidatinnen, Kandidaten oder Parteien relevant ist, ist beim Mehrheitswahlrecht die Mehrheit das Kriterium.

Mehrheitswahlrecht am Beispiel der USA

Das typische Beispiel für ein Mehrheitswahlrecht ist die Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. In jedem Bundesstaat wird für sich gewählt und daraus gehen Wahlmänner hervor, die den US-Präsidenten wählen. Dabei ist entscheidend, welcher Kandidat welcher Partei in welchem Bundesstaat mehr Stimmen auf sich vereinen kann. Denn der stimmenstärkste Kandidaten gewinnt den Bundesstaat und damit die Wahlmänner. Gibt es in einem Bundesstaat mehrere Kandidaten, kann es auch passieren, dass ein Kandidat mit 40 Prozent Stimmanteil die Wahlmänner gewinnt, weil er die meisten Stimmen erhalten hatte.

Das bedeutet aber auf die gesamten USA ausgelegt, dass es möglich ist, mit geringerem Stimmanteil US-Präsident zu werden, wenn man in kleineren Bundesstaaten die Wahlmänner gewonnen hat. Das ist nicht nur Theorie, sondern auch Praxis, wie im Wahlkampf von Al Gore von den Demokraten gegen George W. Bush von den Republikanern im Jahr 2000. Obwohl Al Gore gesamt gesehen deutlich mehr Stimmen erhielt als George W. Bush, wurde er nicht US-Präsident.

Damals gab es wochenlangen Streit über Wahlkartenfehler in Florida, die entscheidend für den Wahlausgang waren. Diskussionen über eine Änderung des Wahlsystems waren angestrengt worden, führten aber nicht zur Konsequenz eines Systemwechsels.

Unterschied Mehrheitswahlrecht und Verhältniswahlrecht

Wenn in Österreich oder Deutschland gewählt wird, dann bekommt jede kandidierende Partei entsprechend der Zustimmung Mandate zugesprochen und daraus ergeben sich Mehrheitsverhältnisse für die Bildung einer Regierung - also müssen sich die Parteien zusammenfinden, denn 50 oder mehr Prozent erreicht man kaum mehr in modernen Demokratien. In den USA zählen die Wahlmänner und man bekommt alle Stimmen eines Bundesstaates als stimmenstärkste Fraktion. Das wird auch in den USA immer heftiger diskutiert, aber nicht nur dort.

Bei den britischen Wahlen 2015 kam es zu dem Fall, dass mit weniger als 40 % Zustimmung die Regierungspartei von David Cameron eine Alleinregierung erreichen konnte. Heftig wurde dies kritisiert mit der Aussage, dass fast 2/3 die Konservativen nicht gewählt hatte und trotzdem diese Alleinregierung möglich wurde. Beim Verhältniswahlrecht ist das nicht möglich, es sei denn man riskiert eine Minderheitsregierung.

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