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Einem in den Ohren liegen

Umschreibung eines nervigen Zeitgenossens

Die Sinnesorgane spielen in Redewendungen und damit auch in der Umgangssprache eine durchaus wichtige Rolle. Da man Nase und Ohren sowie die Augen stets benutzt, lassen sich Situationen mit ihnen auch sehr gut umschreiben oder überspitzt formulieren. Zu dieser Gruppe zählt auch die Redewendung "Einem in den Ohren liegen".

Natürlich ist es rein technisch schwierig, sich in ein Ohr zu legen, aber es wird sehr deutlich umschrieben, wenn das Ohr mehr zu tun bekommt, als man selbst sich wünscht und so wird das Ohr auch zu einem Symbol einer ungewünschten Kommunikation.

Beispiele für die Redewendung "einem in den Ohren liegen"

Redewendung einem in den Ohren liegenWas könnte nun so eine ungewünschte Kommunikation sein? Das ist dann der Fall, wenn Freund A Freund B viel zu oft daran erinnert, dass er ihm einen Gefallen machen soll. Freund B weiß das ohnehin und wird das auch gerne ausführen, aber es ist nicht nötig, ständig daran erinnert zu werden und es nervt mit der Zeit. In so einem Fall umschreibt er gegenüber anderen, dass Freund A ihm in den Ohren liegt. Er könnte auch sagen, dass er nervt oder lästig ist, aber mit der Redensart klingt es lustiger als die Situation eigentlich empfunden wird.

Gleiches kann man von Situationen berichten, in denen die Eltern die Kinder daran erinnern, dass sie lernen müssen, um die Schularbeit positiv erledigen zu können. Das nervt völlig, weil die Kinder natürlich wissen, was zu tun ist, aber die Eltern trauen der Ruhe nicht und weisen immer wieder darauf hin.

Auch im Berufsalltag kennt man viele solcher Begebenheiten, wenn man ständig an etwas erinnert wird und es auch ständig die gleichen Informationen oder Aufforderungen sind, die man zu hören bekommt. Als Ergebnis ist man sehr genervt und ob es nun eine Kollegin, ein Kollege oder jemand aus der Gruppe der Vorgesetzten ist - man möchte seine Ruhe haben.

Die Redewendung ist also Ausdruck von genervtem Empfinden, weil man stets die gleiche Ansprache hört und das Ohr als Empfangsgerät bietet sich geradezu für eine ironische Umschreibung an. Es ist natürlich eine Überzeichnung, aber eine, die sehr gut verstanden wird, witzig ist und vor allem in sehr vielen Situationen passt. Manchmal reicht die Redewendung auch aus, um die Situation selbst witzig zu empfinden und man entspannt sich wieder.

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