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Widerstandsklassen beim Einbruchschutz

Widerstandsklassen: Angabe der Sicherheit

In vielen Broschüren und auch bei Beratungsgesprächen rund um den Einbruchschutz ist von den Widerstandsklassen die Rede. Dabei bezieht man sich auf die europäische Norm EN V 1627, die sechs verschiedene Widerstandsklassen definiert. Als Widerstandsklasse hat man damit eine Information zur Verfügung, wie leicht oder schwer es ist, sich unerlaubt Zugang zu verschaffen. Eine Sicherheitstür knackt man nicht so leicht wie eine normale Tür, wobei die Rahmenbedingungen auch ein Thema sind - steht ein Haus in der Einöde oder wohnt man in einem Haus mit 50 Wohneinheiten, wo jederzeit jemand ums Eck kommen kann.

Widerstandsklassen: Inhalt

Bedeutung der Widerstandsklassen

Wohnlexikon Einbruchschutz WiderstandsklassenJede Widerstandsklasse hat ihren eigenen Charakter, wobei die Widerstandsklasse 0 zum Beispiel für eine Eingangstür steht, die alleine durch einfaches Gegentreten nach wenigen Augenblicken Zugang gewährt. Es ist dies die geringste Widerstandsklasse und eine Einladung für Einbrecher, wobei die Widerstandsklasse auch berücksichtigt, wo sich das Objekt befindet.

Wenn ein Haus für sich alleine steht, ist dies eine ganz andere Situation als wenn das gleiche Haus in einem dicht besiedelten Bereich einer Stadt steht und noch ganz anders sieht es aus, wenn es sich um eine Wohnungstür einer Wohnung handelt, die in einem großen Wohnblock zu finden ist. Dort ist die Gefahr, gesehen zu werden, für die Einbrecher sehr groß.

Wie man aber mittlerweile weiß, haben die Profis damit eigentlich kein Problem. Sie wirken manchmal sogar wie ein Umzugsservice und daher denken sich die Mitbewohner der Wohnanlage nichts, wenn eine Wohnung ausgeräumt wird. Es ist also jede Definition von Situation zu Situation auch unterschiedlich zu bewerten.

Die höchste Stufe bei den Widerstandsklassen ist die Stufe 6. Sie gilt für kommerzielle Gebäude mit Hochsicherheitscharakter wie Banken, Tresorräume und ähnliche Einrichtungen.

Widerstandsklasse 0: einfach zu überwinden

Die Reihe der Widerstandsklassen bei der Beurteilung des Einbruchschutzes beginnt mit der Widerstandsklasse 0. Grundlage ist die europäische Norm EN V 1627, wobei bis Klasse 4 die Einrichtungen für private Objekte wie Wohnungen und Häuser vorgesehen sind.

Widerstandsklasse 0 ist damit die unterste Klasse und bedeutet, dass eine Standardtür anzutreffen ist, wie dies bei vielen Wohnungen der Fall ist. Sie bietet kaum Schutz, weil bereits ein aggressives Gegentreten dazu führen kann, dass nach wenigen Augenblicken oder Sekunden die Tür geöffnet ist und die Einbrecher sich Zugang verschaffen können.

Werkzeug brauchen die Einbrecher dabei nicht, interessanter wird es erst, wenn sie ein Zusatzschloss als Nachrüstung überwinden müssen. Daher ist auch hier der Fall gegeben, dass die Widerstandsklasse 0 alleine noch nicht als vollständige Bewertung herangezogen werden kann. Die Tür als solche ist natürlich so zu definieren, wenn sie leicht unberechtigt geöffnet werden kann.

Aber auch diese kann verbessert werden. Dennoch ist eine Sicherheitstür natürlich ein weit besserer Einbruchschutz als die leicht zu öffnende Standardtür. Deshalb gibt es auch für Neubauten neue Regelungen, die eine Verbesserung bauseitig vorsehen. Widerstandsklasse 0 ist bei alten Wohnungen häufiger anzutreffen und kein angestrebtes Ziel beim Schutz vor Einbrechern, sei es eine Wohnung oder ein Haus.

