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Koffein - mehr als nur ein Wachmacher für den Körper

Einsatzmöglichkeiten für das bekannte Koffein

Jeder kennt Koffein als Wachmacher, der dank morgendlichem Kaffee den Kreislauf in Schwung bringt, doch nur wenige wissen, dass Koffein auch noch in anderen unerwarteten Bereichen zum Einsatz kommt.

Koffein
Bildquelle: Pixabay / Christoph

Immer mehr Menschen nutzen die Wirkung von Koffein bei der Behandlung von unterschiedlichen Formen der Alopezie. Als Wirkstoff in speziellen Shampoos kann Koffein bei topischer Anwendung sogar der gängigsten Form des Haarausfalls, dem erblich bedingten Haarausfall, entgegenwirken.

Doch was ist Koffein überhaupt?

Koffein und seine Wirkung

Koffein kommt nicht nur in der Kaffeepflanze vor, sondern auch in Tee, Kakao, Kolanüssen oder auch Schokolade. Der natürliche und pflanzliche Wirkstoff wird deshalb auch als Teein bezeichnet und ist ein Alkaloid aus der Gruppe der Xanthine. Koffein gehört zu den psychoaktiven Substanzen mit stimulierender Wirkung. Es regt somit die Aktivität der Nerven an und ist in seiner reinen chemischen Form ein weißes, geruchloses, kristallines Pulver mit bitterem Geschmack.

Tatsächlich ist Koffein die am häufigsten konsumierte pharmakologische aktive Substanz. In Deutschland ist der koffeinhaltige Kaffee das beliebteste Heißgetränk und pro Person werden laut Statista in Deutschland rund 164 Liter pro Jahr getrunken. Über 50 % der Deutschen greifen außerdem täglich zu Koffein, wenn es ihnen schlecht geht.

Im Körper wird das Koffein innerhalb von 30 Minuten von Magen und Darm resorbiert und im gesamten Körper verteilt. Dabei passiert Koffein die Blut-Hirn-Schranke ohne Probleme, erreicht so schnell das Gehirn und wirkt sich auf das zentrale Nervensystem aus. In seiner Struktur ist Koffein dem körpereigenen Botenstoff Adenosin sehr ähnlich, der dem Körper Müdigkeit signalisiert.

Koffein wirkt dem Adenosin als Antagonist entgegen, indem es die Adenosin-Rezeptoren besetzt, sodass das Signal der Müdigkeit nicht in die Nervenbahnen weitergeleitet wird und der Körper auf Hochtouren weiterarbeitet. Zudem gilt Koffein als mildes Schmerzmittel und verzögert das Einschlafen.

Androgenetische Alopezie mit Koffein bekämpfen

Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Koffein nicht nur bei innerer Anwendung seine Wirkung entfaltet, sondern auch bei äußerlicher Anwendung positive Effekte hat. Erblich bedingter Haarausfall und auch andere Formen der Alopezie sind dabei mögliche Anwendungsgebiete.

Da immerhin 80 % aller Fälle von Alopezie auf erblich bedingten Haarausfall zurückzuführen sind und jeder zweite Mann ab 50 Jahren unter dieser Art des Haarverlusts leidet, ist Koffein als Wirkstoff im Kampf gegen die Alopezie besonders spannend. Spezielle Shampoos oder auch Kuren beinhalten hoch dosierte Mengen des Koffeins und werden in die Kopfhaut einmassiert, um von den Haarfollikeln aufgenommen werden zu können.

Forscher haben festgestellt, dass Koffein verschiedene Auswirkungen auf die Haarfollikel hat. Zum einen wird das Wachstum der Haare gesteigert, auch wenn kein erblich bedingter Haarausfall vorliegt, zum anderen hemmt Koffein die Prozesse, die bei der androgenetischen Alopezie zum Haarausfall führen. Zudem wird die Haarwachstumsphase verlängert und die Durchblutung der Kopfhaut gesteigert. Je besser das Blut in der Kopfhaut zirkuliert, umso besser ist auch die Versorgung der Haarwurzeln mit wichtigen Nährstoffen und Sauerstoff.

Topische Anwendung von Koffein

Wer von der Wirkung des Koffeins bei erblich bedingtem Haarausfall profitieren möchte, nutzt am besten ein spezielles Shampoo gegen Haarausfall, das den Wirkstoff enthält. Nach einer Einwirkzeit von ca. zwei Minuten haben die Haarfollikel das Koffein gespeichert, sodass es eine Art Schutzwall bildet und die Haarwurzeln nicht durch die erblich veranlagten Prozesse im Körper angegriffen werden.

Die Anwendung des Shampoos muss täglich erfolgen, denn das Koffein wird vom Körper innerhalb von 24 Stunden abgebaut. Das ist besonders bei androgenetischer Alopezie wichtig, damit die Haarwurzeln nicht absterben. Nur bei intakten Haarwurzeln kann das Koffein sich positiv auf das Haarwachstum auswirken.

Ist zu viel Koffein schädlich?

Wird Koffein äußerlich angewendet, wie beispielsweise bei der Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall, oder auch zur Straffung der Haut, konnten bisher keine Nebenwirkungen nachgewiesen werden. Bei innerlicher Anwendung konnten Forscher mittlerweile zwar widerlegen, dass Koffein krebserregend wirkt, jedoch kann es je nach Sensibilität zu unangenehmem Herzrasen, Kopfschmerzen, Panikattacken, Magen-Darm- und Kreislaufbeschwerden kommen. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt deshalb maximal 200 mg pro Einzeldosis und 400 mg am Tag.

Koffein hat in den letzten Jahren zu Unrecht einen schlechten Ruf in Sachen Gesundheit bekommen und kann durchaus Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Dabei sollte jeder Mensch individuell auf seine Bedürfnisse achten. Wenn ein Koffein-Shampoo bei erblich bedingtem Haarausfall nicht hilft, sollten Betroffene einen Experten zurate ziehen.

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Koffein und seine WirkstoffeArtikel-Thema: Koffein - mehr als nur ein Wachmacher für den Körper

Beschreibung: Koffein kennt man vom Kaffee als Muntermacher, aber das Koffein kann noch in ganz anderen Bereichen eingesetzt werden.

letzte Bearbeitung war am: 07. 04. 2021

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