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US-Wahlen: Persönlichkeitswahl mit Folgen

Persönlichkeitswahl: Person zählt mehr als Inhalt

Lange, bevor man in Europa zur Erkenntnis gelangt war, dass die Menschen nicht Parteien, sondern Personen als Kriterium für ihre Wahlentscheidung heranziehen, hat man das in den USA verstanden und der ganze US-Präsidentschaftswahlkampf ist darauf ausgerichtet.

US-Wahl und Persönlichkeiten

Natürlich ist der US-Präsident eine einzelne Person, aber sie steht für eine der mächtigsten Regierungen weltweit und damit auch für die Führerschaft von Inhalte. Man sollte also annehmen, dass die Thematik im Wahlkampf entscheidend ist, wer von den Menschen in den USA zum US-Präsidenten gewählt wird und wer nicht.

Aber die besten Themen gehen unter, wenn der Repräsentant langweilig ist. Diese Erkenntnis hat man in den USA bald herausgefiltert und daher ist der mächtigste Job der Welt gleichzeitig auch eine Frage der Persönlichkeitswahl. Ob man für oder gegen eine Sache ist, spielt weniger eine Rolle als ob man glaubwürdig ist und cool ankommt oder nicht. Die ganze Wahlbewegung ist eine einzige Show und man wähnt sich bei einer TV-Show und nicht bei einer politischen Veranstaltung.

Genau diesen Eindruck möchte man auch vermitteln, um mögliche thematische Schwächen überspielen zu können. Gleichzeitig wird der Wahlkampf mit harten Bandagen geführt, sodass der Persönlichkeitswahlkampf auf zwei Ebenen stattfindet. Einerseits ist das Wirken der Persönlichkeit für das "Gewähltwerden" entscheidend, andererseits suchen die Gegner Schwächen, unglückliche Zitate oder gar Verfehlungen dieser einen Person, um den Menschen darzustellen, dass man diesen Kandidaten auf keinen Fall wählen sollte.

Folgen der Persönlichkeitswahl

Natürlich gibt es diese Maßnahmen auch bei Parteiwahlkämpfe, wie man sie in Mitteleuropa kennt, aber das Herumsuchen im privaten Umfeld des politischen Gegners in der Form, wie dies in den USA betrieben wird, ist hier unbekannt. Der große Unterschied ist, dass man als Person alleine für die Aufgabe als US-Präsident steht und nicht eine Partei mit einem Team. Zwar hat man als Kandidat auch ein Team zur Unterstützung, aber wenn man in der Jugendzeit mit Drogen in Kontakt kam, ist das ein Problem, das die Konkurrenz mit Genuss in den Medien verbreitet.

Staatsfeindliche Aussagen, wirtschaftlich falsche Aussagen oder Interviews, in die man verschiedene Aussagen hineininterpretieren kann, bieten sich jederzeit an, um die Person anzugreifen. Es geht nicht darum, ob dieser Kandidat der Konkurrenzpartei schädlich für das Land ist, es geht darum, ihn untauglich für die Wahl zu machen. Das ist nichts Persönliches, sondern einfach ein Konkurrenzkampf, bei dem mit allen Mitteln gearbeitet wird.

Wer für das Amt als US-Präsidentin oder US-Präsident kandidiert, muss sich warm anziehen, weil es wird auf jeden Fall tief gegraben, um irgendwelche Fehler zu finden, selbst wenn sie Jahrzehnte zurück liegen und mit der aktuellen politischen Diskussion gar nichts zu tun haben.

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