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Den Teufel an die Wand malen

Redewendung mit alter Ableitung

"Den Teufel an die Wand malen" ist eine Redewendung, die man schon seit sehr langer Zeit nutzt und gar nicht so selten. Man könnte statt dem Teufel auch andere Angst machende Figuren einbauen, aber der Teufel ist überliefert und blieb auch als schreckliches Wesen im Volksmund erhalten.

Hintergrund ist ein alter Aberglaube, wonach man Geister, Dämonen und eben den Teufel selbst nicht am Hals hat, wenn man ihn nicht anruft oder aufzeichnet. Demnach kommen diese Wesen nur und suchen einen heim, wenn man es selbst in die Wege geleitet hatte und die Redensart erklärt sich daher auch in ihrer Sinnhaftigkeit - denn wenn man dies nicht tut, hat man Ruhe. In der Gegenwart wird aber nicht wirklich der Teufel gefürchtet, doch das Negative als Element blieb erhalten.

Beispiele für die Redewendung "den Teufel an die Wand malen"

Redewendung den Teufel an die Wand malenWenn ein Unternehmen einen wichtigen Auftrag erfüllen möchte und natürlich auch muss, dann sind es häufig Termingeschichten. Dabei ist man häufig von Zulieferern abhängig, sei es Programmierarbeiten bei einer Dienstleistung oder Rohstoffe bei der Fertigung von Produkte. Spricht nun in einer Besprechung ein Kollege die Möglichkeit an, dass sich die Lieferung verzögern könnte, dann sprechen andere davon, dass er nicht den Teufel an die Wand malen soll. Gemeint ist damit nicht, dass der Teufel den Auftrag verhindert, sondern dass die Verzögerung jetzt erst recht passieren könnte, weil es angesprochen wurde.

In diesem Zusammenhang gibt es viele Situationen. Wenn man ausspricht, dass eine Schularbeit negativ ausfallen könnte, dann fällt sie nicht deshalb negativ aus, doch der Zusammenhang wird gerne hergestellt. "Denke positiv" wäre das Gegenteil zu der Redensart, die darauf hinweist, dass man negative Situationen nicht heraufbeschwören ergo ankündigen sollte. Das Thema Selbstvertrauen kann man in diesem Kontext auch einbringen.

Das gilt auch für den Sport, wenn man vor einem wichtigen Spiel steht und von möglichen Verletzungen oder anderen Vorkommnissen spricht, die dann vielleicht wirklich passieren. Das ist natürlich Zufall, aber der Zusammenhang ist durchaus gegeben. Deshalb hat die Redewendung weniger mit ihrer eigentlichen Aussage zu tun als viel mehr mit dem Aberglauben und mit der Angst, die Befürchtung könnte tatsächlich eintreten. Das mag wohl so sein, hat aber mit der Redewendung nichts zu tun, wirkt aber auf die Menschen genau so.

Interessant ist, dass man heute an den Teufel gar nicht mehr glauben mag und viele sich von jeglicher Religion distanziert haben. Doch die hier vorgestellte Redewendung wird trotzdem verwendet, auch wenn der Kontext ein anderer ist - die Sorge vor negativen Folgen blieb erhalten.

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