Der Handel ist ein zentrales Werkzeug, damit wir die Lebensmittel für den Alltag kaufen können, aber auch ein Bett, einen neuen Computer oder alle anderen Waren. Dafür gibt es zahllose Anbieter und aus der Summe der betroffenen Menschen und Unternehmen ergaben sich natürlich viele typische Handelsbegriffe, die die aktuelle Situation gut umschreiben können und auch beim Verstehen der Prozesse hilfreich sind.
Eine wesentliche Information kann ein einzelner Handelsbegriff schon verraten, denn beim Käufermarkt hat der Käufer die stärkere Situation, zum Beispiel dann, wenn es wenige Käufer gibt und diese sich die Anbieter aussuchen können. Umgekehrt ist es im Verkäufermarkt, wenn der Verkäufer die Bedingungen diktieren kann, wobei aber in beiden Situationen Rücksicht genommen werden muss. Andernfalls verliert man das Geschäft womöglich bzw. wird man seine Waren nicht bekommen.
Es gibt aber noch andere Parameter, die mit einem Wort umschrieben werden können. Das Saisongeschäft ist oft im Handel das Weihnachtsgeschäft, weil dann die meisten Geschenke eingekauft werden. Es kann aber auch für Handelsbetriebe gelten, die mit den Touristinnen und Touristen das beste Geschäft des Jahres machen.
Auch wenn man selbst kein Geschäft betreibt, kennt man einige der Handelsbegriffe sogar sehr gut. Umsatzzahlen werden immer wieder genannt, vor allem in den Wirtschaftsnachrichten in Bezug auf Aktiengesellschaften. Der Absatz ist ebenfalls häufig Thema. Der Umsatz zeigt, wie viel Geld eingenommen wurde, der Absatz, wie viel Stück wirklich verkauft werden konnten. Es sind nur zwei Werte, aber sie sind von großer Bedeutung, weil man damit auch vergleichen kann. Diese Zahlen spielen für den Kunden im Supermarkt keine Rolle, für den Supermarkt selbst sind sie von größter Bedeutung.
Die meisten, hier vorgestellten Handelsbegriffe betreffen die Handelsunternehmen viel mehr als die Kundschaft. Der Großhandelspreis ist kein Thema für den Einkauf im Supermarkt, sehr wohl aber für die Kalkulation der Handelsbetriebe. Was wiederum natürlich auch die Kundinnen und Kunden selbst betrifft, die den Endpreis dann auch akzeptieren müssen, wollen sie bestimmte Waren kaufen.
Absatz
Mit dem Absatz wird ermittelt, wie viele Stück einer Ware verkauft wurden. Wie viel ein einzelnes Produkt kostet, spielt dabei keine Rolle. Hat man 30 Computer verkauft, dann hat man einen Absatz von 30 Stück erreicht.
Direktverkauf
Mit dem Begriff Direktverkauf wird das Bestreben der Produzenten umschrieben, die in eigenen Namen die Produkte verkaufen. Das ist bei einem Industriebetrieb genauso denkbar wie bei einer Bauernfamilie, die am Bauernmarkt Obst und Gemüse aus eigenem Anbau an die Kundinnen und Kunden verkauft. Es muss also nicht unbedingt ein Verkaufsgeschäft vorliegen und auch über das Internet sind neue Möglichkeiten des Direktverkaufs entstanden.
Dropshipping
Normalerweise bestellt der Händler beim Großhandel oder manchmal auch direkt beim Hersteller und lagert die Waren bei sich ein. Auf diese Weise kann der Kunde sofort die Ware im Geschäft beziehen. Beim Dropshipping agiert aber kein Händler mit Geschäftslokal, sondern man agiert online im Internet und hat kein Lager. Will ein Kunde eine Ware haben, dann organisiert man diese über den Großhändler seines Vertrauens, was enorme Kosten sparen hilft, weil man sich die Lagerverwaltung schenken kann.
Für den Großhändler gibt es damit zusätzliche Aufträge, ohne sich um neue Kunden kümmern zu müssen, für den Händler gibt es die Lagerersparnis. Aus Sicht des Kunden ändert sich nichts, weil der Großhändler mit den Papieren des Händlers ausliefert. Jedoch muss jeder seine Aufgabe erfüllen, weil wenn der Großhändler nicht liefert, bekommt der Händler ein Problem.
Großhandel
Der Großhandel ist die Brücke zwischen dem Hersteller und dem Einzelhandel. Ein Großhändler kauft Produkte zum Großhandelspreis beim Produzenten ein und verkauft mit Aufschlag diese Produkte an den Einzelhandel, vom Supermarkt über den kleinen Händler bis zu den Filialketten welcher Branche auch immer.
