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Gesellschaftsschichten

Gesellschaft in Schichten untergliedert

Wenn über bestimmte politische Maßnahmen gesprochen wird, sind häufig die Schichten der Gesellschaft als Begriff ein Thema. Die Mittelschicht muss in der Wirtschaft gefördert werden, die Oberschicht will keine Steuern zahlen, die Unterschicht gerät immer öfter in die Armutsfalle - solche und ähnliche Schlagzeilen gibt es häufig. Die Begriffe werden gerne und oft verwendet, aber wie definiert sich eine Gesellschaftsschicht eigentlich?

Gesellschaftsschichten: von der Oberschicht bis zur Unterschicht

Man spricht von der Schichtung der Gesellschaft oder auch der Aufteilung der Gesellschaft in verschiedene Schichten, wobei das Kriterium gleichartige Merkmale sind. Als strukturelle Merkmale werden zum Beispiel das Bildungsniveau, das Einkommen, das Vermögen oder auch der Beruf herangezogen. Man kann auch andere Kriterien verwenden wie etwa den Lebensstil und den sozialen Status. Mitglieder einer bestimmten Schicht haben damit auch ähnliche Parameter aufzuweisen. Es werden also reiche Leute mit armen Leuten nicht der gleichen Schicht angehören.

Drei Definitionen haben sich dabei herausgebildet, die auch immer wieder Thema in politischen Diskussionen sind: die Oberschicht, die Mittelschicht, die Unterschicht oder Arbeiterschicht.

Oberschicht
Dabei handelt es sich um gut gebildete Menschen mit hohem Einkommen, die sich jederzeit ein eigenes Haus leisten können, einen sehr gut bezahlten Beruf vorweisen können und die sich bei Problemen schnell selbst helfen können, weil sie die nötige Reserve haben, um darauf zurückzugreifen. Häufig wird die Oberschicht auch mit der Elite gleichgesetzt, weil man in einer Position ist, in der man Entscheidungen im wirtschaftlichen und auch politischen Alltag beeinflussen kann und dies zum Teil auch bewusst durchführt, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Mittelschicht
Die Gesellschaftsschicht besteht aus Menschen, die einem gut bezahlten Beruf nachgehen oder ein kleines oder mittleres Unternehmen führen und einen guten Bildungsstandard aufweisen. Man kann sich nicht alles leisten, hat aber auch keine sozialen Nöte, doch steht man oft zwischen dem Konflikt von Arm und Reich und in manchen Gesellschaften wie etwa in den USA ist die Mittelschicht immer dünner geworden und viele sind in die Unterschicht abgerutscht, weil sie trotz fleißigem Arbeitens immer weniger Geld zur Verfügung haben.

Unterschicht
Dieser Begriff ist sehr umstritten und war lange als Arbeiterschicht bezeichnet worden, doch die Arbeiter werden in der Dienstleistungsgesellschaft immer weniger und es gibt viel mehr angestellte Menschen. In dieser untersten Schicht des durchaus umstrittenen Schichtungssystems findet man Menschen, die kaum Geld haben, von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder durch andere Vorkommnisse abgerutscht sind. Man kann auch von der breiten Masse sprechen, von vielen Leuten, die mit ihrem Einkommen kaum durchkommen können oder von Sozialhilfe abhängig sind.

Unterschied Arm und Reich

Sehr gerne wird vom Tellerwäscher in den USA berichtet, der es in das Top-Management geschafft hat, aber diese Geschichten sind heute viel schwerer zu schaffen als noch vor 30 oder 40 Jahren. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Schichten ist viel größer geworden, man braucht schon Glück oder bestimmte Voraussetzungen, um aus armen Verhältnissen es ganz nach oben zu schaffen. Da die Oberschicht auch die politischen Entscheidungsträger zu sehr großen Anteilen stellt, ist das Interesse auch groß, nicht gegen die eigenen Wünsche zu agieren.

Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass die Schere von Arm und Reich immer weiter aufgeht. In Österreich gibt es zum Beispiel Kaufmöglichkeiten für sozial Bedürftige, in deren Läden wirklich nur jene Menschen einkaufen dürfen - und die Läden sind voll mit Leuten, was zeigt, dass viele soziale Probleme haben und mit dem Geld kaum auskommen können.

Das System der Gesellschaftsschichten ist ein umstrittenes, weil es auch Überschneidungen gibt. Manche haben ein Unternehmen und kaum Geld, andere verdienen als Angestellte sehr viel und manche schaffen es auch wirklich von unten bis nach ganz oben. Für die Medien sind die Schichtbegriffe aber hilfreiche Vereinfachungen, welche Personengruppe gemeint und angesprochen ist.

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