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Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln

Abwertung der Landwirte

"Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln" ist eine Redewendung, die heute anders eingesetzt wird, als ursprünglich. Aus der Phrase kann man sehr gut die Überheblichkeit der Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner herauslesen, die sich als etwas Besseres wähnen als die Bauern und Landwirte - mehr noch, es wird auch deren Arbeit und das Ergebnis der Arbeit abgewertet. Heute ist die Redewendung eher mit Glück in Verbindung gebracht und damit dreht sich die Aussage von negativ auf positiv.

Beispiele für die Redewendung "Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln"

Redewendung die dümmsten Bauern haben die dicksten KartoffelnWenn in einem Büro ein Mitarbeiter die besten Ergebnisse erzielen kann, obwohl er eigentlich gar nicht die Fertigkeiten mitbringt und von den anderen als schwächer oder gar untragbar unfähig empfunden wurde, dann spricht man davon, dass "die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln haben". In diesem Fall bedeutet dies, dass jener, der den wenigsten Erfolg haben sollte, den größten hat - kurzum: er hat einfach Glück - auch wenn es vielleicht Talent und nicht Glück ist.

Mit Dummheit wird die Redewendung auch oft gleichgesetzt, wenn beispielsweise jemand überhaupt nicht kochen kann, aber gleichzeitig findet man in seiner Küche die tollsten Zutaten vor. Auch hier meint die Redewendung, dass ausgerechnet jener, der mit den Zutaten gar nicht umgehen kann, das Glück hat, die besten Zutaten sein eigen zu nennen.

Viele weitere Situationen gibt es, in denen ein Vergleich zwischen der Intelligenz und dem Ergebnis hergestellt wird. Stets sind es unterschätzte Leute, die Erfolg haben, der ihnen nie zugetraut wurde. Oftmals wird die Phrase verwendet, weil man schlichtweg neidisch auf den Erfolg der Zielperson ist oder auch, weil man nicht verstehen kann, warum genau diese Person soviel mehr Erfolg hat als man selbst. Der Volksmund bemüht die Redewendung auch gerne im Zusammenhang mit dem Sport. Viele bemühen sich um den Sieg, aber jener eine, der überhaupt kein Favorit war, hat den Erfolg - das ist umso eher mit der Redewendung in Verbindung, als es zum Beispiel bei einem Skirennen unbeständiges Wetter gibt. Die Favoriten haben schlechte Sicht, der Glückspilz hingegen Sonne und gute Sicht.

Interessant an der Redewendung ist daher der Einsatz. Denn es muss nicht wirklich so sein, dass jener, der Glück hat, dumm ist. Vielmehr kann es sein, dass er vielleicht kommunikativ nicht so geschickt agiert und die anderen mögen ihn nicht. Oder aber er ist nicht interessiert, weil diese selbst nicht seinem Niveau entsprechen. Daher kann Neid durchaus als Motivation herangezogen werden, auch die eigene Dummheit kann man hier hineininterpretieren. Es ist aber auch Respekt möglich, dass etwa eine junge Kollegin mit guten Ideen Erfolg hat, was man ihr nach dem Ersteindruck nicht zugetraut hatte.

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