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Etwas an die große Glocke hängen

Etwas verraten

"Etwas an die große Glocke hängen" ist eine sehr oft genutzte Redewendung, die auf einen alten Brauch zurückgeht. In früheren Jahrhunderten wurden öffentliche Bekanntmachungen durch eine Schelle ausgerufen, sehr wichtige Informationen verstärkte die Kirchenglocke zusätzlich, um auch weiter entfernt lebende Menschen darauf aufmerksam zu machen.

Beispiele für die Redewendung "Etwas an die große Glocke hängen"

Die Redewendung im heutigen Sinne bezieht sich aber nicht auf die Veröffentlichung selbst, sondern darauf, dass etwas verbreitet wird, das nicht dafür bestimmt ist. Wenn in der Schule ein Schüler eine Erzählung über ein Erlebnis eines anderen Schülers hört, die diesem peinlich ist, dann sollte man dies nicht weitererzählen. Stellt man sich aber vor eine Gruppe von Mitschülern und erzählt sie froh und munter weiter, dann hängt man die Geschichte an die große Glocke, also man verteilt die Information weiter. Die große Glocke ist dabei die große Zahl an Schülerinnen und Schüler, die davon erfahren. Die Weitergabe ist gar nicht das Thema, die Reaktion und Konsequenz ist mit der Redensart gemeint.

Gleiches gilt für Situationen im Berufsalltag, wenn einem Kollegen ein Missgeschick passiert ist und das von der Kollegenschaft fleißig weiterberichtet wird, sodass es auch wirklich alle erfahren können. Auch dann spricht man davon, dass etwas an die große Glocke gehängt wurde.

Es müssen aber nicht nur unangenehme und peinliche Dinge und Hoppalas sein, die man weitererzählt, es können auch Informationen sein, die man vorerst noch geheim halten möchte, bevor man sie weitergibt. In beiden Fällen wird die Redewendung gerne genutzt, wenn die Infos doch weitererzählt wurden. Die Glocke ist in diesem Zusammenhang die Öffentlichkeit oder eine große Gruppe. Informationen, die nur zwei Personen besessen haben, werden auf diese Art und Weise einer größeren Menschenmenge zugänglich und häufig handelt es sich um einen Inhalt, der die anderen nichts angeht, sie vielleicht gar nicht einmal wirklich interessiert.

Häufig ist es so, dass es dem Betreffenden mehr unangenehm ist als es die anderen interessiert. Das hängt natürlich von der Situation ab, denn wenn es sensible Fakten über einen Politiker sind, stürzen sich die Medien darauf und das ist eine andere Geschichte, als wenn ein Schüler in ein Schlammloch fiel und ein paar Schüler darüber lachen.

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Die Politik, aber auch ein Stück weit gerichtliche Vorgänge sind ebenfalls beliebte Vorlagen für Redewendungen. Vielfach weiß man gar nicht, woher sie kommen oder was sie bedeutet haben. Das ist besonders interessant, wenn man sich sehr beliebte Redensarten ansieht und ihren Ursprung beleuchtet.

Denn sowohl "sich selbst an der Nase nehmen" oder "sich selbst an der Nase ziehen" kennt praktisch jeder. Dass das eine ungewöhnliche Strafe vor Gericht bei einer Verurteilung war, wissen hingegen kaum die Leute. Widersprüchlich ist etwa auch "mit Hängen und Würgen", womit man heute eine schwere Schularbeit umschreibt, tatsächlich ist der Bezug die dramatische Situation beim strafweisen Erhängen eines Verurteilten.

Aber auch die Post, das Amt oder politische Entscheidungen haben zu bekannten Redewendungen geführt. "Etwas vom grünen Tisch bestimmen" bezieht sich auf den damaligen grünen Belag des Tisches im Konferenztisch und wird heute für viele Entscheidungen etwa auch bei Sportentscheidungen genutzt.

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      Redewendung etwas an die große Glocke hängenArtikel-Thema: Etwas an die große Glocke hängen

      Beschreibung: Redewendung "Etwas an die große Glocke hängen" und ihrem Sinn und ihrer Umschreibung rund um einen Verrat.

      letzte Bearbeitung war am: 29. 09. 2020