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Ans Ruder kommen

Umschreibung für die Leitung übernehmen

"Ans Ruder kommen" ist eine Redewendung, die zu der Gruppe jener gehört, die der Marine entnommen sind. So viele Leute sind gar nicht zur See gegangen, aber die Redewendungen, die sich dort entwickelt haben, haben häufig Eingang in den Volksmund gefunden. Im Falle dieser Phrase ist gemeint, dass man am Schiff das Steuerruder übernimmt, womit man bestimmt, wohin die Reise geht.

Beispiele zur Redewendung Ans Ruder kommen

Redewendung ans Ruder kommenDas ist natürlich weiterhin Thema bei der Seefahrt, aber die Redewendung wird im allgemeinen Sprachgebrauch eher dafür verwendet, wenn man die Führung oder die Leitung übernommen hat. Wenn ein sonst eher zurückhaltendes Kind in der Schule die Projektleitung übernommen hat, dann ist es ans Ruder gekommen - kurzum: das Kind hat jetzt die Position, um die weitere Entwicklung bestimmen zu können, ungeachtet der bisherigen Position oder Stellung innerhalb der Gruppe.

Gleiches gilt natürlich auch in einem Unternehmen, wenn eine Mitarbeiterin zur Leitungsperson in einem Projekt bestimmt wird. Damit hat man mehr Verantwortung, aber man kann auch die Leute einteilen und hat die Befehlsgewalt. Im gleichen Sinne kennt man die Redewendung auch in der Politik. Wenn eine Partei, die zuletzt wenig Erfolg bei Wahlen hatte, plötzlich eine Wahl gewinnt und den Bundeskanzler oder in der Gemeinde den Bürgermeister stellen darf, dann ist die Partei ebenfalls ans Ruder gekommen - sie hat jetzt die Macht, um politische Entscheidungen treffen zu können.

Gewinnt man beim Poker plötzlich viel Geld, wird die Redewendung auch verwendet. Denn nun hat der Spieler, der vorher vielleicht ständig verloren hatte, das Geld, um den Spielstil am Tisch zu seinen Gunsten zu verändern. Er kann mehr Risiko nehmen oder mehr setzen und muss nicht um seinen letzten Einsatz fürchten.

"Ans Ruder kommen" ist eine Redewendung, die sehr häufig genutzt wird. Sie dokumentiert mit einfachen Worten eine Veränderung in der eigenen Position - sei es finanziell, sozial oder in anderen Zusammenhängen. Damit hat man aber auch eine Redensart geschaffen, die völlig unterschiedlich interpretiert werden kann. Denn wer in eine Führungsposition im Unternehmen kommt, findet eine andere Situation vor als jemand, der durch Erfolg zu mehr Geld kommt und sich mehr Einkäufe leisten kann. Und das ist wiederum etwas anderes als eine stärkere Position bei einem Spiel oder im Sport - aber eine Verbesserung ist es auf jeden Fall, egal in welcher Situation.

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