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Wärmeinsel bei den Temperaturen

Aufgeheizte Luft

Unter einer Wärmeinsel versteht man einen Bereich, der eine deutlich höhere Lufttemperatur aufweist als die nähere Umgebung. Ein gutes Beispiel für eine Wärmeinsel sind die Großstädte im Sommer. So ist die Innenstadt von Wien deutlich wärmer als die Umgebung rund um die österreichische Bundeshauptstadt und das betrifft alle Städte weltweit. Selbst innerhalb der Stadt kann es einen erheblichen Unterschied in der Lufttemperatur geben und das vor allem am Abend.

Wärmeinsel und die Konsequenzen

Wetterlexikon WärmeinselDas mag auf den ersten Blick interessant und positiv klingen, aber im Rahmen einer Hitzewelle bedeutet dies, dass sich die Luft weniger abkühlt, als in den Waldgebieten rund um die Stadt sowie am Stadtrand und damit wird das Schlafen zur Qual.

Das hat einen rein technischen Grund. Durch die Hitze während des Tages speichern die vielen Hausmauern diese hohen Temperaturen in ihrem Mauerwerk. Wenn dann die Sonne untergeht, kühlt es in den Wäldern und auf großen, freien Flächen ab, nicht aber im Stadtzentrum mit den Häuserschluchten. Denn wenn die Lufttemperatur real abnimmt, gibt das Mauerwerk die gespeicherte heiße Luft ab und dadurch kann es passieren, dass die Lufttemperatur sogar noch zulegt, obwohl die Sonne nicht mehr für Erwärmung sorgt.

Als der Jahrhundertsommer 2003 Europa fest im Griff hatte, wurde die Temperatur von Großstädten im Vergleich um Umland untersucht. So hat man beispielsweise herausgefunden, dass es in München ungleich heißer war als in den Randgebieten der Stadt. Je mehr heiße Tage es unmittelbar hintereinander gibt, umso mehr lädt sich eine Stadt auf, wodurch es immer schwieriger wird, eine Abkühlung zu erreichen. Deshalb werden die großen Städte sehr oft und zu Recht als Wärmeinseln bezeichnet.

Thema Wärmeinsel: Stadt vs. Land

Die Wirkung der Wärmeinsel in Form von Großstädten kann man sehr gut nachvollziehen, wenn man in einer hochsommerlich heißen Woche die Temperaturmeldungen verfolgt. Es gibt durchaus ländliche Gemeinden, die höhere Werte erreichen als zum Beispiel die österreichischen Großstädte wie vor allem Wien, aber auch Graz oder Linz. Wenn die Sonne untergeht, fallen die Temperaturen in den ländlichen Gemeinden und Kleinstädte aber Zug um Zug, während die Temperatur in Wien manchmal sogar steigt oder zumindest auf dem gleichen Niveau bleibt. An sehr lauen Abenden kann es zwar auch im ländlichen Bereich eine überschaubare Abkühlung geben, doch Wien überholt alle und ist fast immer österreichweit gesehen der wärmste Punkt - eine typische Wärmeinsel.

Dabei ist Wien aber auch sehr unterschiedlich gestaltet, denn das Stadtzentrum mit den inneren Bezirken innerhalb des Gürtels ist meist die Nummer eins in den Nachttemperaturen und es dauert oft bis 5 Uhr früh, ehe die Temperatur wirklich für eine Stunde oder deren zwei sinkt, ehe die Sonne die nächste Ladung Wärme liefert. Am Stadtrand kühlt es doch etwas mehr ab, aber wirklich angenehm wird es auch dort nicht.

Beispiel: wenn es einen heißen Tag mit 30 Grad im Schatten gibt, dann ist es österreichweit gesehen gut möglich, dass es Orte wie Neusiedl am See oder auch Gemeinden in Niederösterreich gibt, die die Höchstwerte erreichen. Wien hat vielleicht sogar nur 28 Grad anzubieten. Am Abend kühlt es dann aber in Neusiedl & Co. auf 18 bis 20 Grad ab, je nach Wetterbedingung. Die Wiener Innenstadt wird dann immer noch 28 Grad aufweisen und erst in der Nacht langsam kühler werden. Nicht selten kommt es aber zu einer Tropennacht, also einer Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt - eine Folge des Daseins als Wärmeinsel.

Der Faktor Luftfeuchtigkeit

Ein wichtiger Punkt bei diesem Thema ist aber die Luftfeuchtigkeit, weil gerade im Sommer spielt sie eine sehr große Rolle. Wenn es einen staubtrockenen Sommer gibt, kühlt es selbst in der Stadtmitte von Wien auf unter 20 Grad ab - auch dann, wenn es tagsüber über 30 Grad im Schatten gab. Ist die Luftfeuchtigkeit aber auf hohem Niveau wie etwa 60 % oder darüber, dann kühlt es in den Städten nur schwer ab, weil sich im Mauerwerk Dampf bildet, der in der Nacht abgegeben wird. Bei trockener Luft ist dieser Effekt kaum vorhanden.

Sehr heiße Sommer wie jener von 2013 oder jener von 2015 waren nicht gut für die Landwirtschaft, weil es wochenlang nicht geregnet hatte, aber es kühlte selbst in Wien recht gut ab. Teilweise war eine Luftfeuchtigkeit unter 30 % gemessen worden. Man konnte gut schlafen und es gab keine Gelsen (Stechmücken).

