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Starkregen oder intensiver Regen

Intensiver Niederschlag mit Hochwasserpotential

Beim Regen als Form des Niederschlags gibt es verschiedene Abstufungen, wobei normalerweise Regen als Definition im Wetterbericht ausreicht. Es kommt aber in bestimmten Wetterlagen zu der Situation, dass der Regen besonders intensiv auftritt. Übertrifft er bestimmte Quantitäten, dann spricht man vom Starkregen.

Was versteht man unter einem Starkregen?

Wetterlexikon StarkregenAls Starkregen wird Regen per Definition dann erfasst, wenn innerhalb von 5 Minuten mehr als 5 Millimeter Wasser pro Quadratmeter fällt. Weitere bekannte Grenzen sind mehr als 7,1 mm in 10 Minuten oder mehr als 10 mm in 20 Minuten sowie mehr als 17,1 mm in einer Stunde. Statt Millimeter kann man auch Liter als Kriterium heranziehen, wobei bei der Messung eine bekannte Fläche genutzt wird, bei der das Wasser nicht abfließen kann, wodurch man eine genauere Messung durchführen kann.

Starkregen ist im Grunde wie Regen ein Niederschlag, doch der wesentliche Unterschied ist die Intensität. Während normaler Regen nur dann zu einem Hochwasser führen kann, wenn es tagelang regnet, ist Starkregen in der Lage, binnen weniger Minuten einen Bach in einen reißenden Strom zu verwandeln. Deshalb ist der Starkregen auch besonders zu berücksichtigen, wenn er im Wetterbericht angekündigt wird.

So kann es innerhalb weniger Minuten zu einer Situation kommen, bei der eine Unterführung für die Autofahrerinnen und Autofahrer sowie weitere Verkehrsteilnehmer sehr gefährlich wird. Minuten davor war noch Sonnenschein und die Straße trocken und kurze Zeit später steht alles unter Wasser und manchmal muss sogar die Feuerwehr Rettungseinsätze durchführen.

Starkregen und Wetterwarnung

Die Unwetterzentralen und viele weitere Wetterdienste warnen ausdrücklich vor Starkregen, wenn sich solcher Niederschlag ankündigt, denn es können rasch Unterführungen überschwemmt werden und besonders gefährlich wird die Mixture von stark mit Wasser angereichertem Boden und Starkregen, der darauf trifft.

Eine solche Situation ist gegeben, wenn es tagelang geregnet hatte und bereits Hochwasser entsteht oder die Gefahr unmittelbar bevorsteht. Der Boden kann kein Wasser mehr aufnehmen, die Flüsse traten bereits über die Ufer oder sind knapp davor und der Starkregen kann dann dieser eine Moment sein, der noch gefehlt hat, um das Hochwasser und die Überschwemmungsgefahr auszulösen. Es gibt dann einerseits die Gefahr des Hochwassers und andererseits gibt es die gefährliche Situation generell, die durch Starkregen entsteht - zum Beispiel beim Autofahren.

Szenarien mit Starkregen

Das Hochwasser 2002 oder Jahrhunderthochwasser in Mitteleuropa war eine Situation aufgrund intensivster Regenfälle, die tagelang vom Himmel kamen. Ein Vb-Tief hatte sich über Norditalien gebildet und kaum weiterbewegt und gegen den Uhrzeigersinn unglaubliche Wassermengen geliefert, die der Boden nicht mehr aufnehmen konnte. Hier zeigen sich zwei Szenarien, die besonders gefährlich zusammenspielen, nämlich einerseits sehr starker Regen und andererseits kein Fortbewegen des Auslösers. Wenn durch Wind etwa eine starke Regenfront weiterbewegt wird, ist die Gefahr geringer, aber meist gibt es kaum Luftbewegung und daher schüttet es sogar sichtbar dicke Fäden zu Boden - im Extremfall wie damals 2002 tagelang.

