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Wasserqualität im eigenen Pool

Warum Wasser kippt und wie sich das verhindern lässt

Ein schöner, blauer Pool sieht einfach aus – ist aber ein sehr empfindliches Gleichgewicht. Geht das Gleichgewicht einmal verloren, wird das Wasser trüb, riecht unangenehm oder sieht grünlich aus. Wer versteht, was im Beckenwasser abläuft, kann die meisten Probleme schon verhindern, bevor sie sichtbar werden.

Warum kippt mein Poolwasser?

In jedes Schwimmbecken gelangt ständig etwas hinein, was da nicht hingehört: Hautschuppen, Schweiß, Haare, Pollen, Blätter, Regenwasser, Staub und vor allem die Rückstände von Sonnencremes bringen organische Stoffe und Mikroorganismen in das Becken. Genau diese organische Belastung ist aber die Hauptursache für Trübung, Gerüche und Algenbildung. Bakterien und Algen fressen sich an diesen Rückständen satt und vermehren sich explosionsartig, wenn Temperatur, Licht und Nährstoffe passen. Warme Sommertage mit viel Sonne sind daher problematischer als kühle, bewölkte Phasen.

Zusätzlich ist es wichtig zu wissen, dass Sonnenlicht das verwendete Chlor ohne Stabilisator innerhalb weniger Stunden vernichtet. Sinkt der Desinfektionswert, ist der Weg für die Keime frei. Auch der pH-Wert ändert sich ständig, zum Beispiel durch Regen, Nachfüllwasser und durch die Badegäste selbst. Trotzdem lohnt sich eine bewusste Beschäftigung mit der Wasserpflege, denn viele Entscheidungen werden schon beim Schwimmbadbau vorbereitet, etwa durch die Wahl der Filteranlage, der Beckenhydraulik und der Beckenoberflächenmaterialien.

Tauchendes Kind im Swimming PoolBildquelle: Pixabay.com / pompi

Die drei wichtigsten Stellschrauben: pH-Wert, Desinfektion, Filterung

Der pH-Wert bestimmt, wie gut die Desinfektion überhaupt funktioniert. Ist der Wert zu hoch, verliert das Chlor merklich an Wirkung und das Wasser wird trübe. Ist der Wert zu niedrig, reizt das Wasser Haut und Augen und frisst sich in die Metallteile. Ein Wert zwischen 7,0 und 7,4 gilt als praxistauglich und sollte etwa zweimal pro Woche überprüft werden. Die Desinfektion, meist über Chlor, hält die Keime in Schach. Wichtig ist nicht der Gesamtchlorgehalt, sondern das freie, wirksame Chlor. Wenn es unter einen bestimmten Wert sinkt, kippt die Wasserqualität sehr schnell. Das gilt für Aktivsauerstoff, Brom oder Salzelektrolyse ebenso, sie halten nur ein bestimmtes Desinfektionsniveau aufrecht.

Die Filteranlage kümmert sich um die mechanische Reinigung. Sie sollte so lange täglich laufen, dass das gesamte Beckenvolumen mehrmals umgewälzt wird. Regelmäßig zweimal am Tag, wenn man es ganz genau nehmen will, muss das Wasser durch den Filter. Ein vermüllter oder zu klein dimensionierter Filter ist eine der häufigsten Ursachen für dauerhaft trübes Wasser, obwohl die Chemie stimmt.

Typische Probleme und was dahintersteckt

Grünes Wasser sind fast immer Algen. Hauptschuldig ist ein zu niedriger Chlorwert, zusammen mit warmem Wetter und Sonnenschein. Eine Stoßchlorung, gefolgt von längeren Filterzeiten, sollte das Becken schnell wieder klar machen.

Trübes, milchiges Wasser hat in der Regel einen zu hohen pH-Wert, zu viele Feinstoffe oder ein überlasteter Filter ist schuld. Hier hilft eine pH-Korrektur, dann ein Flockungsmittel und längere Filterzeiten.

Ein starker Chlorgeruch wird oft falsch gedeutet. Er ist nicht Folge von zu viel Chlor, sondern von Chloraminen, das sind Verbindungen zwischen Chlor und Stickstoffresten wie Schweiß oder Urin. Duschen vor dem Baden verringert diese Belastung erheblich.

Braunes oder rötliches Wasser zeigt gelöstes Eisen oder Mangan, oft aus dem Nachfüllwasser an. Hier helfen spezielle Metallbinder.

Pflegeroutine über die Saison

Eine wirksame Routine besteht aus wenigen, aber dafür umso konsequenter durchgeführten Schritten. Dazu gehört der wöchentliche Blick auf pH und Chlor, das Reinigen von Skimmerkorb und Pumpenvorfilter, regelmäßiges Rückspülen des Sandfilters, mechanisches Absaugen des Beckenbodens. Vor heißen Perioden eine Stoßchlorung, nach starkem Regen wieder einmal die Werte kontrollieren. Wer diese Abläufe verinnerlicht hat, kommt mit viel weniger Chemie aus und verlängert gleichzeitig die Lebensdauer der Technik und des Beckenbelags.

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