Das bedeutet, dass man als privater Kunde beim Großhandel nicht einkaufen kann, der Händler selbst kann sich hingegen beim Großhandel mit den nötigen Waren versorgen.
Käufermarkt
Der Käufermarkt ist eine Handelssituation, in der der Käufer in der stärkeren Position ist, dies aber nicht unbedingt wissen muss. Wenn es 30 Anbieter gibt, die ein Wohnhaus verkaufen wollen und nur Herr Maier will das Haus haben, dann kann der Herr Maier alle Anbieter gegenseitig herunterdrücken. Aber er muss das auch wissen und entsprechend handeln.
Rationaler Kauf
Ein rationaler Kauf ist gegeben, wenn man ein Brot und eine Packung Milch kaufen möchte, in das Geschäft geht und genau das erwirbt. Man hat sich das überlegt und zieht es entsprechend durch. Es handelt sich also um eine bewusste Kaufentscheidung.
Saisongeschäft
Nicht in jedem Monat wird die gleiche Menge an Waren verkauft. Es gibt saisonale Unterschiede, die mit dem Begriff des Saisongeschäfts umschrieben werden. Der Klassiker ist das Weihnachtsgeschäft, ganz besonders im November und Dezember, aber manche haben schon ab September einen höheren Umsatz. Wer mit dem Marktstand auf Volksfeste seinen Umsatz generiert, hat vor allem die warmen Monate von April bis September, vielleicht noch Anfang Oktober als Saisongeschäft.
Spontaner Kauf
Im Gegensatz zum rationalen Kauf entscheidet man beim spontanen Kauf im aktuellen Moment, ob und was man erwerben möchte. Das kann seinen Grund in der Auslage eines Geschäfts haben, aber auch online im Shop passieren, wenn man gerade ein Angebot gesehen hat.
Testmarkt
Große Handelsunternehmen reduzieren ihr Risiko bei neuen Produkten und/oder Dienstleistungen, indem sie diese zuerst austesten. Dafür steht ein Testmarkt zur Verfügung, der unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Bekannt ist ALDI Süd mit der österreichischen Supermarktkette Hofer. Die Hofer-Filialen bieten ein neues Produkt oder neue Leistungen an und aus Deutschland aus kann man beobachten, ob das angenommen wird. Wenn ja, wird übernommen, wenn nein, war es ein netter Versuch und man kann überlegen, warum das nicht geklappt hat.
Eine andere Form von Testmarkt ist gegeben, wenn man 100 Filialen hat und in fünf der 100 wird etwas Neues ausprobiert, während die anderen Filialen dafür nicht herangezogen werden.
Umsatz
Mit dem Umsatz kann man erfahren, wie viel Geld man eingenommen hat. Beim Begriff Absatz haben wir erarbeitet, dass 30 verkaufte Computer 30 Stück Absatz bedeutet. Der Umsatz errechnet sich aus Stück mal Preis, also wäre der Umsatz bei 1.000 Euro pro Stück mit 30.000 Euro gegeben.
Allerdings ist der Umsatz nicht der Gewinn. Von diesen 30.000 Euro müssen die Kosten noch abgezogen werden!
Verkäufermarkt
Ein Verkäufermarkt liegt vor, wenn es viele Nachfrager gibt, aber wenige Anbieter. Wenn man an das Tanken oder die Internetverbindung denkt, dann gibt es nicht viele Anbieter, aber Millionen, die von den Produkten und/oder Leistungen abhängig sind. Das stärkt die Position des Verkäufers und gibt ihm mehr Spielraum bei der Preisgestaltung.
Der Handel betrifft zahllose Unternehmen und Kundinnen sowie Kunden täglich. Es ist daher fast logisch, dass sich zentrale Begriffe herausgebildet haben, die von Aktionen im Supermarkt bis zu den Umsatzzahlen reichen können. Ein großes Thema ist das Sortiment und das eigentliche Angebot, auch die Bedingungen bei Lieferung und Zahlung spielen eine große Rolle.
Zudem gibt es mittlerweile zahlreiche Optionen, wie man zu seinen Waren kommt. Vom Supermarkt bis zum Online-Shop stehen verschiedenste Lösungen zur Verfügung.
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Artikel-Thema:
Typische Handelsbegriffe
Beschreibung: Der 🛒 Handel hat eine ganze Reihe wichtiger Begriffe hervorgebracht, die vom ✅ Käufermarkt und Verkäufermarkt bis zum Testmarkt oder dem Absatz führen.