Im seltsamen Sommer 2014 war es eigentlich gar nicht so heiß und man hatte kaum 30 Grad erreicht, aber die Nächte blieben warm, weil es so feucht war. In der Früh gab es etwa in Wien eine Luftfeuchtigkeit von 90 %, was für Hochsommermonate sehr extrem war. Und entsprechend gering war die Abkühlung und es gab viele Tropennächte. Man schwitzte stark, konnte schlecht schlafen und die Gelsen feierten jede Nacht eine Party, da sie das feuchte Wetter lieben.

Ebenfalls interessant:

Begriffe zur Temperatur

Abkühlung

Die Abkühlung oder Wetterabkühlung ist ein Temperaturrückgang, der unter bestimmten Voraussetzungen erfolgt und damit eine Wetteränderung mit sich bringt.

Altweibersommer

Mit der Bezeichnung Altweibersommer wird ein warmer Herbst, zum Beispiel ein milder September oder auch ein ungewöhnlich warmer und sonniger Oktober umschrieben.

Behaglichkeitstemperatur

Der Begriff Behaglichkeitstemperatur oder auch Wohlfühltemperatur unterscheidet sich häufig von der Lufttemperatur und ist von Mensch zu Mensch auch unterschiedlich.

Celsius

Grundlagen über die Celsius-Skala, die zur Messung der Lufttemperatur und zur Angabe der Wetterwerte genutzt wird, vor allem im europäischen Raum.

Dauerfrost

Der Dauerfrost ist ein Begriff der Wetterkunde und im Winter anzutreffen, wenn es an einem Tag stets Werte unter dem Gefrierpunkt gibt.

Effektive Temperatur

Die effektive Temperatur ist ein Begriff der Wetterbeobachtung im Zusammenhang mit der Luftfeuchtigkeit und präzisiert das Empfinden des Wetters.

Erwärmung

Erwärmung des Wetters ist mehr als ein Ansteigen der Temperatur, weil es verschiedene Wettersituationen gibt, die die Erwärmung auslösen können.

Frost

Der Frost ist ein Begriff in der Wetterbeobachtung für sehr kalte Temperaturen, die im Winter anzutreffen sind und völlig normal für Mitteleuropa sind.

Gefühlte Temperatur

Der Begriff der gefühlten Temperatur umschreibt das Faktum, dass eine Wettersituation sich kälter anfühlen kann, als sie in Wirklichkeit laut Lufttemperatur ist.

Hitzewelle

Unter einer Hitzewelle ist eine längere Phase ungewöhnlich heißen Wetters definiert, wobei die Temperatur von 30 Grad als Richtschnur gilt.

Hundstage

Der Begriff "Hundstage" hat seinen Bezug auf das Sternbild des Großen Hundes und umschreibt warme Tage im Hochsommer.

Indian summer

Der Wetterbegriff "indian summer" in in den USA der gleiche Begriff wie in Europa der Altweibersommer und umschreibt einen goldenen Herbst.

Inversion

Die Inversion ist eine besondere Wettersituation und zwar eine Umkehrung der normalen Wetterlage mit Wärme auf den Bergen und Kälte in den Tälern.

Inversionswolken

Die Inversionswolken bilden sich bei einer entsprechenden Inversionswetterlage und drehen die Temperaturskala von Tal und Berg um.

Jahrhundertsommer

Mit dem Begriff Jahrhundertsommer umschreibt man einen Hochsommer, der besonders heiß und trocken verläuft und nur selten in der Form entsteht.

Lufttemperatur

Die Messung der Lufttemperatur im Rahmen der Meteorologie erfolgt nach genauen Rahmenbedingungen, damit die Werte auch anerkannt werden können.

Nachtfrost

Der Nachtfrost umschreibt tiefe Temperaturen, die in der Nacht auftreten können und sich zum Teil deutlich von den Tagestemperaturen unterscheiden.

Schafskälte

Die Schafskälte ist eine Kaltwetterphase, die im Juni auftreten kann und für ungewöhnlich kühle Temperaturen sorgt.

Taupunkt

Der Taupunkt in den Wetterdaten ist ein Hinweis für die Luftfeuchtigkeit und oft ein Indiz für schwüles Wetter und hohe Luftfeuchtigkeit.

Tauwetter

Der meteorologische Begriff des Tauwetters umschreibt einen Vorgang, wenn sich das Wetter nach der kalten Jahreszeit zu Erwärmen beginnt.

Temperatur

Grundlagen über die Angabe der Temperatur, ihre genaue Messung und die Bedeutung für den Wetterbericht sowie für die Menschen im Alltag.

Thermometer

Grundlagen über das Thermometer und die Messtechnik in der Wetterforschung für die Lufttemperaturen unter optimalen Bedingungen für den Wetterbericht und die Auswertungen.

[aktuelle Seite]

Wärmeinsel

Der Begriff Wärmeinsel bezieht sich auf sehr aufgeheizte Zonen wie zum Beispiel Großstädte im Hochsommer, die nur zögerlich eine Abkühlung ermöglichen.

Zwiebelwetter

Als Zwiebelwetter bezeichnet man gerne in der Umgangssprache eine Wettersituation in der Übergangszeit mit völlig unterschiedlichen Rahmenbedingungen.

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