Die Bilanz ist der Jahresabschluss in der doppelten Buchhaltung und bringt nicht nur das Wissen um den Erfolg oder Verlust für die behandelte Zeitspanne (meist ein Jahr), sondern man kann aus der Bilanz auch viele Werte herauslesen. So sieht man die Größe des Vermögens und seiner Unterarten und man sieht auch das Kapital und seine Zusammenstellung. Daraus leiten sich viele Begriffe ab wie das Sachvermögen oder das Umlaufvermögen und auch das Fremdkapital und Eigenkapital.
Kapital und Vermögen stellen die wesentlichen Größen dar, aber sie untergliedern sich auf verschiedene Arten und deren Hintergründe sind auch wichtig für das Grundverständnis, um eine Bilanz erstellen oder eine Bilanz lesen zu können. In Wirklichkeit geht die Bilanz weit über die üblichen Aufgaben des Rechnungswesens hinaus, wie man dies in einer Handelsschule oder Handelsakademie lernt. Dort ist der Abschluss an sich die Aufgabe.
Doch der Sinn der Bilanz ist nicht nur das Buchen der Bilanz, sondern der Vergleich der Jahresabschlüsse von Jahr zu Jahr, weil man so viel herauslesen kann. So kann man erfahren, wie sich die Menge an Material verändert hat, was sich im Fuhrpark getan hat oder ob die Schulden angestiegen sind. Will man wissen, wie es um das Unternehmen steht - die Buchhaltung kann es mithilfe der Bilanz leicht erzählen.
Vor allem ist die Bilanz eines nämlich ein umfangreiches Machwerk, das auf einen Blick Details anbietet. Man kann tausende Buchungen im Geschäftsjahr erreichen - trotzdem sieht man auf einem Blick in der Bilanz die wesentlichen Größen und kann leicht Rückschlüsse ziehen und damit ist das Ergebnis der Bilanz mit allen Bilanzarbeiten ein sehr effektives Werkzeug im Unternehmen.
Bilanz
Jahresabschluss der doppelten Buchhaltung. In der Bilanz stehen alle Werte, die sich im Laufe des Geschäftsjahres ergeben haben und die in das neue Jahr übernommen werden. Dabei werden die Bilanzkonten zum Übertragen und die Bestandskonten für die Eintragung der Werte verwendet.
Es gibt aber verschiedene Bilanzarten. Die Bilanz als Begriff ist das übliche Verfahren für ein ganzes Geschäftsjahr, es gibt aber auch Teilbilanzen oder Sonderbilanzen. Bekannt sind die Quartalszahlen, die aus einer Bilanz für drei Monate entnommen werden und an der Börse Pflicht sind.
Vermögen
Das Vermögen findet sich auf der linken Seite der Bilanz (auch Soll oder Aktiva). Hier finden sich die Waren, Kassa, Bank oder die Lieferforderungen sowie die Anlagen (Fabrik, Maschinen, EDV-Ausstattung).
Kapital
Das Kapital befindet sich auf der rechten Seite der Bilanz (auch Haben oder Passiva). Es teilt sich in kurzfristige Kapitalformen und in langfristiges Kapital.
Working Capital
Mit diesem Begriff ermittelt man, wie viel Geld tatsächlich zur Verfügung steht, um zum Beispiel die aktuellen Rechnungen begleichen zu können. Es kann durchaus gute Bilanzwerte geben, trotzdem ist kein Euro in der Kassa zu finden. Um das zu klären, setzt man sich mit dem Working Capital auseinander. Aber vor allem vergleicht man die Werte auf den Konten und/oder der Bilanz.
Jahresabschluss
Begriff für die Arbeiten, die mit der Bilanzerstellung in der doppelten Buchhaltung nötig sind. Dazu zählen die Bewertungen, die Abschreibung, Rückstellungen und die finalen Ermittlungen der Beträge für die Bilanz.
Abschreibung
Ein wichtiger Prozess bei Vermögenswerten durch die Abschreibung für Abnutzung oder AfA. Jedes Jahr wird etwa eine Maschine mit einem Kostenfaktor belegt, um nach einer bestimmten Anzahl an Jahren das Geld für eine neue Maschine vorrätig zu haben. Bei der Gelegenheit wird auch der Gewinn geschmälert, obwohl der Kostenfaktor für die Abschreibung rein rechnerisch vorliegt.
Die Nutzungsdauer hängt daher auch von der tatsächlichen Grundlage ab. Eine Maschine ist schneller verbraucht als ein Gebäude.
Rückstellung
Die Rückstellung ist eine gewinnschmälernde Maßnahme, um Geld zurückzuhalten, das man später vielleicht zahlen muss. Garantieleistungen bei beschädigter Ware könnte ein Grund sein, eine zu erwartende Nachzahlung bei den Steuern ist auch möglich.
Inventur
Teil der Abschlussarbeiten ist die Inventur, bei der man ins Lager geht und tatsächlich nachzählt, wie viel Ware überhaupt vorrätig ist. So kann man den Ist-Stand (tatsächlich vorrätig) mit dem Soll-Stand (sollte laut Buchhaltung da sein) vergleichen und den Schwund berücksichtigen.
Gewinnermittlung
Die Gewinnermittlung erfolgt in der doppelten Buchhaltung durch das GuV-Konto (Gewinn und Verlust-Konto). Aber auch ein Einnahmen-Ausgaben-Rechner führt die Gewinnermittlung durch. Generell wird die Summe der Erträge der Summe der Kosten gegenübergestellt.
Ein weiterer Begriff ist der Jahresüberschuss. Hat man einen Gewinn erzielt, gilt das auch als Jahresüberschuss. In der Bilanz gibt es andere Größen und das Ergebnis kann sich bei den Bilanzsummen ändern, aber der Jahresüberschuss ist der finale Gewinn bei der Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand.
Die Buchhaltung ist für jeden Betrieb Pflicht, ob es nun ein Einzelunternehmen ist oder ein Konzern. Ob man von daheim aus agiert oder 300 Filialen betreibt. Aber es gibt Unterschiede in der Machart, weil die doppelte Buchhaltung erst ab einer gewissen Umsatzhöhe verpflichtend betrieben werden muss. Bei den Belegen oder der Genauigkeit, den Vorschriften oder den Geschäftsfällen generell gibt es aber keine großen Unterschiede.
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Artikel-Thema:
Bilanz und Bilanzbegriffe in der doppelten Buchhaltung
Beschreibung: Die 🧾 Begriffe rund um die Bilanz mit Soll und Haben betreffen verschiedene Werte von ✅ Vermögen und Kapital in Bezug auf die Bilanz.