Bei den Verkehrsdiensten gibt es zwei Vokabeln, die besondere Situationen im Straßenverkehr im Zusammenhang mit dem Urlaub umschreiben. Das eine ist der Urlauberverkehr oder auch Urlauberreiseverkehr, das andere ist der Rückreiseverkehr. Beides meint eigentlich die gleiche Situation, wird von den Medien aber unterschiedlich eingesetzt. Wenn die Straßenkolonne zu Beginn der Hauptferien Richtung Südeuropa rollt, spricht man vom Urlauberverkehr, wenn die Leute wieder die Heimreise antreten, ist es der Rückreiseverkehr.
Es ist längst erwiesen, dass es immer mehr Menschen mit immer mehr Fahrzeugen gibt und die Straßen sind schnell überlastet, weil sie nur eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen pro Augenblick aufnehmen können. Wenn in Deutschland viele Urlaubsfreudige sich Richtung Italien aufmachen, dann gibt es bei der Querung durch die Alpen auf allen Transitstrecken Probleme, weil es weiterhin nicht möglich ist, seinen Urlaub von Mittwoch bis Mittwoch zu buchen. Es muss also am Wochenende der Urlaub angetreten werden und das heißt, dass alle zur gleichen Zeit die gleichen Routen wählen. Dazu kommen die Urlaubsgäste aus Österreich und sehr viele aus Osteuropa und schon gibt es einen großen Stau.
Mit dem Urlauberverkehr und mit der Verkehrsüberlastung hat man schon brauchbare Vokabel im Einsatz, aber der Rückreiseverkehr dokumentiert die Situation auch dann, wenn die vielen Urlaubsgäste wieder nach Hause reisen. Die Staugefahr ist die gleiche, die Durchzugsstraßen wie die Tauernautobahn in Österreich sind voll. Urlauberschichtwechsel ist auch ein gerne eingesetztes Vokabel in den Verkehrsmeldungen, weil die ersten nach zwei oder drei Wochen Urlaub heimkommen und die nächsten ihren Urlaub erst antreten können.
Die Rückreise ist genauso wenig steuerbar wie die Anreise, weil per Wochenende der Urlaub im Sinne der Urlaubsbuchung zu Ende gehen muss - und nicht am Dienstag oder Mittwoch, wodurch sich das Verkehrsaufkommen aufteilen könnte.
Urlauberverkehr und Rückreiseverkehr waren lange ein Thema der Hauptferien, in Österreich also Juli und August, in Deutschland gibt es zum Teil andere Regelungen. In der Zwischenzeit gibt es die Verkehrsüberlastung aber auch an verlängerten Wochenenden wie etwa im schon mild gewordenen Frühjahr, wenn die Donnerstag-Feiertage anstehen und man sich den Freitag als Fenstertag (Zwickeltag) freinehmen kann, womit von Mittwoch bis Sonntag ein Kurzurlaub möglich wird. Das heißt, dass man am Sonntag mit Stau rechnen kann, weil viele von diesem Kurzurlaub zurückkommen.
Und es gibt den Rückreiseverkehr samt Stau auch schon bei jedem normalen Wochenende, weil die Straßen einfach voll sind. Wenn das Wetter mitspielt, sind viele über das Wochenende weggefahren oder sie haben sich am Sonntag in der Früh aufgemacht, um einen Ausflug, eine Wanderung oder andere Aktivitäten anzustreben und am Sonntag am Abend treffen sich alle wieder im Stau und es wird zäh, bis man daheim angekommen ist.
Gleiches gilt auch für Großveranstaltungen. Wer bei einem Musikfestival mit einigen tausend Besucherinnen und Besucher sehr eilig nach Hause fahren möchte, ist dort fehl am Platz, weil ein Stau bei der Rückreise ist fast garantiert. Das gilt auch für Volksfeste und andere Veranstaltungen, bei denen viele Menschen anreisen und später wieder heimfahren.
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Artikel-Thema:
Rückreiseverkehr im Straßenverkehr
Beschreibung: Der 🚘 Rückreiseverkehr ist ein Begriff im Straßenverkehr und betrifft die typischen Tage an den ✅ Wochenenden mit sehr starken Verkehrsaufkommen.