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Auf freiem Fuße sein

Alte Redewendung aus dem Mittelalter

"Auf freiem Fuße sein" ist eine Redewendung, die man häufig in Zeitungen lesen kann oder die auch in Fernsehberichte bei Rechtsverfahren immer wieder bemüht wird. Die Bedeutung ist dabei stets, dass ein Angeklagter aus der Untersuchungshaft entlassen wurde oder ein verurteilter Mensch seine Haftstrafe abgesessen hat und in die Freiheit zurückkommt.

Und hier ist es eine Redewendung, die von der Bedeutung her gleich geblieben ist. Denn der Ursprung der Redensart ist das Mittelalter und die Situation, dass Gefangenen die Freiheit wieder gegeben wurde. Sie wurden frei gesprochen oder haben ihre Strafe abgebüßt und so wurden ihre Fesseln und Ketten gelöst. Dieser Kontext ist bis heute erhalten geblieben.

Beispiele für die Redewendung "auf freiem Fuße sein"

Gerade in den Medien wird die Redewendung besonders häufig eingesetzt, wenn über juristische Verfahren berichtet wird. Das kann dann der Fall sein, wenn ein Angeklagter sich vor Gericht als unschuldig erweist und die verhängte Untersuchungshaft beendet wird. Dieser Mensch ist dann auf freiem Fuße, das heißt er kann nach Hause gehen und wieder ein normales Leben führen.

In einem anderen Kontext wird auch die Redensart genutzt, wenn eine bekannte Persönlichkeit aus der Haft entlassen wird, weil die Strafe abgesessen wurde. Dann ist er auf freiem Fuße, wenn er wieder in sein normales Leben zurückkehren darf und das ist aufgrund der Bekanntheit eine Meldung wert.

Und so zeigt sich, dass gerade diese Redewendung weniger ein Thema des Volksmundes ist wie bei so vielen anderen Redewendungen oder Sprichwörtern, sondern eher weiterhin ein Teil der lockeren Berichtssprache, wenn es um juristische Verfahren geht. Heute werden die Leute nicht mehr in Ketten gelegt, aber Handschellen werden doch angelegt, sodass auch die Übertragung sinngemäß funktionieren kann.

Dabei haben sich die juristischen Spielregeln geändert, denn es gibt sehr wohl einige Verfahren, in denen man keine Haftstrafe absitzen muss, aber Fußfesseln erhält, wodurch man in der Mobilität eingeschränkt ist. Damit ist man nicht auf freiem Fuße entlassen, aber doch in der gewohnten Umgebung. Die Redewendung greift in diesen Fällen nicht, passt aber bei den meisten Gerichtsverfahren sehr wohl, wenn jemand freigesprochen wurde oder aus der Haft entlassen wird.

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Die Politik, aber auch ein Stück weit gerichtliche Vorgänge sind ebenfalls beliebte Vorlagen für Redewendungen. Vielfach weiß man gar nicht, woher sie kommen oder was sie bedeutet haben. Das ist besonders interessant, wenn man sich sehr beliebte Redensarten ansieht und ihren Ursprung beleuchtet.

Denn sowohl "sich selbst an der Nase nehmen" oder "sich selbst an der Nase ziehen" kennt praktisch jeder. Dass das eine ungewöhnliche Strafe vor Gericht bei einer Verurteilung war, wissen hingegen kaum die Leute. Widersprüchlich ist etwa auch "mit Hängen und Würgen", womit man heute eine schwere Schularbeit umschreibt, tatsächlich ist der Bezug die dramatische Situation beim strafweisen Erhängen eines Verurteilten.

Aber auch die Post, das Amt oder politische Entscheidungen haben zu bekannten Redewendungen geführt. "Etwas vom grünen Tisch bestimmen" bezieht sich auf den damaligen grünen Belag des Tisches im Konferenztisch und wird heute für viele Entscheidungen etwa auch bei Sportentscheidungen genutzt.

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    Redewendung auf freiem Fuße seinArtikel-Thema: Auf freiem Fuße sein

    Beschreibung: "Auf freiem Fuße sein" ist eine alte Redewendung aus dem Mittelalter, die auch heute noch sehr häufig verwendet wird, vor allem auch von Medien.

    letzte Bearbeitung war am: 29. 09. 2020