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Der Schwanz wedelt mit dem Hund

Der Kleinere dominiert den Größeren

"Der Schwanz wedelt mit dem Hund" ist eine Redewendung, bei der die verkehrten Verhältnisse zum Ausdruck gebracht werden, Die Phrase kennt man auch in einer zweiten Variante, nämlich "Der Schwanz wackelt mit dem Hund". Die Bedeutung ist in beiden Fällen gleich und bezieht sich auf die Situation, dass der kleinere Partner den größeren dominiert, obwohl es eigentlich umgekehrt erwartet wurde.

Beispiele für die Redewendung "Der Schwanz wedelt mit dem Hund"

Redewendung der Schwanz wedelt mit dem HundNormalerweise ist der Hund der große Körper und der Schwanz drückt die Emotion aus. Wenn der Schwanz aber den massigen Körper beherrscht, hat sich die Welt umgedreht. Die Redewendung wird in dieser Überlegung gerne in der Politik eingesetzt. Dort hat der Große das Sagen und der kleine Partner muss sich fügen. Wenn nun aber in einer Koalition der kleinere Partner die Machtposition inne hat, dann wedelt der Schwanz mit dem Hund, also hat der vermeintlich Schwächere die stärkere Position.

Das kann dann der Fall sein, wenn die Koalition auf eine geringe Mehrheit gestützt wird. Steigt der kleine Partner aus, hat der große Partner ein Problem, seine Vorhaben umzusetzen, weil die Opposition sowieso nicht mitmacht. Daher muss der große Partner dem kleinen entgegenkommen, um selbst die eigenen Ziele zu erreichen. Und damit wird man erpressbar, denn wenn man nicht mitspielt, geht die Regierung in die Brüche und das kann massive Einbußen bei einer Neuwahl bedeuten.

Diese Überlegung gibt es auch in der freien Wirtschaft, wo ein kleines Unternehmen die Spielregeln definiert, weil das große Unternehmen unbedingt die Dienstleistungen oder Produkte des kleinen für sich gewinnen will. Damit hat das kleinere Unternehmen die Machtposition und kann vorgeben, wie die Vereinbarung auszusehen hat. Auch in solch einem Fall wedelt der Schwanz mit dem Hund, obwohl normalerweise Großunternehmen das Sagen haben.

Auch gruppendynamisch gibt es diese Situation. Angenommen es gibt zwei Gruppen mit jeweils vier Leuten. Diese unterstützen sich gegenseitig, aber beide Gruppen wollen eine weitere Person hinzuziehen. Dann kann diese einzelne Person, die eigentlich eine viel schwächere Situation vorfindet, diktieren, was Sache ist. Denn nur wenn diese Person zustimmt, kann die Gruppe aufgefüllt werden. Da beide Gruppen das Ziel haben, kann man sich beste Verhandlungsergebnisse herausholen, obwohl man das Soloprogramm fährt und die anderen zu vier auftreten können.

Die Redewendung ist ein Beispiel für die Ableitung aus der Natur, wobei natürlich nicht der Hund von seinem Schwanz gesteuert wird. Man betrachtet aber, wie der Hund aussieht und leitet per sarkastischer Redewendung ab.

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