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Alleinregierung

Partei hat absolute Mehrheit

Die Alleinregierung ist eine Regierungsform, die in der heutigen Zeit selten anzutreffen ist. Die Voraussetzung ist, dass eine Partei bei der Parlamentswahl über die absolute Mehrheit verfügt und dann schalten und walten kann nach Lust und Laune, denn man muss sich nicht mit einem Partei einigen.

Alleinregierung mit absoluter Mehrheit

Die Grundvoraussetzung für eine Alleinregierung ist ein Wahlergebnis, bei dem eine Partei mehr als 50 % der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte. Damit hat man die absolute Mehrheit inne, was bedeutet, dass man ohne die Stimmen der anderen Parteien Gesetze beschließen kann. Somit kann man seine eigenen Ansätze und Grundsätze durchziehen, ohne Rücksicht auf einen Partner nehmen zu müssen und hat freie Hand im Tagesgeschäft der Politik.

Die Alleinregierung ist damit eine praktische Lösung, weil Gesetze viel schneller erreichbar oder änderbar sind als zum Beispiel in einer Koalition, wo zumindest zwei Partner sich einigen müssen, um eine Lösung zu erreichen. Das ist auch ein großer Kritikpunkt an der Koalition, wenn zwei Parteien kaum miteinander können und mehr streiten als gemeinsam Lösungen erarbeiten. Andererseits ist die Alleinregierung ein Problem, wenn Gesetze auf eine Art und Weise beschlossen werden, die für die Menschen nicht von Vorteil sind. Ändern kann man sie erst, wenn es wieder andere Mehrheiten im Parlament gibt.

Seltene Alleinregierung

Die Möglichkeit der Alleinregierung ist aber immer mehr zur Theorie geworden, weil die großen Volksparteien gar nicht mehr so groß sind. Selbst bei einem erfolgreichen Wahlkampf kommen die traditionellen Parteien kaum über 35 % der Wählerstimmen und das ist noch ein gutes Stück von der absoluten Mehrheit entfernt. In Österreich waren die letzten Nationalratswahl dergestalt, dass keine Partei 30 % erreichen konnte. Es wird wohl wieder höhere Ergebnisse auch geben können, aber oft sind sie nicht anzutreffen. Neue Parteien sind entstanden, viele Stammwähler zu Wechselwähler geworden und daher teilt sich die Masse an Stimmen auf mehr Angebote auf.

Die Alleinregierung schlechthin, die immer wieder erwähnt wird, war jene von Bruno Kreisky mit der SPÖ. Nach einer geduldeten Minderheitsregierung von 1970 bis 1971 war man 13 Jahre als Alleinregierung an der Macht, seither gibt es Koalitionen in unterschiedlicher Form.

Auch in anderen Ländern hat man kaum mehr die Chance, eine Alleinregierung zu schaffen. Die Koalition ist also viel häufiger das Thema, um gemeinsam die notwendige Mehrheit und damit die Beschlussfähigkeit für Gesetze oder Änderungen derselben zu erreichen, manchmal auch mit mehr als zwei Parteien.

Ebenfalls interessant:

Absolute Mehrheit

Die absolute Mehrheit im Parlament oder bei Abstimmungen als Voraussetzung für die politische Arbeit im eigenen Sinne.

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Alleinregierung

Die Alleinregierung ist eine selten gewordene Regierungsform, in der eine Partei über die absolute Mehrheit verfügt und damit alleine Gesetze beschließen kann.

Große Koalition

Die große Koalition ist ein Regierungsbündnis von zwei Großparteien, die eine beträchtliche Mehrheit im Parlament hinter sich weiß.

Jamaika-Koalition

Koalitionsverhandlungen: der Begriff der Jamaika-Koalition ist eine Koalitonsmöglichkeit mit drei Parteien, bezogen auf die verwendeten Farben.

Kleine Koalition

Die Kleine Koalition ist ein Bündnis aufgrund des Wahlergebnisses einer großen Partei und einer kleinen Partei als Alternative zur Großen Koalition.

Koalition

Die Koalition ist ein Zusammenschluss von zumindest zwei Parteien zum Zwecke der politischen Verantwortung und Umsetzung.

Koalitionsvertrag

Politik und Regierung: der Koalitionsvertrag zwischen den regierenden Parteien ist die Regierungsvereinbarung, welche Projekte durchgeführt werden sollen.

Minderheitsregierung

Die Minderheitsregierung ist eine Regierungsform, bei der die benötigte Mehrheit zum Beschluss von Gesetze nicht besteht und die normalerweise nicht lange anhält.

Zweidrittelmehrheit

Die Zweidrittelmehrheit im Parlament ist nötig, um Verfassungsgesetze beschließen zu können, aber fast nur noch mit Unterstützung der Opposition erreichbar.

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