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Windstille: kaum oder geringe Luftbewegung

Wenig Luftzirkulation

Der Wind ist im Wetterbericht häufig ein Thema, sei es ein böiger Wind, der zum Beispiel beim Laufen nerven kann oder auch ein mäßiger Wind, der bei heißen Temperaturen sogar erfreulich erfrischt. Unwetter gehen einher mit starkem bis stürmischen Wind, doch es gibt auch das Gegenteil - die Windstille.

Was ist die Windstille?

Unter einer Windstille bezeichnet man eine Wettersituation, in der es so gut wie keine Luftbewegung gibt. In der Meteorologie definiert man Windstille als jene Wetterphase, in der die Luftbewegung weniger als 0,3 Meter an Geschwindigkeit pro Sekunde erreicht. Windstille ist vor allem dann gegeben, wenn es keine großen Druckunterschiede gibt. Denn wenn es ein starkes Tiefdruckgebiet und ein Hochdruckgebiet über dem Kontinent gibt, entsteht automatisch eine Windbewegung, die die Windstille unmöglich machen würde. Die Aufgabe des Windes ist es nämlich, den Druckunterschied auszugleichen.

Gibt es also ein markantes Tiefdruckgebiet über den Britischen Inseln und ein ebenso markantes Hochdruckgebiet über dem Balkan, dann kann man sich auf tagelangen starken Wind einstellen. Das freut die Segler, nervt aber beim Laufen oder Radfahren und kann bei Veranstaltungen sogar hinderlich werden, wenn sich der Wind als Sturm entpuppt und das Partyzelt gefährdet werden kann. Gibt es diese großen Druckunterschiede hingegen nicht, dann spricht man auch oft von der flachen Druckverteilung.

Typische Situationen für die Windstille sind daher oft im Hochsommer zu beobachten, wenn sich ein großes Hochdruckgebiet ausdehnt. Die Folge ist sehr sonniges, schönes Wetter, bei dem der Wind keine Aktivität zeigt. Im Volksmund wird dann auch gerne die Bezeichnung "der Wind schläft ein" verwendet. Lustigerweise jammern die Menschen gerne über den Wind, aber wenn es heiß ist und vielleicht durch hohe Luftfeuchtigkeit auch noch drückend schwül, würde man einen erfrischenden Wind doch wieder gerne haben.

Windstille oder Ruhe vor dem Sturm

Es gibt aber auch andere Formen von Windstille. Besonders vor dem Eintreffen von Gewittern ist die Windstille zu beobachten. Die Menschen nennen diese Situation als Ruhe vor dem Sturm. Das Gewitter nähert sich, es blitzt und donnert aus der Ferne und plötzlich hören alle Aktivitäten auf und es wird windstill. Dieser ruhige Moment tritt bei Gewittern öfters auf. Kurze Augenblicke später entlädt sich dann das Gewitter mit voller Wucht und die Windstille wird durch böigen Wind, manchmal auch durch einen Sturm abgelöst, während Regen einsetzt und Blitz und Donner für Aktivität sorgen.

Menschen klagen oft über den Wind, aber manchmal wäre er ihnen durchaus recht, denn die Windstille kann auch zum Problem werden. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist. Es ist drückend schwül und man würde sich über einen erfrischenden Wind freuen, stattdessen gibt es offenbar gar keine Luftbewegung. Die Menschen nennen das dann "die Luft steht" und man empfindet es als noch unangenehmer und schwitzt so stark, als ob man Leistungssport betreiben würde - dabei bewegt man sich nicht vom Fleck.

Eine solche Wettersituation ist auch durch verschiedene wissenschaftliche Werte ablesbar wie etwa dem Taupunkt, der bis zu 20 Grad reichen kann und Bezug auf die Luftfeuchtigkeit und die Sättigung der Luft mit Wasser nimmt. Hohe Luftfeuchtigkeit und Windstille sind oft unerwünschte Partner und verhindern, dass es in der Nacht abkühlt und man sehr stark schwitzt.

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Der Wind beeinflusst Natur und Leben sehr stark, nicht nur als Gegenwind beim Laufen oder als Seitenwind beim Autofahren. Die Windstärke wird durch die Spitzengeschwindigkeiten im Sinne der Beaufort-Skala ermittelt und führt auch zu Wetterwarnungen, wenn sich ein gefährlicher Wind bilden könnte.

Generell gibt es verschiedenste Begriffe zum Thema. Die Windstille beim Wind ist die ruhigste Phase. Es gibt dann die Bö oder Windböe mit unterschiedlicher Stärke vom Luftzug bis zu sehr stark spürende Böen. Der Sturm beim Wetter ist dann schon ein gefährlicher Wind, vor dem gewarnt wird und dem folgt der Orkan mit bedrohlichen Windgeschwindigkeiten, wodurch auch Dächer abgedeckt werden können.

Eine andere Situation ist durch die Wirbelstürme gegeben. Die Wirbelstürme über dem Wasser werden durch die Saffir-Simpson-Skala eingeteilt, vom Tropensturm bis zur höchsten Stufe von Hurrikan oder auch Taifun oder Zyklon. Über der Landfläche gibt es auch Wirbelstürme, ein solcher wird Tornado genannt. Ein häufig genanntes Thema ist das Auge beim Wirbelsturm mit unglaublichen Dimensionen bei den ganz großen Wirbelstürmen, die ganze Landflächen verwüsten können.

Rund um den Wind gibt es viele zum Teil sehr bekannte Begriffe. Mit der Wetterfahne kann man die Windrichtung anzeigen, diese wird auch mit Lee und Luv im Hinblick auf die Windrichtung umschrieben. Der Wind führt auch zum Windchill-Faktor und damit zum Temperaturempfinden, denn ein kühler Wind kann selbst einen milden Tag anders anfühlen lassen als es die Temperatur vermittelt.

Der Föhn ist eine Windsituation mit warmer Luft und im Alpenraum gibt es häufiger den Nordföhn als Variante. Das Gegenteil ist das Sturmtief mit kühler Luft und starken Windböen, zum Teil sogar mit Orkanstärke auf den Bergen. Und dann gibt es noch die Sonderformen wie den Sandsturm oder auch den Schneesturm. Eine Sonderform gibt es auch im Alpenraum, wenn von Afrika der Sahara-Staub per Wind herangeführt wird.

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Windstille beim WetterArtikel-Thema: Windstille: kaum oder geringe Luftbewegung

Beschreibung: Als ☁ Windstille in der Wetterbeobachtung versteht man eine Wettersituation mit ✅ geringer Luftbewegung, was je nach Temperatur anders empfunden wird.

letzte Bearbeitung war am: 16. 10. 2021

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