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[Niederschlag] Niederschlagshöhe: wissenschaftlich korrekte Messung

Niederschlag auf einer bestimmten Fläche

Zu den häufig genannten statistischen Werten des Wetters zählen besonders an niederschlagsreichen Tagen die Angaben der Niederschlagshöhe. Wenn es starken Regen geben soll, wird eine Schätzung der Niederschlagshöhe bekanntgegeben, um die Menschen zu warnen, besonders, wenn beispielsweise Starkregen angekündigt wird. Denn diese Form von Regen sorgt für große Gefahr für den Straßenverkehr, aber auch die Hochwassergefahr steigt abhängig von den Rahmenbedingungen.

Niederschlag und Messung

Im Nachhinein kann mit der Niederschlagshöhe ermittelt werden, an welchen Orten oder in welchen Regionen besonders viel Niederschlag verzeichnet worden ist. Dabei wird aber nicht geschätzt sondern präzise gemessen. Grundlage der Messung der Niederschlagshöhe ist eine Fläche in der Größe von einem Quadratmeter, die keine Möglichkeit bietet, dass Wasser abrinnen kann. Auf dieser Fläche wird bezogen auf einen bestimmten Zeitpunkt die Höhe des Niederschlags, normalerweise des Regenwassers, gemessen.

Als Kriterium wird meistens eine Stunde herangezogen und die Höhe wird in Millimeter gemessen. Erreicht man zum Beispiel einen Millimeter auf einen Quadratmeter, so entspricht dies dem Niederschlag von einem Liter Wasser pro Quadratmeter. Im Falle des Winters wird die Schneehöhe in Zentimeter angegeben, aber auch hier kann auf Liter gewechselt werden, indem man den festen Niederschlag zum Schmelzen bringt und dies wiederum auf der einen Quadratmeter großen Messfläche durchführt.

Wenn es also 5 Millimeter geregnet hat, dann ist das ein normaler Regen gewesen, der wissenschaftlich gemessen wurde. Waren es hingegen 50 Millimeter, dann weiß man ohne weiterer Information, dass es sich um einen Starkregen gehandelt haben muss. Diese eine Information liefert bereits genug Daten, um abschätzen zu können, wie sich das Wetter gestaltet hatte. Aber man muss sich auf die Daten verlassen können und daher wird nicht geschätzt, sondern präzise gemessen.

Niederschlag und Statistik

Die Messung des Niederschlags ist in vielfacher Hinsicht interessant und auch wichtig. Interessant ist das Ergebnis schon einmal für die Wetterstatistik, weil man in den aktuellen Wetterdaten erheben kann, wo es am meisten geregnet hat. Angegeben werden meistens die Niederschläge der letzten Stunde oder der letzten zwei Stunden und als Extremwerte werden die letzten 24 Stunden angeführt. Das ist vor allem bei starkem Schneefall im Winter und bei einer intensiven Regensituation relevant.

Des weiteren kann man auch Vergleiche heranziehen, wie viel es im Monat X geregnet hat und wie viel es in einem solchen Monat üblicherweise regnet. So kann es im Mai des aktuellen Jahres viel geregnet haben, aber ob es typisch für Mai war oder zu viel, zeigt der Vergleich mit den langfristigen Klimadaten, die aus den letzten drei Jahrzehnten ermittelt wurden. Um den Vergleich durchführen zu können, braucht es die genaue Messung und daher ist diese so wichtig für die Analyse und auch für die Klimaforschung.

Sehr hohe Werte werden erreicht, wenn sich ein heftiges Gewitter im Sommer bildet und ein Starkregen entsteht. Binnen 20 Minuten können da einige Millimeter an Regen vom Himmel fallen. Bei einem sanften Landregen wird man kaum große Regenmengen messen können. Und dann gibt es natürlich markante Wettersituationen, bei denen die Berge auch eine Rolle spielen.

Ein Beispiel war der Jänner 2019 in Österreich, als von Nordwest mit starkem Wind viele feuchte Wolken gegen die Alpen geschoben wurden. Sie kamen über die Alpen und den Alpenhauptkamm nicht hinüber und so entluden sie sich an der Nordseite von Vorarlberg bis nach Niederösterreich. Selten hat man in Österreich so viel Schnee in so kurzer Zeit gemessen, manche Orte hatten sogar neue Schneerekorde erzielt.

Ein Beispiel für die warme Jahreszeit war das Jahr 2013, als das zweite starke Hochwasser nach 2002 ausgelöst wurde. Wieder kamen Wassermassen von Nordwest in Form von Wolken, die nicht über die Alpen kamen und sich speziell von Vorarlberg bis Oberösterreich entluden, während es in Kärnten sonniges Wetter gab. Binnen weniger Tage wurden in den letzten Maitagen an die 300 Millimeter an Regen gemessen und das ließ natürlich die Flüsse wie den Inn und die Salzach über die Ufer treten.

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Das Thema Niederschlag ist ein wesentliches im Wetterbericht und für die Menschen. Keiner geht gerne im Regen, aber fehlt er völlig, ist das Leben auch gefährdet. Wissenschaftlich wichtig ist die Ermittlung der korrekten Niederschlagshöhe für den langfristigen Vergleich.

Die Alternative zum Regen ist der Schneefall in der kalten Jahreszeit und Sonderformen. Gefrierender Regen ist etwa für Fußgänger problematisch, beim Autofahren aber noch gefährlicher. In Sachen Schnee ist der Pulverschnee beliebt und angenehm mit seinen Flocken, der Pappschnee ist hingegen einfach nur nasser, schwerer Schnee. Eine spezielle Form ist der Inversionsschnee oder auch Industrieschnee, der eigentlich kein Schnee ist, sondern durch die Inversionslage samt Umweltverschmutzung entsteht.

Das Gegenteil vom Niederschlag ist die Trockenheit. Eine Trockenperiode könnte schön sein, weil man nicht im Regen nass wird, ist aber für Mensch und Natur keine gute Phase, da man das Wasser braucht. Die Folge ist oft eine Dürre beim Wetter, erkennbar etwa auch in Europa daran, dass Wiesen gelb statt grün sind.

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    NiederschlagshöheArtikel-Thema: [Niederschlag] Niederschlagshöhe: wissenschaftlich korrekte Messung

    Beschreibung: Messung von Wetterdaten: über die Ermittlung und Bedeutung der Niederschlagshöhe für die Wetterstatistik und den Wetterbericht sowie die Analyse.

    letzte Bearbeitung war am: 27. 08. 2020