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El Nino Effekt und Wetterentwicklung

Ursache, Bedeutung und Auswirkungen von El Nino

El Niño ist ein Wetterphänomen, das im tropischen Pazifik entsteht und nicht nur das Wetter für die nächsten Tage, sondern vor allem auch das Klima beeinflussen kann. Es entsteht durch eine Veränderung der Spielregeln im Pazifik, wodurch die Strömungsverhältnisse sich anders darstellen, als dies im normalen Verhalten der Fall ist.

Grundlagen zu El Niño

Wenn es eine normale Klimasituation gibt, dann gibt es die Passatwinde im tropischen Pazifik, die das warme Oberflächenwasser von der amerikanischen Küste nach Westen zur asiatischen Küste treiben. Die so gewärmten Ozeanregionen sorgen für starke Niederschläge, während die kühleren Regionen an der Küste Südamerikas durch das Absinken der Luftmassen trocken bleibt. Dieser Passatwind verursacht im Ozean an der Küste Südamerikas das Aufsteigen von kaltem und nährstoffreichem Wasser aus den Tiefen in die oberen Wasserschichten, wodurch Plankton sich sehr stark entwickeln kann. Plankton ist die Grundlage für die Nahrungskette und damit für die Fische und ihre Quantität auch sehr wichtig.

Wenn es aber zu einem El Niño-Ereignis kommt, verändern sich die Rahmenbedingungen und das hat nachhaltige Folgen, nicht nur für das Wetter. Es kommt nämlich zu einer Abschwächung der Passatwinde und damit zu einem Rücklauf des warmen Oberflächenwassers in Richtung Osten. Damit ziehen auch die Niederschläge von Asien ab und es kommt zu einer großen Trockenheit in Ländern wie Indonesien, die normalerweise durch die Passatwinde und das warme Wasser mit viel Regen versorgt werden.

Umgekehrt erhalten die südamerikanischen Küstenländer wie Peru, Chile oder auch Ekuador ungewöhnlich viele Niederschläge und diese Effekte haben weitreichende Folgen nicht nur für die unmittelbar betroffenen Länder. Das Phänomen erreicht meist um Weihnachten ihr Maximum, dann hat die Oberflächentemperaturen des Meerwassers den höchsten Wert in Relation zu den Normalwerten erreicht. Und so erklärt sich auch der Name, denn El Niño heißt übersetzt Christkind oder der Junge.

Abseits von Wetter, Trockenheit und zu viel Regen gibt es weitere Folgen. Denn im Vergleich zur Normalität hat dieses Phänomen die Konsequenz, dass Plankton sich nicht stark vermehren kann, sondern stattdessen abstirbt. Somit wird auch die Nahrungskette nicht unterbrochen, aber stark eingeschränkt.

El Niño und der Klimawandel

Ein großes Thema rund um dieses Phänomen ist der Klimawandel. Besonders ausgeprägt war El Niño 1997/98 und seither gibt es verschiedene Ereignisse, aber nicht mehr in der Stärke. Ein Beispiel war in den Jahren 2009/10 zu beobachten, als es im August in Österreich deutlich zu viel geregnet hatte und auch im Winter 2009/10 bitterkalte Temperaturen in den Alpen gemessen wurden.

1998 wurden Rekordtemperaturen auf der Erde gemessen und das bedeutete einen deutlichen Anstieg der Temperatur des Klimas, während in den Jahren danach trotz der bekannten Verschmutzung nur geringe Anstieg gemessen wurden. Sie sind beständig und daher eine Bedrohung für Mensch und Natur, aber nicht so stark wie 1998. Der Zusammenhang wurde wissenschaftlich schon häufig untersucht und man hat festgestellt, dass ein Auftreten von El Niño auch Folgen fern von den Küsten des Pazifik haben können, zum Beispiel in Afrika. Untersucht wird, ob das Wetter in Europa verändert wird - Zusammenhänge lassen sich herstellen, die absolute Gewissheit ist nicht gegeben.

Die Frage ist, wann und wie stark das Phänomen auftreten kann. Es gibt auch abseits des eigentlichen Phänomens Beobachtungen wie die Meerestemperatur. Das Jahr 2013 ist hier zu nennen, denn im Pazifik entwickelten sich wie an einer langen Schnur heftige Wirbelstürme, wobei Haiyan mit über 6.000 Toten auf den Philippinen der negative Höhepunkt war. Grundlage ist ein sehr warmes Meerwasser, das auf einen Warmwasserrückstau schließen lässt. Solche Beobachtungen werden in die Prognosen für den nächsten El Niño Effekt berücksichtigt, der die Erwärmung des Klimas wieder mit sich bringen könnte.

 

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