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Gesundes Wohnen

Gesundes Wohnen als Gesundheitsvorsorge

Um gesund zu wohnen reicht es nicht allein aus, schadstoffarme Materialien bei der Gestaltung des Wohnraums zu verwenden. Gerade die kleinen Dinge sind es, die eine gesunde Wohnumgebung schaffen. So kommt es beispielsweise Tag für Tag auf das richtige Lüften oder das Vermeiden von "Elektrosmog" an. Auch lästige Milben und Schimmelpilze lassen sich mit einfachen Mitteln vorbeugen. Hier einige hilfreiche Tipps:

Richtig lüften


Um leistungsfähig zu sein, benötigt unser Körper frische und sauerstoffreiche Atemluft. Grundsätzlich ist es daher empfehlenswert, drei bis vier mal täglich alle Räume zu lüften. So können Kohlendioxid, möglicherweise schädliche Ausdünstungen von Möbeln und Teppichen sowie in der Luft enthaltene Pollen und Schimmelsporen entweichen.

Die schnellste Methode: Zwei gegenüberliegende Fenster etwa ein bis fünf Minuten lang ganz öffnen. Bei nur einem offenen Fenster erhöht sich die Lüftungszeit entsprechend auf rund fünf bis zehn Minuten. Bei gekippten Fenstern erhöht sich die Lüftungsdauer auf 30 bis 60 Minuten – gerade im Winter ein Problem, denn so ist der Wärmeverlust besonders hoch! Zudem sammelt sich in den ausgekühlten Fensternischen schnell Feuchtigkeit, die einen idealen Nährboden für Schimmel bildet.

Weitere Tipps für ein gesundes Raumklima:

  • Unmittelbar nach dem Duschen das Bad, nach dem Kochen die Küche lüften.
  • Türen zu unbeheizten Zimmern schließen.
  • Gardinen vor den Heizkörpern behindern die Luftzirkulation im Raum.
  • Schränke gegebenenfalls mit fünf bis zehn Zentimetern Abstand zu Außenwänden aufstellen.
  • Keine nasse Wäsche auf die Heizkörper hängen.

Wohnungslüftungsanlagen

Abhilfe können moderne Systeme für die kontrollierte Wohnungslüftung (teilweise mit Wärmerückgewinnung) schaffen. Bei diesen Anlagen saugt ein Ventilator die verbrauchte Luft ab und leitet diese über Rohre nach draußen. Ventile in der Hauswand oder am Fenster sorgen für die Zufuhr von Frischluft. Den höchsten Wohnkomfort bieten zentrale Anlagen. Es ist jedoch auch möglich, nur besonders belastete Räume wie beispielsweise Bad oder Küche aufzurüsten. Für Allergiker bietet sich ergänzend ein Pollenfilter an.

Während der Heizperiode laufen die Lüftungsanlagen mindestens zwölf Stunden täglich, im Sommer ist der Einsatz nicht erforderlich. Ist das System regelbar, beim Kochen oder Duschen direkt eine höhere Leistung einstellen.

Insbesondere Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung können sich schnell bezahlt machen, denn sie verwenden bis zu 80 Prozent der Energie wieder. Sie nutzen die Wärme der Abluft, zum Beispiel um per Wärmetauscher die Temperatur der einströmenden Frischluft zu erhöhen.

Risiken durch Schimmelpilze

Schimmelpilze sind eine ernst zu nehmende Bedrohung für die Gesundheit. Sie können grippeartige Symptome, Schleimhautreizungen, Asthma oder Hautreizungen bis hin zu chronischen Erkrankungen zur Folge haben. Finden Schimmelpilze, die aus der Umgebung in die Raumluft gelangen, günstige Bedingungen vor, breiten sie sich schnell in der Wohnung aus. Schimmelpilze mögen ein feuchtes Klima und siedeln sich gerne dort an, wo sie reichhaltige Nahrung finden, unter anderem geeignet sind Tapeten, Teppichböden, Pappe, Holz sowie Putz oder Mauerwerk (zum Beispiel auch hinter Bildern und Schränken). Sichtbar werden Schimmelpilze, wenn sie Flecken an den Wänden oder auf den Möbeln bilden. Auf verborgene "Kolonien" an versteckten Stellen der Wohnung (gegebenenfalls sogar unter der Tapete) weist ein muffiger Geruch hin.