Widerstandsklasse 1: auch kein großes Hindernis

Die Struktur der Widerstandsklassen bei Eingangstüren im Sinne des Einbruchschutzes wird mit der Widerstandsklasse 1 fortgesetzt. Diese Klasse nach EN V 1627 gilt für Immobilien in dicht bewohnten Gebieten wie Wohnblöcke und dennoch ist die Tür recht leicht zu öffnen.

Einfache Werkzeuge sind meist ausreichend, um eine Tür nach Widerstandsklasse 1 zu öffnen. Oftmals versuchen die Einbrecher gar nicht, Werkzeug zum Einsatz zu bringen, sondern werfen sich mit den Schultern gegen die Türe, bis sie nachgibt oder treten gegen die Tür, um den gleichen Effekt zu erzielen. Ist die Tür einmal offen, dann können sich die Täter unberechtigten Zutritt verschaffen und ihrem Werk nachgehen.

Der Unterschied zur Widerstandsklasse 0 ist insofern zu sehen, als es sich um eine Tür in einem Bereich handelt, bei dem man leicht erwischt werden kann - beispielsweise in einem Gebäude, in dem viele Mieterinnen und Mieter wohnen. Das lässt Profis aber mittlerweile kalt und es ist falsch zu glauben, dass diese nur in der Nacht unterwegs sind. Sie bevorzugen sogar den Raubzug am Tag, weil die Leute dann in Schule und Büro sitzen und sie ungestört arbeiten können.

Daher ist die Widerstandsklasse 1 bei einer Eingangstür auch keine wirkliche Sicherheitsgarantie, obwohl natürlich mit einem Sicherheitsschloss oder einem nachgerüsteten Zusatzschloss die Möglichkeit besteht, Verbesserungen beim Einbruchschutz herzustellen.

Widerstandsklasse 2: größere Herausforderung für Diebe

Die Widerstandsklasse 2 im Sinne der europäischen Norm EN V 1627 ist in zweierlei Hinsicht bedeutsam. Einerseits ist eine Eingangstüre, die dieser Norm entspricht, nicht mehr so leicht zu öffnen und man braucht schon mehr Aufwand, um sich Zutritt verschaffen zu können.

Zum anderen werden die Widerstandsklassen auch im Zusammenhang mit allgemeinen Risikofaktoren in Verbindung gebracht. So ist die Widerstandsklasse 1 gegeben, wenn sich die Wohnung in dicht besiedelten Gebiet befindet, obwohl die Eingangstür vom Aufwand her mit Klasse 0 vergleichbar ist. Klasse 2 steht für private Immobilien wie Wohnungen und Häuser mit durchschnittlichem Sicherheitsrisiko und auch gleichzeitig für Gewerbeimmobilien mit geringem Risiko.

Die Gewerbeimmobilien reichen in der Abstufung der Widerstandsklassen bis zur höchsten Stufe 6 und beginnen eigentlich erst mit Stufe 2. Ab dieser Widerstandsklasse ist die Sicherung von Lagerhäusern und ähnlichen Objekten ebenfalls ein Thema.

Bei einer Eingangstüre der Widerstandsklasse 2 reicht es nicht mehr aus, sich mit der Schulter dagegen zu werfen, es braucht schon Hebelwerkzeuge, starke Schraubenzieher (Schraubendreher) oder langarmige Zangen, die man einsetzen kann. Auch ein Holzstück zum Aushebeln der Türe wird gerne eingesetzt. Unauffällig kann man hierbei nicht mehr agieren und das ist auch das Konzept hinter der Sicherheitsüberlegung.

Widerstandsklasse 3: großer Aufwand nötig

Die Widerstandsklasse 3 ist bereits eine jener Klassen, bei denen Eingangstüren dieser Einstufung einen Herausforderung für die Einbrecher darstellen. Die meisten lassen es gut sein, wenn sie einem solchen Eingangsbereich begegnen.

