Was wäre der Wetterbericht ohne der Angabe der Lufttemperatur? Ziemlich wertlos, würden viele Menschen sagen und sie hätten durchaus damit recht, denn die Temperatur, die in der Wetterprognose angeführt wird, hilft bei der Entscheidung, welche Kleidung gewählt werden sollte - vor allem in der Übergangszeit wie im Frühling oder im Herbst. Der Wert ist aber nicht das einzige Kriterium zum Thema.
Tatsächlich ist die Temperatur das Maß für die Wärmeenergie, die in einem Stoff enthalten ist. Dieses Prinzip macht man sich zunutze, um die Temperatur in der Luft zu messen und so zu Vergleichswerte zu kommen, ob es eine normale Lufttemperatur gibt oder ob sie für den Beobachtungszeitraum zu kühl oder zu warm ist. Hilfsmittel zum Messen ist das Thermometer.

Ein Thermometer ist ein allgemein bekanntes Gerät zum Messen von Temperatur. Die Anwendungen reichen bis zum Messen von Fieber eines erkrankten Menschen und führt zum Begriff des Fieberthermometers, doch in der Wetterkunde sind andere Ziele definiert, weshalb das Thermometer eingesetzt wird. Im Mittelpunkt steht dabei die Lufttemperatur, wobei es unterschiedliche Mittel gibt, diese zu messen.
Mit dem Thermometer werden die Lufttemperatur und die Wassertemperatur gemessen, um Wetterwerte in statistischer Form anbieten zu können. Theoretisch unterscheiden sich die Thermometer der Wetterstationen nicht wesentlich von jenen, die in privaten Haushalten verwendet werden. In letzteren haben sich längst auch technische Geräte mit Funk für Haus und Garten durchgesetzt.
Doch das Problem dieser Thermometer besteht darin, dass die Messgenauigkeit zu wünschen übrig lässt. Die Thermometer und ihre Sensoren sind an Orten installiert, die von den Sonnenstrahlen erreicht werden können und daher viel zu hohe Werte anzeigen oder die von anderen Außeneinflüssen manipuliert werden können.
Das Thermometer in welcher Form auch immer muss in der wissenschaftlich genauen Methodik absolut verlässlich sein, weil nicht nur die Wetterberichte mit diesen Daten arbeiten und ansonsten falsche Werte im Fernsehen, Radio oder auch via Internetseiten melden würden, es gäbe auch Unsicherheiten in jeder Form von Wetterstatistik.
Gemessen wird die Lufttemperatur im professionellen Bereich der Meteorologie nicht an einer Hausmauer oder erst recht nicht direkt in der Sonne, sondern in sogenannten Wetterhütten. Es handelt sich dabei um einem Verschlag, der das Thermometer vor der Sonneneinstrahlung schützt und das Thermometer ist in einer Höhe von zwei Metern über dem Erdboden angebracht. Damit gelingen die genauesten Messungen, ohne dass ein Einfluss von Boden, Wänden oder anderen Kriterien erfolgen kann.
Das ist insofern wichtig, als diese Messungen auch in die offiziellen Statistiken eingehen wie etwa Rekordwerte, Durchschnittstemperaturen und bilden auch die Grundlage für jede Form von Wetterstatistik. Wäre die Messung zu ungenau, könnte man die gesamten Auswertungen gleich wieder vergessen.
Für die Messung der Lufttemperatur werden drei Systeme angewandt. An sich kennt man in der Meteorologie zwei Systeme, nämlich die Messung der Temperatur in Celsius (C) oder in Kelvin (K). Dazu gibt es ein drittes Messsystem, das in den USA und in Großbritannien angewandt wird, und zwar Fahrenheit (F). Die Messungen der drei Systeme haben durchaus völlig unterschiedliche Basen. Beispielsweise liegt die Temperatur des schmelzenden Eises bei 0° Celsius. Nimmt man Kelvin als Kriterium, dann ergibt dies 273,15 K und bei der Messung mit Fahrenheit 32° F.
Die zweite fixe Größe liegt bei kochenden Wasser vor. Als Voraussetzung für eine objektive Messung geht man von einem Luftdruck von 1013,25 hPa aus. Dabei liegt eine Lufttemperatur exakt 100° Celsius vor. Das entspricht 373,15 Kelvin oder 212° Fahrenheit.
Die Werte können daher deutlich voneinander abweichen und je nach Lebensraum oder auch Urlaubsland kann man sehr ungewöhnliche Temperaturangaben erleben, die man von zu Hause her nicht gewöhnt ist. Allerdings ist diesen Angaben gleich, dass die Spielregeln für die offizielle Messung ident ist und weltweit durch die Wetterstationen erfolgt. Wenn man zu Hause eine Wetterstation nutzt, weiß man wohl, wie viele Grad es im Raum hat, bei Funkstationen häufig auch, wie warm es draußen ist, aber das sind keine offiziellen Daten und können daher etwa nicht für Rekordtemperaturen anerkannt werden.
Wenn im Wetterbericht neue Rekordwerte gemeldet werden, dann werden diese von den zuständigen Wetterdiensten veröffentlicht und zwar auf Basis der Rahmenbedingungen, die für die wissenschaftlich korrekte Messung vorgeschrieben sind.
Die Messung der Lufttemperatur erfolgt durch die professionellen Messstationen in sogenannten Thermometerhütten. Diese verhindern, dass die Sonnenstrahlen die Temperaturangabe verfälschen, wie es oft bei Thermometer an der Hauswand oder im privaten Haushalt passiert. Eine solche ist eine Einrichtung, die sich zwischen 1,25 und 2 Meter über dem Boden befindet und nur einen Zugang Richtung Norden hat. Bäume und andere schattenspendenden Objekte sind in weiter Ferne, sodass die Temperatur so gemessen wird, wie sie sich aktuell darstellt. Auch andere wärmespendenden Geräte oder Anlagen sind nur in Distanz erlaubt.
Die Bedeutung der Hütten ist durchaus beachtlich. Im Jahr 2013 gab es in Österreich nicht nur das nächste schlimme Hochwasser Ende Mai und Anfang Juni, sondern danach eine ungewöhnliche Trockenheit und hohe Temperaturen mit erstmals mehr als 40 Grad Celsius im Schatten. Die Messhütten spielten dabei eine Hauptrolle, denn es gab in Neusiedl am See eine Messung von über 40 Grad und damit einen neuen Wetterrekord für Österreich, der nicht angenommen werden konnte. Denn unweit der Messstelle, wie sich bei der Überprüfung herausstellte, gab es eine Baustelle und ein Lkw lief den ganzen Tag und erzeugte natürlich viel Hitze - das beeinflusste die Messung erheblich, obwohl es in Neusiedl am See an diesem Tag sicher nicht kalt war. Aber gültig war der Messwert für die Wetterstatistik definitiv nicht.
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Artikel-Thema:
Temperatur oder Lufttemperatur
Beschreibung: Die ☀ Temperatur oder Lufttemperatur ist eine wichtige Information beim Wetter, wobei ihre Messung ✅ wissenschaftlich genau nach Regeln abläuft.