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Redewendung Etwas im Schilde führen

Etwas vorhaben oder etwas planen

"Etwas im Schilde führen" ist eine jener Redewendungen, die den hinterhältigen Grundgedanken erst später erhielten. Mit der Redewendung war im Mittelalter gemeint, dass die Ritter auf ihrem Schild das Wappen jener abgebildet hatten, die sie repräsentierten. Damit war sofort erkennbar, für wen der jeweilige Ritter kämpft.

Heute wird die Redewendung ganz anders verwendet und meint eine Aktion, die jemand plant, um sich einen Vorteil zu verschaffen, während das Opfer noch nichts davon weiß. Wobei es nicht immer so negativ ausgelegt sein muss.

Beispiele für die Redewendung "Etwas im Schilde führen"

Redewendung etwas im Schilde führenJemand "führt etwas im Schilde", wenn er sich im Büro in eine Position bringt, um dem anderen zuvorzukommen. Das muss jetzt nicht automatisch eine Gemeinheit sein, aber es kann eine Aktion sein, bei der man sich durch Vorinformation einen Vorsprung verschafft hatte, um im Konkurrenzkampf siegreich zu sein. Es kann auch eine Situation sein, in der man dem Gegenüber vermittelt, dass man noch keinen Plan hat, wie man das Problem lösen könnte und in Wirklichkeit hat man mit der Umsetzung schon begonnen. Die Redewendung ist hier gültig, weil mit dem Schild das Geheime oder Versteckte umschrieben wird. Die Mitbewerber wissen nichts von den Aktivitäten, weil sie nicht im offensichtlichen Bereich passieren.

Es kann aber auch ein Hund etwas im Schilde führen. Er schaut schon so listig, dass sein Besitzer ahnt, dass da jetzt was passieren wird, aber man hat noch keine Ahnung, was dem Hund einfallen könnte. Verspielte Hunde sind oft mit einem so herzigen Blick unterwegs, dass man zwar - im Widerspruch zur Redewendung - ahnt, dass er jetzt irgendeine Blödheit vorhaben könnte, man kann sich aber trotzdem nicht darauf einrichten, weil man keine Ahnung hat, was das sein mag.

Wenn Kinder, die sonst sehr laut und turbulent sind, plötzlich ganz leise sich in ihr Zimmer zurückziehen, werden Eltern misstrauisch und schauen auch manchmal nach, was Sache ist. Denn wenn sie so ruhig sind, führen die Kinder vielleicht etwas im Schilde.

Die Redensart wird oft genutzt und häufig im Zusammenhang mit Tieren wie Hunde und Katzen einerseits und kleinen Kindern andererseits. Man kann sowohl den Haustieren wie auch den Kindern meistens richtig ansehen, dass sie darüber nachdenken, was sie nun anstellen können. Dabei ist das häufig in völlig unschuldiges Verhalten, mit der Redewendung verständigt man sich aber rasch, dass man jetzt irgend eine Aktion erwartet - und sei es nur etwas Lustiges.

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