Von den Räumlichkeiten her wird die Widerstandsklasse 3 im Sinne der europäischen Norm EN V 1627 auf private Immobilien bezogen, die ein höheres Sicherheitsrisiko darstellen und für kommerzielle Immobilien und auch öffentliche Gebäude, die ein durchschnittliches Sicherheitsrisiko darstellen. Dabei gibt es natürlich auch einen Widerspruch.

Denn bei einem Wohnhaus mit einer solchen Sicherheitstür kann die Versuchung darin bestehen, dass man gute Beute erwartet. Aber die meisten Einbrecher werden es sich dreimal überlegen, ob sie das Risiko überhaupt eingehen wollen, sich dieser Tür zu stellen. Entlegene Gebäude sind daher viel beliebter als eine Wohnung in der Stadt, bei der ohnehin das Risiko besteht, entdeckt zu werden. Wenn man dann noch lange herumhantieren muss, wird es unnötig gefährlich für die Einbrecher und das ist auch gut so.

Langarmige Zangen und Schraubenzieher (Schraubendreher) dienen als Werkzeuge zum Öffnen solcher Sicherheitstüren, aber der Aufwand ist viel größer als bei weniger gesicherten Eingangsbereichen, weshalb die Einbruchsgefahr auf jeden Fall durch die Installierung einer solchen Türe reduziert ist.

Die Einstufung des eigenen Risikos ist auch oft Thema bei Beratungen auf Messen oder im Gespräch, wenn man sich konkret eine solche Tür anschaffen möchte, um abzuschätzen, welche technischen Vorkehrungen tatsächlich vonnöten sind - das gilt für die private Wohnung ebenso wie für das Gewerbegebäude.

Widerstandsklasse 4: nur mit viel Einsatz zu öffnen

Für private Immobilien wie Wohnungen und Häuser gilt bei den Abstufungen der Widerstandsklassen als erste Klasse die Stufe 0 und als höchste Klasse die Stufe 4. Die noch weiter reichenden Stufen 5 und 6 sind den Gewerbeimmobilien vorbehalten.

Somit ist die Widerstandsklasse 4 im Sinne des Einbruchschutzes und der europäischen Norm EN V 1627 für Gebäude privater Natur mit sehr hohem Sicherheitsrisiko vorgesehen, auch für Gewerbeobjekte und öffentliche Gebäude mit höherem Sicherheitsrisiko wird diese Klasse empfohlen, was im Zusammenhang mit Eingangstüren bedeutet, dass die meisten Einbrecher damit schon abgeschreckt werden.

Eine private Wohnung, die ein höheres Sicherheitsrisiko darstellt könnte zum Beispiel eine sein, die im Besitz einer bekannten Persönlichkeit sich befindet und in der Einbrecher besondere Beute erwarten. Daher ist der höhere Schutz nachvollziehbar. Gleiches gilt natürlich auch für öffentliche Gebäude oder für Gewerbeobjekte, die vor Einbrechern geschützt werden müssen.

Ein Profi schafft es natürlich auch, diese Sicherheitstüren der Widerstandsklasse 4 zu knacken, aber ein Spaziergang ist dies nicht. Er muss sehr viel Kraft aufwenden, um sich Zugang verschaffen zu können und braucht dazu Hammer, Bohrmaschine und Hebelwerkzeuge. Das Risiko, entdeckt zu werden, ist sehr groß und daher ist der Einbruch in der Stadt auf diese Weise kaum denkbar, kommt aber manchmal vor.

Ein Haus am Land mit Entfernung zu anderen Gebäuden ist schon eher geeignet, doch selbst dann stellt die Eingangstür eine Herausforderung dar.

Widerstandsklasse 5: Elektrowerkzeug nötig

Für die privaten Immobilien wie Wohnungen und Häuser sind im Sinne des Einbruchschutzes und der europäischen Norm EN V 1627 die Widerstandsklassen 0 bis 4 vorgesehen. Die gewerblichen Klassen beginnen bei 2 und reichen bis 6. Die zweithöchste Klasse der Kategorien ist also die Widerstandsklasse 5.

