Sie sind hier: Startseite -> Politik -> Printmedien / Medienbegriffe -> Fake News

Fake News oder auch Fake-News

Erfundene oder konstruierte Nachrichten

Durch das Internet werden Nachrichten viel schneller geteilt und damit verbreitet als die alten Zeitungsartikel. Über die Artikel wurde mit Familie, Freunden und Kollegenschaft gesprochen und so haben mehr Leute davon erfahren, aber die Dynamik des Weitergebens mittels Internet ist damit nicht erreichbar. Und diese Geschwindigkeit führt nicht nur dazu, dass man einen Overkill-Effekt erlebt, weil es einfach zu viele Informationen in zu kurzer Zeit gibt, sondern es wird immer schwieriger, die Wahrheit zu erkennen, was unweigerlich zum Begriff der Fake News führt.

Was sind Fake News?

Fake NewsDer Begriff Fake News (oft auch Fake-News geschrieben) ist ein Überbegriff für unwahre Artikel, wobei die Abgrenzung schwierig ist, wann ein Artikel übertreibt und wann er überhaupt falsch ist. Dass ein Artikel falsch ist, hat nichts damit zu tun, dass man Tippfehler findet oder vielleicht ein Faktum außer acht lässt, es geht vielmehr darum, dass man eine falsche Aussage in den Mittelpunkt rückt oder überhaupt eine Geschichte frei erfindet. Erzählungen von Ereignisse sind Fake News, wenn es diese gar nicht gab, Gerüchte machen die Runde, die keine Grundlage haben und so gibt es sehr viele Möglichkeiten und auch Motivationen, warum man sich dieser Technik bedient.

Wenn man Gerüchte über einen Transfer im Fußballgeschäft in die Welt setzt, dann hofft man auf viele Leserinnen und Leser des Artikels, also handelt man werbend für das eigene Medium oder auch für die eigene Internetplattform. Wenn man Meldungen über Stars im betrunkenen Zustand schreibt, die gar nicht wahr sind, ist die gleiche Motivation gegeben.

Der Begriff Fake News erlebte aber in den Jahren 2015 und 2016 eine besondere Bedeutung, weil gerade rund um die Flüchtlingskrise viele Berichte über Straftaten der Asylwerber geschrieben wurden, die schlichtweg falsch waren.

Beispiel für eine Fake News

Eine Bank wird überfallen und die Bankräuber sind laut Artikel Muslime, die sich illegal im Land aufhalten. Beim Hinterfragen des Artikels wird dann klar, dass die Bank wirklich überfallen wurde, aber die Bankräuber waren Inländer und mit dem Asylrecht hatte die Aktion gar nichts zu tun.

Warum wird dann dies im Artikel geschrieben? Einfach deshalb, um Stimmung gegen Ausländer und speziell gegen Asylwerber zu machen. Es ist eine gesellschaftlich-politische Ansicht, die damit weitergegeben wird und man handelt in der Hoffnung, viele Leute für diese Ansicht zu gewinnen.

Fake News, Internet und die Folgen

Die Falschmeldungen gab es schon immer, zum Beispiel gerade in der Yellow Press rund um die Stars aus Film, Fernsehen und anderen Bereichen wie Sport, auf dass viele Leute sich dafür interessieren und das Magazin oder die Zeitung lesen. Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise von Menschen aus Afghanistan und speziell Syrien ab 2015 nach Europa entstand aber eine ganz neue Qualität der Fake News, die einfach nur als hetzerisch bezeichnet werden kann.

Dabei sind das Internet und die Sozialen Medien wie Facebook und Twitter dankbare Werkzeuge geworden, weil sich auf dieser Ebene die Nachrichten besonders schnell teilen lassen. Leute regen sich darüber auf, dass Asylwerber 15.000 Euro einfach so vom Staat bekommen und die heimischen Arbeitslosen bekommen gar nichts und teilen es mit Freunden, damit die sich auch darüber aufregen können. Dass der Bericht komplett falsch ist und auf diese Reaktion hofft, erkennen viele nicht.

