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Lee und das Bergwetter

Dem Wind abgekehrte Seite

Der Wind ist die Luftbewegung von A nach B als Ausgleich zwischen verschiedenen Drucksystemen mit Tiefdruckgebiet und Hochdruckgebiet und damit gibt es zwei Situationen, die durch den Wind erzeugt werden und die die Konsequenzen der Luftströmung darstellen. Denn es gibt bei einem Objekt eine dem Wind zugeneigte Seite und eine dem Wind abgeneigte Seite.

Windrichtung: Lee und Luv

Lee beschreibt dabei die dem Wind abgeneigte Seite, während Luv das Gegenteil ist, nämlich die dem Wind zugewandte Seite. Beide Begriffe, Lee und Luv, stammen aus der niederländischen Seefahrt und sind für Steuerbefehle sehr wichtig, um das Schiff richtig zu manövrieren. In der modernen Meteorologie hat man diese beiden Begriffe ebenfalls übernommen, weil sie auch abseits der Schiffe ihre Berechtigung haben.

Lee und Luv im Alpenraum

Wetterlexikon Lee WindrichtungWenn man sich beispielsweise einen Wind vorstellt, der von Deutschland im Norden nach Italien im Süden bläst, so muss die Luftströmung über die hohen Berge der Alpen ziehen. Nicht zufälligerweise gelten die Alpen auch als Wetterscheide und beim Wind ist das besonders der Fall. Die Nordseite der Alpen steht für Luv, für jene Seite, die dem von Norden kommenden Wind zugewandt ist. Hier kann es jederzeit zur Wolkenbildung und zu Niederschlag kommen.

Das Gegenteil ist auf den Südhängen der gleichen Berge zu beobachten. Hier findet man die vom Wind abgekehrte Seite, also Lee. Während es im Norden durchaus regnen kann, bleibt der Süden trocken und es kann zu Fallwinden kommen, die sich zum Föhn entwickeln können. Daher kann es gleichzeitig passieren, dass es in Salzburg bitterkalt wird und es regnet oder in der kalten Jahreszeit schneit es sogar, während man im Süden mit dem kurzen Shirt die Sonne genießen kann. Vielleicht ist es auch wolkig und nicht ganz so warm, aber den Regen bekommt man kaum mit.

Denn die Wolken bleiben an den Bergen hängen und im Jänner 2019 gab es ein sehr markantes Beispiel, wie sehr die Alpen als Wetterscheide dienen und wie groß der Unterschied zwischen Lee und Luv sein kann.

Lee und Luv und das Bergwetter

Beide Begriffe sind daher für die Prognose des Bergwetters von großer Bedeutung, weil sich auf der Luv-Seite schnell Gewitter bilden können, was zu einer großen Gefahr bei Wanderungen führen könnte. Entsprechende Wetterwarnungen sind dann zu berücksichtigen. Aber es gibt auch spezielle Situationen, die die Bedeutung der Alpen, des Windes und der Wetterrichtung zeigen. Das Jahr 2013 brachte Österreich wieder ein außergewöhnliches Hochwasser, teilweise sogar mit höheren Pegelstände als beim Jahrhunderthochwasser des Jahres 2002. Von Bayern kommend ließ sich der Regen tagelang nördlich der Alpen nieder, während es im Süden kaum bis gar nicht geregnet hatte, da die kalte und vor allem sehr feuchte Luft nicht über die Alpen ziehen konnte.

Ein anderes Beispiel war schon der erwähnte Jänner 2019. Vom Atlantik kam feuchte Luft in nordwestlicher Richtung zu den Alpen und sorgte für intensiven Schneefall von Vorarlberg bis nach Niederösterreich. Immer wieder brachte starker Wind feuchte Luft heran und die kam nicht über die Alpen. In manchen Orten und auf manchem Skigebiet gab es binnen einer Woche so viel Schnee wie normalerweise in einem starken Winter. Luv war also ein intensiver Winter. Südlich des Alpenhauptkamms hatte Lee weniger Stress, denn in Kärnten gab es tagelang intensiven Sonnenschein und Temperaturen um die 8 Grad, punktuell sogar 10 Grad und man hätte gerne ein wenig vom Schneefall abbekommen. Ohne künstlicher Beschneiung wäre das Skifahren und Boarden gar nicht möglich gewesen.

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