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Hochwasser durch Unwetter

Unwetter als Ursache des Hochwassers

Im ersten Artikel dieses Kapitels sind wir auf die Möglichkeit einer Regenphase als Ursache für Hochwasser eingegangen. Dabei ist jene Wetterlage, die von den Menschen gerne als Schlechtwetter bezeichnet wird, durch ständigen Regen verantwortlich dafür, dass der Boden bald keine Regenmengen mehr aufnehmen kann und es folgen erste Überschwemmungen.

Gewitter und intensiver Regen = Hochwassergefahr

Es muss aber nicht immer ein verregnetes Wetter sein, das zum Hochwasser führt, wie das Hochwasser im Jahr 2010 zeigte. Zwar war der Auslöser für die Probleme sehr wohl Regen und Niederschlag, aber die Ausgangslage war eine ganz andere.

Schon im Juni 2010 gab es intensive Regenfälle und tatsächlich ein mäßig interessantes Wetter. Aber diese Regenfälle hörten bald auf und wurden durch eine noch viel gefährlichere Wettersituation ersetzt. Im Juli und August 2010, nachdem der Boden besonders im Südosten - in der Steiermark und im Burgenland - stark durchfeuchtet war, gab es am Vormittag wunderbares Sommerwetter. Badetemperaturen haben sich entwickelt, aber das ganze hatte seinen Preis.

Denn das Wetter basierte auf feucht-labilen Luftmassen, die durch die Sonne stark erhitzt wurden. Temperaturen um 30 Grad waren zur Mittagsstunde keine Seltenheit und je wärmer es wurde, desto schneller bauten sich Gewittertürme auf, aus denen Unwetter entstanden sind. Man konnte fast die Uhr danach stellen - wochenlang gab es zuerst Traumwetter, um dann zu heftige Gewitter, die als Unwetter ins Land zogen, zu wechseln.

Heftige Niederschläge als Folge

Die Folge waren starke Regenfälle, die auf bereits durchfeuchtete Böden trafen. Im Fall vom burgenländischen Güssing bedeutete dies, dass ein Hochwasser, das bereits erfolgt war und nach dem man aufzuräumen begann, durch ein weiteres ersetzt wurde. Insgesamt dreimal war die Stadt vom Hochwasser heimgesucht worden.

Im Fall der Steiermark war das klassische Hochwasser nicht so gegeben, viel mehr war die Gefahr an anderer Stelle zu finden. Denn zahlreiche Hänge waren so durchfeuchtet und mit jedem weiteren Gewitter noch unfähiger, das Wasser aufzunehmen, dass sie jederzeit abrutschen konnten. Viele Häuser, mancherorts ganze Ortschaften waren bedroht, insgesamt 400 Hänge drohten zu Tale zu stürzen, was in Form einer Schlammlawine erfolgt wäre.

Somit sind es nicht nur trübe Regentage, die zu Hochwasser und Gefahren führen können, auch herrlichste Tage im Hochsommer können diesen Effekt auslösen. Die Gewitter waren insofern sehr gefährlich, weil binnen kurzer Zeit viel Wasser zu Boden viel. Die durch die Sonne erhitzte feucht-labile Luft, entlud sich in kurzer Zeit und traf auf Erdboden, der das nicht mehr verarbeiten konnte. Jenes Jahr 2010 war insofern auch extrem, als sich diese Wettersituation praktisch täglich wiederholt hatte und man nichts dagegen machen konnte.

Sogar das Bundesheer war im Einsatz, um die Hänge zu sichern und Experten haben die Lage täglich überprüft, wie gefährlich es ist und ob man Menschen in Sicherheit bringen muss.

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Bei der Entstehung von Hochwasser kann man verschiedene Ebenen als Ursache betrachten. Die eine Ebene ist der Mensch selbst, der durch seine Bautätigkeit zur Versiegelung beiträgt. Die Flussbegradigung sorgte für noch höhere Abflussgeschwindigkeit und förderte die Bildung von Hochwasser zusätzlich.

Die zweite Ebene sind die Jahreszeiten und damit etwa die Schneeschmelze mit sehr viel mehr Wasser, wenn es hohe Schneemengen auf den Bergen gegeben hatte. Gab es ohnehin im Flachland viel Regen, kann sich leicht Hochwasser bilden.

Die dritte Ebene ist das Wetter selbst. Die Grundlage ist oftmals der Wasserstand beim Grundwasser, denn bei längerem Regenwetter kann der Wasserstand erhöht sein und wenn es dann zu einem Unwetter vielleicht auch mit Starkregen kommt, ist Hochwasser keine Überraschung. Dann laufen die Kanäle voll und schnell werden Keller überflutet. Eine andere Situation ist im Bergland festzustellen, wenn große Regenmengen Material wie Bäume, Äste oder Steine mit sich führen und es zu einer Staubildung an einer engen Stelle kommen kann. Irgendwann überwindet das Wasser diese Stelle mit Wucht und es kommt sehr viel Wasser oft mit Material zu Tale. Man spricht hier von einer Verklausung.

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Hochwasser durch Unwetter GewitterArtikel-Thema: Hochwasser durch Unwetter

Beschreibung: Unwetter und Gewitter als Ausgangslage und Ursache für Hochwasser, wie dies 2010 im Südosten Österreichs zu beobachten war.

letzte Bearbeitung war am: 26. 10. 2020

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