Auch Journalistinnen und Journalisten geraten in die Falle, solche Nachrichten, wenn sie nicht so offensichtlich sind, zu glauben. Die Medien sind daher auch in die Kritik geraten, weil es darum gehen muss, seriös über die Probleme zu berichten - sei es bei der Flüchtlingskrise und den vielen tausenden Asylwerbern oder sei es bei einem anderen Thema. Damit steht auch der Ruf der bisher als seriös erkannten Medien auf dem Spiel und andererseits werden Medien, die bewusst diese Technik einsetzen, abgemahnt oder bestraft. Es läuft auf die Frage hinaus, was man überhaupt noch glauben kann und was nicht und das ist für die Zahl der Leser aus Sicht des Marketing der großen Zeitungen und Magazine von großer Bedeutung. Glauben die Leute ohnehin nichts mehr - warum sollten sie die Medien dann noch lesen, egal ob Printmedien oder Onlinemedien?

Fake News und Satire

Eine ganz andere Geschichte ist die Satire. Auch hier gibt es im Internet zum Teil bereits bestens bekannte Portale, die aktuelle Themen auf die Schaufel nehmen und sarkastisch darüber berichten. Da sie aber so wirken wie eine echte Zeitung, glauben manche Leute, dass die Meldungen stimmen und regen sich darüber enorm auf, sehr zur Unterhaltung jener, die die Satire erkannt haben.

In dem Fall liegt kein Fake News vor, aber man spielt ein wenig mit dem Begriff, indem man echte Themen durch erfundene Geschichten zynisch hinterfragt. Bekannte Vertreter dieser Satire sind aus Österreich die Tagespresse und aus Deutschland Postillon. Es gibt aber noch viel mehr Portale, die speziell auch über Kanäle wie Facebook aktiv geworden sind.

Fake News und Gegenmaßnahmen

Wie ernst das Thema an sich ist, zeigt die Tatsache, dass es immer mehr Ratgeber und Checklisten gibt, wie man echte Nachrichten von Fake News unterscheiden kann. Fake News basieren auf zwei verschiedenen Ebenen: der Motivation, warum man schreibt, was man schreibt und der Technik. Die Motivation beim Ausländerthema liegt auf der Hand, weil man Stimmung gegen diese Menschen machen möchte. Beim Sportartikel möchte man mehr Klicks erreichen, auch bei den Stars und Sternchen. Bei der Technik wird es schon schwieriger, denn es geht um die Art, wie der Artikel geschrieben wurde, wie seriös erwirkt und natürlich auch, wie realistisch er ist. Dass, um beim obigen Beispiel zu bleiben, ein Asylwerber nicht einfach Geld vom Staat ohne Gegenleistung bekommt, sollte eigentlich klar sein - ist es aber nicht. Wer den Inhalt hinterfragt, wird schnell erkennen, dass es nicht stimmen kann, wer hingegen leichtgläubig ist, wird auch leicht ein Opfer dieser Fake News.

Siehe auch
Überblick Medienbegriffe

Ebenfalls interessant:

Bravo

Die Bravo ist die größte Jugendzeitschrift im deutschsprachigen Raum und über das Magazin hinaus ein Thema - wie bei den CD´s.

c´t

Das Magazin c´t bietet im 14-Tage-Intervall Informationen über Computer und High-Tech vom PC über Smartphone bis Fernseher.

Medianet

Medianet ist eine Fachzeitung über die Werbebranche und Massenmedien mit aktuellen News und Berichte von Events.

64er

Das Computermagazin "64er", das 1984 erstmals auf dem Markt erschien und den Commodore 64 in den Mittelpunkt rückte.

Computermagazine

Computermagazine vom Beginn der Heimcomputer bis heute als Nachschlagewerke der neuesten Trends.

Satire

Die Satire nutzt in den sozialen Netzwerken und in den Printmedien bestehende politische Entwicklungen und überzeichnet diese zwecks Unterhaltung und Kritik.

Amiga-Magazin

Das Computermagazin Amiga-Magazin kam 1987 auf den Markt und lieferte Infos rund um den Heimcomputer Amiga.

OÖN

Die Oberösterreichischen Nachrichten ist eine bekannte regionale Tageszeitung in Österreich.

Soziale Medien

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel geteilt wird:

Zurück zum Hauptthema

Übersicht Printmedien / Medienbegriffe

Startseite Politik