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Frosträuchern in kalten Frühjahrsnächten

Schutz der Ernte bei späten Frostnächten

Der Frost ist eine Wettersituation, bei der die Temperaturen unter die Null Grad-Grenze fallen, was im Winter durchaus üblich ist. Aber es kann auch im Frühjahr noch solch kalte Nächte geben und das bringt große Probleme für die Landwirtschaft, weil mildes Wetter davor für ein erstes Erblühen gesorgt hat. Gerade beim Weinbau und bei den Obstbäumen kann der Schaden groß werden, wenn die kalten Nachttemperaturen die Blüten angreifen. Im Extremfall ist ein Totalausfall der Ernte auch möglich, weshalb man sich der Praxis des Frosträuchern bedient, um das Schlimmste zu vermeiden.

Was versteht man überhaupt unter Frosträuchern?

Frosträuchern ist eine einfache Technik, bei der unweit der Weinstöcke oder Obstbäume Strohballen herrichtet und bei Einsetzen der kalten Temperaturen diese in Brand steckt. Das Ergebnis ist ein Rauch, den man mit einem Nebel vergleichen kann.

Wenn Nebel einsetzt, dann kann die Erdabstrahlung nicht so stark vonstatten gehen, weil ein Teil der abgestrahlten Wärme durch den Nebel und die enthaltene Feuchtigkeit zum Boden zurückgeschickt wird. Deshalb ist im Winter eine klare Nacht sehr viel kälter als eine Nacht, in der es Wolken gibt. Diese Überlegung ist der Mittelpunkt des Frosträucherns, indem man künstlich für eine leichte Rauchdecke sorgt und so kalte Temperaturen abschwächt. Großflächig angelegt, kann man späte Frostnächte durchaus größtenteils unbeschadet überstehen ohne erhebliche Ernteausfälle zu erleben.

Hintergrund zum Frosträuchern

Wieso ist das eigentlich in den letzten Jahren so ein großes Thema? Die Eisheiligen gibt es seit sehr langer Zeit als bekannte Termine im Mai und bringen häufig kühle oder gar kalte Nächte und viel Regen. Der Grund, warum der Ernteausfall so stark ausfallen kann, liegt an einer anderen Stelle. Früher war vor Ende März kaum ein wirklich milder Tag zu erleben. 20 Grad Celsius hatte man in manchen Jahren überhaupt erstmals Ende April, nur ab und zu gab es auch sehr milde Tage in den Wochen davor.

In den letzten Jahren hat sich das Klima stark verändert. Man kann über den Begriff des Klimawandels denken wie man mag - es gibt schon im Jänner manche Tage mit bis zu 20 Grad Celsius im Schatten, die früher eher als Minusgrade gemessen wurden. Der Februar und März sind Monate, die seit Jahren meist zu warm verlaufen und so beginnt die Natur viel früher mit dem Blühen - das gilt bei Blumen ebenso wie auch in der Landwirtschaft bei Obst und Wein. Und damit sind diese Produkte auch viel eher angreifbar, weil der Schaden durch späten Frost weit höher ist als früher.

Man merkt den Unterschied auch bei den Menschen, die Allergien haben. Früher war die Belastung von etwa April/Mai bis September/Oktober durch Gräser und andere Pollen gegeben, heute ist es fast eine Ganzjahresbelastung, die schon im Februar einsetzen kann.

Erfolg des Frosträucherns

Die Bauernschaft hilft zusammen, um mit dieser Technik die Temperaturen nicht tiefer fallen zu lassen. Es gibt trotzdem für die Blüten kalte Nächte, aber der Schaden ist begrenzt. Wichtig ist dabei auch die Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung und der Polizei, weil durch das Räuchern auch die Sicht im Straßenverkehr bei nahe gelegenen Routen neben den landwirtschaftlichen Feldern beeinträchtigt wird.

Der Erfolg ist aber durchaus nachweisbar, denn bei kalten Nächten im April oder Mai, meist durch eine kalte Luftströmung von Norden und dem polaren Regionen ausgelöst, konnte so manche Ernte zumindest zum Großteil gerettet werden, die sonst vielleicht zu erheblichen Teilen verloren gewesen wäre. Es hängt aber auch davon ab, wo sich die verschiedenen Felder oder Obstbäume befinden, denn in Talsenken hat man es oft schwerer als bei einem leichten Hang. Die Lage ist also ein wichtiger Faktor, ob man mit dieser Maßnahme Erfolg haben kann oder nicht.

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Es gibt eine Reihe von Wetterbegriffen rund um den Sommer, die durch die erhöhten Temperaturen der letzten Jahre häufig mit Hitze in Verbindung stehen. Es geht aber auch umgekehrt mit Begriffen im Winter. Wohl die strengen Winter vor allem im Flachland immer seltener werden und etwa Städte wie Wien und Eisenstadt kaum mehr eine Schneeauflage erleben, gibt es trotzdem noch viele gefährliche Situationen rund um Kälte oder auch den gefährlichen Eisregen.

Eisbruch beim Wetter ist zum Beispiel eine Situation, die extrem im Jahr 2015 aufgetreten war, als sofortgefrierender Regen für hohes Gewicht gesorgt hatte, sodass serienweise Äste abgebrochen sind, zum Teil wurden auch Bäume entwurzelt. Eine andere gefährliche Situation rund um kalte Temperaturen ist im Frühjahr gegeben. Immer früher wird es immer wärmer, aber das kann auch zu klaren Nächten im April oder gar Mai mit Frosttemperaturen sorgen.

Das sorgt für Gefahr für die Ernteerträge und mit dem Frosträuchern kann man versuchen, diese Gefahr zumindest zu mildern. Dabei hilft die Feuerwehr aktiv mit, wenn am Land die nächtliche Abkühlung reduziert werden soll. Ganz ungefährlich ist die Sache nicht und daher ist der Schutz und die Mithilfe der Feuerwehr sinnvoll. Nicht ganz so schlimm ist der Reif und seine Entstehung nach kühlen Nächten.

Wenn es im Winter richtig kalt ist, gibt es rutschige Situationen und man spricht vom Glatteis oder doch von der Eisglätte. Eisglätte vs. Glatteis ist die Frage, in der Wetterkunde sind beide Begriffe klar getrennt, für die Menschen hingegen fast der gleiche Zustand. Der Feinstaub im Winter ist eine andere Geschichte. Er entsteht vor allem durch die Streuung mit Schotter auf den Straßen, um das Rutschen zu verhindern. Ironischerweise hilft der Klimawandel hier mit, denn je wärmer es in den Städten bleibt, umso weniger muss man streuen und daher wurde in den letzten Jahren das Problem sogar entschärft. Und dann gibt es auch Wetterbegriffe aus dem Volksmund ohne wissenschaftlicher Grundlage wie etwa das Spenglerwetter.

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Frosträuchern bei kalten NächtenArtikel-Thema: Frosträuchern in kalten Frühjahrsnächten

Beschreibung: Das ️ Frosträuchern ist ein Begriff der Landwirtschaft im Zusammenhang mit späten ✅ Frostnächten zwecks Schutz der Ernte.

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