Schimmelpilze direkt bekämpfen

Sind nur kleine Flächen innerhalb der Wohnung mit Schimmel befallen, können Bewohner die erforderlichen Sanierungsarbeiten in Eigenregie durchführen. Wichtig ist das Tragen von Mundschutz und Handschuhen, eventuell auch Augenschutz.

Wischen Sie die betroffenen Flächen zuerst feucht ab und behandeln Sie diese anschließend mit 70-80prozentigem Ethylalkohol. Dieser tötet die Pilze ab. Achtung: Während der Bearbeitung gut lüften und keinesfalls rauchen! Sind Tapeten oder Silikonfugen von Schimmel befallen, gilt es, diese zu entfernen und in einem Plastikbeutel mit dem Hausmüll zu entsorgen.

Allerdings: Sind die von Schimmel befallenen Stellen größer als 0,5 Quadratmeter, ist es sinnvoll, die Sanierung von Experten durchführen zu lassen.

Milben in Schach halten

Auch Milben lieben ein feucht-warmes Raumklima besonders gern. Um sich aktiv gegen die unliebsamen „Untermieter“ zu schützen gibt es verschiedene Methoden:

  • milbendichte Überzüge für Matratzen (halbjährlich bei mindestens 60 Grad waschen)
  • spätestens nach acht Jahren die Matratze wechseln
  • Kissen, Bettdecken und Bettwäsche auf 60 Grad waschen
  • die Luftfeuchtigkeit bei unter 60 Prozent halten
  • insbesondere im Schlafzimmer "Staubfänger" vermeiden (zum Beispiel dicke Teppichböden, schwere Vorhänge, voluminöse Kissen)
  • Fußböden häufig wischen oder staubsaugen (vorzugsweise einen Staubsauger mit Feinstaubfilter verwenden)
  • Polstermöbel und Teppiche zwei Mal pro Jahr mit milbenabtötenden Mitteln behandeln (zum Beispiel Neem-Präparate).
  • Wände streichen oder glatt verputzen – dabei Materialien verwenden, die Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben können

"Elektrosmog" vermeiden

Der Begriff "Elektrosmog" steht für elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder, die gesundheitliche Probleme bereiten können. Auch hier gibt es geeignete Maßnahmen zur Risikoverminderung:

Da wir rund ein Drittel unserer Lebenszeit mit Schlafen verbringen, gilt dem Schlafraum besondere Aufmerksamkeit. Allgemein sollten Sie auf die ausreichende Isolierung von Elektroinstallationen (möglichst auch unter dem Putz verlegen) achten. Im Idealfall befinden sich keine elektrischen Leitungen rund um den Kopfbereich des Bettes. Falls dies nicht möglich ist, verringern Netzfreischalter wirkungsvoll die Strahlungsbelastung. So lassen sich elektrische Geräte wie ein im Schlafzimmer vorhandener Fernseher komplett ausschalten (Standby-Modus vermeiden). Dies ist insbesondere wichtig, wenn sich zum Beispiel Stereoanlage oder Computer in Kopfnähe befinden. Unabhängig davon bringt schon ein Abstand von mindestens einem Meter zu den Geräten eine deutliche Senkung der Belastung durch "Elektrosmog". Alternativ beispielsweise einen batteriebetriebenen Radiowecker oder ein Babyphone, das die Telefonleitung nutzt, verwenden.

Mikrowelle: Bei der Zubereitung von Essen sollten sich Kinder nicht in der unmittelbaren Nähe der Geräte aufhalten.

Schnurlose Telefone und drahtlose Computernetzwerke: Die Basisstation beziehungsweise den zentralen Zugangspunkt nicht in der Umgebung des Schreibtisches oder anderer Aufenthaltsorte in der Wohnung platzieren.

Mithilfe dieser Tipps lässt sich ohne viel Aufwand schon eine erhebliche Verbesserung der Wohnsituation hin zu einer gesunden Wohnumgebung erzielen. Schließlich verbringen wir hier den größten Teil unserer freien Zeit. Grund genug, die eigenen vier Wände auf den Prüfstand zu stellen.

Gastbeitrag von Claudia Pichler, Marketingverantwortliche bei bareal Büro Wien.

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