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Bilaterales Monopol / zweiseitiges Monopol

Ein Verkäufer vs. ein Käufer

Bei den Marktformen gibt es drei Situationen für jede Seite. Sowohl bei der Nachfrage als auch beim Angebot kann es sich um einen, um wenige oder um viele handeln. Daraus ergeben sich unterschiedliche Marktsituationen, eine davon ist das weniger bekannte bilaterale Monopol.

Definition bilaterales Monopol

Ein bilaterales Monopol, auch zweiseitiges Monopol genannt, ist eine Marktsituation, in der es einen Anbieter und einen Nachfrager gibt. Diese Situation tritt nicht so häufig auf wie Marktsituationen mit vielen Nachfragern oder vielen Anbietern und wird daher auch in den Medien selten genannt, spielt in der Wirtschaft aber eine gewisse Rolle und ist durchaus spannend zu analysieren.

Das Monopol ist die Möglichkeit, konkurrenzlos den Preis zu bestimmen. Gibt es also nur einen Anbieter, hat er die Macht, den Preis nach Lust und Laune festzulegen. Blöd ist es nur, wenn es auch nur einen potentiellen Kunden gibt. Der hat nämlich dann auch ein Monopol. Normalerweise kann er den Preis ebenfalls nach Lust und Laune drücken, weil wenn er nicht kauft, kauft keiner. Doch der Kunde weiß das oft gar nicht und nutzt die Position nicht aus.

Bilaterales Monopol in der Praxis

Und darin liegt die Spannung des bilateralen Monopols, weil der Anbieter auf das Interesse des Nachfragers Rücksicht nehmen muss. Gestaltet er den Preis zu hoch, bleibt er auf der Ware sitzen. Umgekehrt kann der Nachfrager den Preis nicht beliebig drücken, weil wenn der Anbieter dann nicht verkauft, bekommt der Kunde nicht, was er begehrt. Theoretisch haben beide die perfekte Situation und es zeigt sich in der Praxis aber, dass die Situation gar nicht so perfekt ist. Sie können zwar tun und lassen was sie wollen, sind aber dennoch aufeinander angewiesen und voneinander abhängig. Der Traum des Anbieters war es immer, der alleinige am Markt zu sein - aber der Traum kann genauso schlaflose Nächte organisieren.

Das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage findet also auch dann statt, wenn es gar keine Konkurrenz gibt. Man muss sich in der Mitte treffen und ist aufeinander angewiesen. Das bilaterale Monopol findet vor allem bei Großaufträgen oder besonderen Produkten statt. Es kann sich auch um eine Dienstleistung handeln, die sonst niemand anbietet oder umgekehrt die sonst niemand nachfragt. Das kann etwa eine spezielle Software für einen Bereich eines Krankenhauses sein, die kein anderes Krankenhaus brauchen wird und dessen Kenntnisse kein anderer Programmierer sich angeeignet hat. Der Programmierer bekommt den Auftrag also nur, wenn er sich mit den Betreibern des Spitals einigt und umgekehrt bekommen diese das Programm nur, wenn sie ebenfalls entgegenkommen.

Es wird in der Volkswirtschaft oft von der unsichtbaren gesprochen und geschrieben. Gemeint ist damit das Kräfteverhältnis von Angebot und Nachfrage. Wenn im Fall eines bilateralen Monopols das Angebot zu hoch angesetzt ist, gibt es eine treibende Kraft (die unsichtbare Hand), um den Preis zu senken. Man will sich ja einig werden. Gleiches gilt, wenn die Nachfrage zwar vorhanden ist, aber der einzige Kunde eine zu geringe Preisvorstellung für die Leistung oder das Produkt ansetzt. Die gegenseitigen Interessen werden ausgewogen und man trifft sich vielleicht nicht immer in der Mitte, aber man kommt sich auf jeden Fall entgegen, denn das ist in beider Interesse.

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Bilaterales Monopol

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