Diese ist für Gewerbeimmobilien mit sehr hohem Sicherheitsrisiko vorgesehen, aber dafür braucht es auch Spezialeinrichtungen. Auf dem Markt gibt es bis dato kaum Sicherheitstüren, die der Klasse entsprechen, wenn es überhaupt ein Modell gibt. Wenn ein Gebäude - ein Bankinstitut zum Beispiel - derart geschützt werden sollte, wird eigens hiefür eine Sicherheitseinrichtung gewählt, konzipiert und umgesetzt.

Für private Wohnungen oder Häuser ist auch bei hohem Sicherheitsrisiko keine Entsprechung vorgesehen. Die Widerstandsklasse 4 als höchste Stufe reicht aus, um die Einbrecher abzuschrecken. Wer es doch versucht, geht ein sehr hohes Risiko ein, erwischt zu werden und hat dabei kein Problem, die Tür völlig zu zerstören. Selbst Bohrmaschinen kommen dann zum Einsatz.

Bei einem Eingangsbereich, der der Widerstandsklasse 5 entspricht, ist der Aufwand noch größer. Trennscheiben und andere elektrische Werkzeuge sind nötig, um sich Zutritt zu verschaffen. Das wird wohl nur dann auch eingesetzt, wenn man absolut sicher ist, reiche Beute ernten zu können und von kleinen Einbrechern ist das nicht denkbar. Die organisierte Kriminalität in Bandenform wäre dazu in der Lage.

Widerstandsklasse 6: die höchste Stufe

Die höchste Stufe bei den Widerstandsklassen im Sinne der europäischen Norm EN V 1627 und des Einbruchschutzes ist die Widerstandsklasse 6. Sie ist für gewerbliche Gebäude vorbehalten, die ein extrem hohes Risiko darstellen.

Beispiele für Gebäude oder Gebäudeteile können die Räumlichkeiten der Staatsbanken sein, Tresorräume in Unternehmensgebäuden, die besonders geschützt werden müssen oder auch ähnliche Räumlichkeit von großen Unternehmen oder auch internationalen Konzernen. Dabei muss es nicht um die Lagerung von Geld wie Münzen und Scheine gehen, auch die Lagerung wesentlicher Konzepte und Papiere sind ein Thema.

Sicherheitstüren für die Widerstandsklasse 6 gibt es auf dem Markt nicht. Wenn ein Tresorraum gesichert werden soll, dann wird eigens eine Konstruktion entworfen, bestellt und umgesetzt, sodass der Raum oder das Gebäude auch wirklich gesichert ist. Natürlich schließt der beste Schutz nicht aus, dass es nicht doch jemand probiert, sich Zutritt zu verschaffen.

Denn ein so gut gesicherter Raum hat natürlich eine sehr hohe Beute anzubieten und das weckt den Ehrgeiz. Normale Einbrecher sind hier nicht am Werk, denn sie verfügen gar nicht über die Mittel und das Risiko, erwischt zu werden, ist sehr hoch. Gut organisierte Banden, oft auch international agierend, sind eher bereit, das Risiko auf sich zu nehmen, um einen Tresorraum oder ein ähnliches Gebäude oder ähnliche Räumlichkeiten zu knacken, um an die Beute zu gelangen.

Dabei werden keine Kompromisse gemacht, denn Zutritt erreicht man nur mit absoluter Konsequenz, was die totale Zerstörung der Sicherheitskonzeption zur Folge hat. Es wird mit schwerem Gerät gearbeitet, um erfolgreich sein zu können und man braucht auch ausreichend Zeit, um sich Zutritt verschaffen zu können.

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Widerstandsklassen

Einbruchschutz: die Widerstandsklassen beim Einbruchschutz von der Klasse 0 mit leicht zu öffnenden Türen bis zur Klasse 6 für Tresorräume.

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