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Wetterlexikon Kenntage und ihre Funktion

Grundlagen für die Wetterstatistik

Das Wetter bringt regelmäßig besondere Ereignisse, die auch mit den sogenannten Kenntagen dokumentiert werden können. Ein Sommertag ist zum Beispiel ein Tag, an dem es zumindest 25 Grad Celsius an Temperatur gegeben hat, ein heißer Tag braucht schon 30 Grad. Auf den ersten Blick ist es Spielerei, doch in Wirklichkeit lassen sich mit diesen Kenntagen auf einfache Art und Weise Trends ablesen wie das Zunehmen der Sommertage und heißen Tage und das Abnehmen der Eistage - auch ein Indiz für die Klimaerwärmung.

Und die Entwicklung zeigt auch, dass neue Begriffe vor allem auf der warmen Seite entstehen wie der Wüstentag als einer, dessen Definition mit 35 Grad im Schatten gegeben ist.

Welche Kenntage gibt es überhaupt?

Die Kenntage können nach bestimmten Kriterien zusammengestellt werden und betreffen unterschiedliche Themen, die allesamt mit dem Wetter in Zusammenhang stehen. Das reicht von den warmen bis zu den kalten Tagen, von Tagen mit Niederschlag bis zu Tagen, an denen geheizt werden muss. Je nach Interesse und Jahreszeit gibt es also unterschiedliche solcher Tage, zum Teil als Vergleich in der Wetterstatistik, zum Teil als Richtschnur für die Energiewirtschaft (z. B. der Heiztag und der Bedarf an Heizöl) und zum Teil auch, um Entwicklungen leichter nachempfinden zu können - zum Beispiel, ob heiße Tage mehr werden oder nicht. Die letzten Jahren haben klar gezeigt, dass die eiskalten Tage im Winter zurückgehen, die Winter milder werden, während die heißen Tage immer mehr auftreten ergo die Sommer heißer werden als in den Jahrzehnten davor. Mit einfachen Kenntagen lassen sich solche Entwicklungen leichter ablesen.

Kenntage und Niederschlag

Ein Thema ist der Niederschlag, der vom Himmel fällt. Dabei gibt es den Niederschlagstag, der dann zutrifft, wenn zumindest 0,1 mm pro Quadratmeter an Niederschlag binnen 24 Stunden erfolgt ist. Genau die gleiche Voraussetzung gilt aber auch für den Regentag, also gibt es bereits zwei Definitionen für das gleiche Wetterereignis. Im Winter ist der Schneetag dann auch ein Thema. Der Schneetag ist dann gegeben, wenn es Niederschlag gibt, der aber ausschließlich in Form von Schnee vom Himmel fällt. Gibt es auch Schneeregen oder reinen Regen, ist der Schneetag kein Thema mehr.

Zusätzlich gibt es den Hageltag als Begriff für den Vergleich der Hagelintensität. Er ist gegeben, wenn es binnen 24 Stunden zumindest einmal Hagel als Niederschlag gab. Die Größe der Hagelkörner ist dabei nicht definiert, es müssen aber Hagelkörner sein und kein Nieselregel oder Graupelregen.

Kenntage und Temperatur

Das ganz große Thema ist gerade in den letzten Jahren bei den Kenntagen durch die Temperatur gegeben. Die Begriffe gab es schon immer, aber die Bedeutung stieg durch die Diskussionen rund um den Klimawandel und auch medial werden die Kenntage viel öfter beachtet. Zudem gibt es sichtbare Veränderungen im Verhältnis von Winter-Kenntage und Sommer-Kenntage, also die Veränderung bei der Temperatur im Vergleich der Jahre.

Im Winter gibt es die Eistage und Frosttage. Ein Eistag ist dann gegeben, wenn die Höchsttemperatur unter Null Grad Celsius bleibt. Ob es dann minus 20 oder minus 1 Grad hat, spielt keine Rolle - die Null Grad werden nicht erreicht. Ein Frosttag hat als Voraussetzung, dass zumindest kurzfristig die Temperatur unter Null Grad fällt. Das heißt, dass ein Tag mit plus fünf Grad, aber fünf Minuten mit minus einem Grad (zum Beispiel am Morgen) als Frosttag gilt. Sowohl bei den Eistagen als auch bei den Frosttagen ist die Summe pro Jahr meistens absteigend, während die Tage für die warme Jahreszeit zunimmt.

Was zur warmen Jahreszeit führt. Ein Sommertag ist dann gegeben, wenn die Temperatur 25 Grad Celsius im Schatten erreicht. Das lässt sich mit dem Hitzetag oder heißen Tag steigern. Beide Definitionen sind sehr bekannt und werden in den Medien auch gerne verwendet und gelten, wenn die Temperatur 30 Grad Celsius übertrifft.

Da die Sommer in den letzten Jahren auch in Mitteleuropa deutlich wärmer wurden, wurde eine weitere Definition eingeführt, nämlich der Kenntag Wüstentag. Dieser trifft zu, wenn die Höchsttemperatur die 35 Grad Celsius übertrifft. Außerdem gibt es für die warmen Nächte die Tropennacht. Diese gilt, wenn die Temperatur in der Nacht nicht unter 20 Grad fällt - was vor allem ein Thema für die Großstädte geworden ist.

Der Vergleich in der Entwicklung der Eis- und Frosttage einerseits und der Sommer-, Hitze- und Wüstentage andererseits zeigt recht deutlich, dass die Winter wärmer werden und die Sommer heißer, als in früheren Jahrzehnten.

Kenntage und Energie

Außerdem gibt es noch Kenntage, die vor allem aus energiewirtschaftlichen Gründen interessant sind. Diese überschneiden sich aber auch zum Teil.

Der Heiztag ist ein solcher Tag, an dem die Temperatur unter 15 Grad Celsius bleibt, weshalb man üblicherweise die Heizung nutzen muss, um die Räume angenehme zu temperieren. Dazu gibt es auch den Gradtag, der dann gegeben ist, wenn die durchschnittliche Temperatur unter 20 Grad liegt, was als angenehme Zimmertemperatur angesehen wird. Also ein Tag mit 15 Grad ist auch ein Gradtag. Aus den Gradtagen wird als Summe die Jahresgradtage, die also zusammengezählt anzeigen, wie viele Tage kühler waren als die 20 Grad. Das lässt sich für die Energiewirtschaft gut vergleichen, um auch eine Entwicklung ablesen zu können. Hier ist nicht nur der Winter gefragt, sondern auch die mitunter kühle Übergangszeit im Frühjahr und Herbst.

Wetterlexikon: Kenntage

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Wetterlexikon Kenntage beim WetterArtikel-Thema:
Wetterlexikon Kenntage und ihre Funktion
letztes Datum:
27. 01. 2020

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