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Berechnung der Arbeitslosenquote

Nationale Quote vs. EUROSTAT-Berechnung

Monat für Monat wird seitens des Arbeitsmarktservice (AMS) und nachfolgend des Sozialministeriums in Österreich das Zahlenmaterial bekanntgegeben, wie hoch die Arbeitslosenquote und damit die Arbeitslosigkeit ist. Verglichen wird die Quote mit dem Vorjahresmonat, also zum Beispiel der aktuelle Mai mit dem Mai des Vorjahres. Zusätzlich gibt es aber auch die EUROSTAT-Arbeitslosenquote, die sich davon deutlich unterscheidet.

Und so kommt es zur häufigen Fragestellung, wieso die Zahlen so stark voneinander abweichen und was die Grundlage der Berechnung ist - eine Vermutung liegt darin, dass die nationale Berechnung in Österreich genauer ist.

Nationale Arbeitslosenquote in Österreich

Grundlage in Österreich ist die sogenannte Registerarbeitslosenquote, bei der die gemeldeten arbeitslosen Personen in ein Verhältnis zum Arbeitskräftepotential gebracht wird. Das Arbeitskräftepotential ist dabei die Summe aller gemeldeter Arbeitslosen und unselbständig beschäftigen Personen gemäß der Meldung vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger.

Eine Besonderheit gibt es in Österreich mit den Schulungsteilnehmerinnen und Schulungsteilnehmern. Diese Personen sind arbeitslos, werden aber Umschulungen zugewiesen, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen. Sobald sie in einer Schulung eingeteilt sind, sind sie aber nicht mehr offiziell arbeitslos. Damit hat man die Zahl der Arbeitslosen laut Statistik gesenkt, aber in den Medien wurden die Zahlen stets hinzugerechnet. Deshalb hat man die Arbeitslosenquote ergänzt und bietet die offizielle Quote ebenso an wie die Quote für Arbeitslose + Schulungsteilnehmer, die die ehrlichere Zahl ist.

EUROSTAT-Arbeitslosenquote

EUROSTAT ist das statistische Zentralam der europäischen Union und nutzt das Datenmaterial der Statistik Austria unter Bezug auf die internationalen Richtlinien ILO (international labour organisation).

Demnach sind folgende Menschen arbeitslos:

  • Leute, die in der Bezugswoche nicht erwerbstägig waren und
  • aktiv einen Arbeitsplatz suchen und
  • sofort innerhalb von 14 Tagen für einen Arbeitsantritt zur Verfügung stehen

Das bedeutet, dass laut EUROSTAT auch Leute als erwerbstätig berücksichtigt werden, die nur eine Stunde gearbeitet haben oder die Selbständige sind. Beide Personengruppen werden vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger in Österreich nicht berücksichtigt und damit gibt es eine ganz andere Ausgangslage beim Verhältnis von Arbeitslosen und aktuellen Beschäftigten, woraus die Quote berechnet wird. Daher ist die EUROSTAT-Quote immer deutlich niedriger als die nationale Berechnung. Wenn laut EUROSTAT in einem Land eine Arbeitslosenquote von 6,1 % erzielt wird, wird wohl nach österreichischer nationaler Berechnung ein Wert um die 8 % zu erwarten sein.

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