2013 gab wieder ein Jahrhunderthochwasser, dessen Basis ein sehr feuchter Winter war. Schon Anfang des Jahres gab es ungewöhnlich viel Schnee, dazu regnete es von März bis Mai immer wieder beträchtlich. Die Böden konnten kaum etwas aufnehmen und dann kam Ende Mai 2013 intensiver Regen mit 400 Liter auf den Quadratmeter im bayrischen Raum oder auch in Westösterreich. Das war für Bäche, Flüsse und das Grundwasser zuviel und so folgten die nächsten Überschwemmungen.

Aber auch abseits großflächiger Überschwemmungen kann ein Starkregen große Folgen haben. Es regnete einmal im an sich trockenen Wien eine Stunde so viel Wasser, dass der Wiener Gürtel als eine der wichtigsten Straßenverbindungen der Stadt sich in einen reißenden Strom verwandelt hatte, weil die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte. So ein Bild sieht man nicht allzu oft, dennoch erscheint der Eindruck, dass sich solche Szenarien häufigen. Immer öfter können Starkregensituationen ähnliche Reaktionen hervorrufen. Es regnet so stark, dass die Kanäle das Wasser nicht abfließen lassen können. Dann kommt es auch zum Rückstau und zu überschwemmte Keller.

Ein ständiger Begleiter ist der Starkregen auch im Zusammenhang mit Wirbelstürmen wie dem Hurrikan und dem Taifun. Unabhängig von der Geografie bringen diese tropischen Wirbelstürme sehr große Wolkenmassen mit und wenn sie Land erreichen, gibt es Starkregen und teilweise schüttet es auch in solchen Szenarien 200 oder manchmal über 400 Liter auf den Quadratmeter. Wenn das dann eine Region ist, in der es vorher schon viel geregnet hatte wie etwa in Indien oder Vietnam und es trifft ein Taifun mit viel Regen ein, ist die Hochwasserkatastrophe kaum mehr zu verhindern.

Interessant ist auch, dass manche Wirbelstürme mit 70 km/h Windgeschwindigkeit als Tropensturm trotzdem Wirbelstürme sind, aber eigentlich wenig Gefahr per Windböen bringen. Sie liefern jedoch jede Menge Regen und der fällt als Starkregen auf die Küstenregionen. Gibt es kein Fortkommen, kann das großräumige Überflutungen zur Folge haben. Hurrikan Harvey im Jahr 2017 war so ein starker Hurrikan, der nicht weiterkam, weil ein Hochdruckgebiet ihn aufgehalten hatte und so schüttete es riesige Mengen an immer gleicher Stelle.

Starkregen und Klimaerwärmung

Durch die höheren Temperaturen ereignen sich offenbar immer öfter die Starkregensituationen. Mehr Wärme in der Luft sorgt für mehr Feuchtigkeit und daher sind die Regenmengen größer als in früheren Jahrzehnten. Dass es 2002 und 2013 recht knapp hintereinander zwei Hochwässer in Mitteleuropa gab, kann Zufall sein und es kann jetzt auch 100 Jahre kein weiteres Hochwasser mehr geben. Aber an diesen Zufall glauben nicht sehr viele Menschen. Wahrscheinlicher ist, dass die Starkregensituationen sogar noch ansteigen werden.

Auch bei den Wirbelstürmen zeigt sich dieser Trend. Hurrikan Michael sollte im Oktober 2018 ein gefährlicher Hurrikan mit Stufe 3 werden und damit die Einstufung Major Hurricane erhalten. Tatsächlich war er knapp vor der Grenze zur höchsten Stufe 5, weil er sich binnen Stunden massiv verstärkt hatte - Grund war das sehr warme Wasser im Golf von Mexiko. Auch das wird dem Klimawandel zugeschrieben und bedeutet, dass die Wirbelstürme mehr Energie erhalten und damit der Starkregen auch mehr und gefährlicher wird.

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