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Verbrauchsmessung WLTP

Neues Verfahren zur Messung des Treibstoffverbrauchs

Kaum eine Aktion im Bereich des Autofahrens hat so eine breite Diskussion ausgelöst wie das Aufdecken des Dieselskandals von Volkswagen (VW), wonach bei den Verbrauchswerten manipuliert worden sei. In der Zwischenzeit weiß man, dass es nicht eine Annahme war, sondern Gewissheit und nicht nur bei VW. Selbst bei japanischen Herstellern gab es solche Vorwürfe und die Unsicherheit ist groß, weil sie auch nachhaltige Folgewirkungen für jeden Nutzer eines Fahrzeugs hat.

Worum geht es eigentlich beim Skandal? Es ist aufwendig, den Verbrauch durch bestimmte System gering zu halten und zwar gerade beim Diesel, das die Umwelt belastet. Damit sind hohe Kosten verbunden und VW wollte sich diese ersparen und hat getrickst, wobei dies schon eine Zeit so umgesetzt wurde, es ist eher zufällig bei einer Routineuntersuchung der Abgaswerte aufgeflogen und nicht nur bei VW. Das stellt natürlich die Frage, wie der Verbrauch gemessen wird und was das für jeden einzelnen Nutzer bedeutet. Bis September 2017 gab es in Europa das NEFZ, das ab September 2017 durch WLTP ersetzt wurde, um den Treibstoffverbrauch zu messen.

WLTP ersetzt NEFZ - oder: wie wird der Verbrauch gemessen?

NEFZ steht für "Neuer Europäischer Fahrzyklus" und ist ein Verfahren, bei dem eine bestimmte Strecke mit maximal 120 km/h abgefahren wird. Dabei wird gemessen, wie hoch der Treibstoffverbrauch ist und ebenso wichtig ist zu ermitteln, wie hoch die Emissionen, also die Schadstoffe sind ergo wie belastet ist die Umwelt durch das getestete Fahrzeug.

WLTP steht für "Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure" und ist im Grunde und viel einfacher ausgedrückt ein neueres Verfahren, das sich vor allem durch zwei Faktoren unterscheidet. Zum einen wird um zehn Minuten länger gefahren als beim NEFZ, zum anderen wird bis 131 km/h beschleunigt, also auch eine andere Fahrgeschwindigkeit als Obergrenze bestimmt. Die Teststrecke wurde mit 23,25 Kilometer Länge festgelegt und somit hat man eine längere Fahrt und ein wenig andere Parameter bei der Geschwindigkeit, um den realistischen Wert zu ermitteln.

Das neue Verfahren berücksichtigt auch die Bestückung des Fahrzeugs, das heißt, dass auch verschiedene Sonderausstattungen in die Berechnung und Ermittlung einfließt. Das Gewicht des Fahrzeugs, der Stromverbrauch, auch die Werte der Aerodynamik kommen damit zum Zug.

Soweit, sogut - und was bedeutet das?

Auf den ersten Blick scheint es nicht wesentlich, ob man das bisherige europäische Verfahren oder das neue nutzt, aber wenn man weiterdenkt, wird offenbar, dass der Unterschied enorm ist. Es ist nicht nur so, dass andere Verbrauchswerte entstehen, diese haben auch bekanntermaßen Konsequenzen. Denn wenn der Verbrauch steigt, wenn die Emissionen höher sind, dann steigt man auch als Besitzerin oder Besitzer eines PKW von der Steuerbelastung her, da sich die Normverbrauchsabgabe (NOVA) erhöht. Diese ist abgeleitet von Verbrauch und Emissionsabgabe und das heißt, dass man für das gleiche Auto auf einmal mehr Steuern zahlen wird müssen.

In Österreich gilt die Regelung, dass die Werte des neuen Verfahrens nicht vor 2019 gelten, aber mittelfristig wird man sich darauf einstellen müssen, dass es teurer werden kann, ein solches Auto zu besitzen, obwohl am Auto selbst nichts geändert wurde. Andererseits werden die Verbrauchsangaben ehrlicher, wobei das Misstrauen wohl nicht so leicht abgebaut werden kann, das die Autohersteller geschaffen haben.

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