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Volatilität oder Risikoeinschätzung

Mathematische Angabe für den Umfang des Risikos

Ein wichtiges Thema an der Börse bei jeglicher Form von Anlage ist die Größe des Risikos, wobei es unterschiedliche Annahmen und pauschale Aussagen gibt. Aktien gelten generell als risikoreicher, dafür kann der Ertrag größer sein. Anleihen wiederum gelten als sicherer, dafür ist der Ertrag geringer. In Wirklichkeit hängt es vom Produkt und dem Zeitpunkt, aber auch von den eigenen Vorstellungen und Zielen inklusive Anlagedauer ab. Ein Börsenbegriff, der im Zusammenhang mit dem Risiko in Börsenberichten gerne verwendet wird, ist dabei die Volatilität.

Volatilität oder das Maß des Risikos

Börsenlexikon VolatilitätEigentlich ist die Volatilität, die sich vom lateinischen Wort volatilis - übersetzt flüchtig oder fliegend - ableitet ein Begriff aus der mathematischen Statistik und definiert nach Formen die mögliche Abweichung von bekannten Werten. Eine Anwendung zum Thema ist in der Politik die mögliche Abweichung der Wählerzustimmung zu den Parteien basierend auf den Werten, die man aus einer Zahlenreihe kennt. Das sind natürlich die Wahlergebnisse der letzten Jahrzehnte.

An der Börse wird diese Statistikfunktion auch genutzt, allerdings ist hier das Thema nicht die Gefahr, dass Wählerinnen und Wähler abhanden kommen können (oder im positiven Fall dazukommen mögen), sondern das Risiko einer Kapitalanlage. Dazu wird auch eine Zeitreihe verwendet, aber diese ist viel kürzer angesetzt. So gibt es zum Beispiel für eine bestimmte Aktie die Volatilität basierend auf den Werten der letzten 30 Tage. Per Definition ist die Volatilität dann das Maß des Risikos, was bedeutet, dass diese Angabe umso höher ist, je höher das Risiko für die Kapitalanlage am Markt eingestuft wird.

Man kann die Höhe des Risikos auch an den Rahmenbedingungen ablesen. Je unsicherer die politische Lage, je unklarer die wirtschaftliche Entwicklung etwa bei der Weltwirtschaft ist, umso höher ist das Risiko, wenn man sein Geld in Finanzprodukte investiert.

Volatilität und Börsenhandel

Dieses Maß an Risiko gibt es für alle Werte von der Währung bis zur Aktie, von der Anleihe bis zum Investmentfonds. Ist die Volatilität sehr hoch, dann ist das Risiko beim Erwerb einer Aktie oder einer anderen Kapitalanlage entsprechend anzusehen. Der Ertrag mag wohl auch ein größerer sein, aber man könnte sein Geld im gleichen Maße auch verlieren. Daher gibt es das Risiko als Berechnungsgrundlage auch für alle Arten von Finanzprodukte, weil ein Risiko ist bei der Anleihe sehr wohl gegeben, selbst bei Staatsanleihen. Das haben die letzten Jahre mehr als deutlich gezeigt.

Für den Börsenhandel gibt es daher auch verschiedene Ansätze, diese Angaben zu interpretieren oder zu nutzen. Wer gerne eine sichere Anlage für sein überschüssiges Geld sucht, wird kaum eine Lösung mit hoher Volatilität, oft als hohe Vola ausgedrückt, suchen. Wer hingegen auf Risiko setzt, sucht genau solche Aktien oder ähnliche Werte, um den Profit zu steigern.

Allerdings ist das Risiko nicht überall gleich anzusehen. Eine hohe Volatilität bei einer Aktie hat eine andere Aussagekraft als der gleiche Wert bei einer Anleihe, was auch in der Natur des Finanzproduktes mit verschieden schneller Veränderungen und/oder Schwankungen liegt.

Ein Praxisbeispiel ist auch ein hoher Wert bei einem Aktienindex. Wenn der Kurs über längere Zeit deutlich gestiegen ist, ist irgendwann der Punkt gekommen, wo man nicht mehr weiß, ob es überhaupt noch weiter hinaufgehen kann. Die Anlegerinnen und Anleger werden nervöser, man reagiert auf Kleinigkeiten von der Pressemeldung bis zum Verkauf eines großen Anlegers und daher kann es zu einer Seitwärtsbewegung kommen. Der Kurs geht mal nach oben und dann wieder nach unten - unterm Strich bleibt er aber auf dem gleichen Niveau. Das Risiko, Geld zu verlieren ist höher als bei einer klaren Marktsituation und daher spricht man auch dann von einer hohen Volatilität.

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