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Eine theoretische Auszahlungsquote von 96 Prozent in den Spielinfos eines Online-Slots, 70 Prozent Regenwahrscheinlichkeit in der Wetter-App und eine Siegchance von 55 Prozent für die favorisierte Fußballmannschaft - die Zahlen sehen eindeutig aus, sind es aber nur selten.
Aktuelle Zahlen zur digitalen Nutzung in Österreich liefern hier ein passendes Beispiel: Im Jahr 2025 verwendeten 86 Prozent der befragten Personen E-Mails, 74 Prozent Videotelefonie und 68 Prozent soziale Netzwerke. Im Vorjahr lagen die Anteile bei 85, 69 und 65 Prozent.
Videotelefonie stieg damit um fünf Prozentpunkte. Als relative Veränderung gerechnet entspricht der Sprung von 69 auf 74 Prozent dagegen einem Zuwachs von rund 7,2 Prozent. Beide Aussagen sind korrekt, beschreiben aber verschiedene Dinge. Die zugrunde liegende Erhebung zur Nutzung digitaler Technologien in österreichischen Haushalten basiert zudem auf einer Stichprobe und nicht auf einer Befragung jeder Person im Land.
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Ein RNG (Zufallsgenerator) ist bei digitalen Spielautomaten am Werk und erzeugt alle Ergebnisse stets völlig unabhängig von der vorherigen Runde. Kommt es beispielsweise zu einer langen Serie ohne einen Gewinn, macht das die Chance auf einen Gewinn im nächsten Durchgang darum nie wahrscheinlicher. Um Fachbegriffe wie Volatilität, RTP-Wert und Einsatzspanne besser auseinanderzuhalten, kann man sich auf Übersichten zu Online-Slots einen Überblick verschaffen. Solche Online-Vergleichsportale beschreiben klassische Walzenspiele, Video-Slots, progressive Jackpots, technische Kennzahlen und mehr.
Der RTP-Wert (Auszahlungsquote) bezieht sich hier auf sehr viele Spielrunden
Bei einem theoretischen RTP von 96 Prozent werden langfristig durchschnittlich 96 Euro je 100 Euro Einsatz an die Gesamtheit der Spielenden zurückgeführt. Daraus folgt nicht, dass eine einzelne Person nach 100 Euro Einsatz genau 96 Euro besitzt.
In einer kurzen Spielphase sind völlig andere Ergebnisse möglich. Die Volatilität beschreibt, wie weit und wie häufig diese Ergebnisse schwanken können. Ein Spiel mit hoher Volatilität kann längere Phasen ohne Auszahlung und seltenere hohe Ausschläge zeigen. Ein niedrigerer Wert steht eher für kleinere, regelmäßiger auftretende Auszahlungen.
Je häufiger ein Zufallsexperiment wiederholt wird, desto eher nähert sich die beobachtete Häufigkeit der mathematischen Wahrscheinlichkeit an.
Bei zehn Münzwürfen müssen nicht fünfmal Kopf und fünfmal Zahl erscheinen. Auch achtmal Kopf wäre nicht ungewöhnlich.
Nach einer Million Würfen dürfte das Verhältnis wesentlich näher an 50 zu 50 liegen. Das Gesetz der großen Zahlen glättet einzelne Ausschläge, beseitigt den Zufall aber nicht.
Darin liegt ein häufiger Denkfehler: Ein langfristiger Mittelwert wird auf eine kleine Zahl von Fällen übertragen. Aus einer Auszahlungsquote, einer Unfallrate oder einer medizinischen Erfolgsquote lässt sich nicht sicher ableiten, wie der nächste Einzelfall endet.
Für 2025 weist die österreichische Straßenverkehrsstatistik 37.825 Unfälle mit Personenschaden aus. Dabei wurden 47.041 Menschen verletzt und 403 getötet. Diese Zahlen zeigen das Ausmaß des Unfallgeschehens, stellen für sich allein jedoch noch keine persönliche Unfallwahrscheinlichkeit dar.
Dafür fehlt die Bezugsgröße. Denkbar wären etwa die Einwohnerzahl, die gefahrenen Kilometer, die Anzahl der Wege oder die Zahl zugelassener Fahrzeuge. Je nach Nenner entsteht eine andere Rate.
Gleiches gilt für regionale Vergleiche: Ein Bezirk mit vielen Unfällen muss nicht automatisch gefährlicher sein als ein Bezirk mit wenigen Fällen. Leben dort erheblich mehr Menschen oder wird wesentlich mehr gefahren, kann sich die Bewertung verändern.
Auf der Bergstraße zwischen Lech und Warth führen Schneefall und Lawinengefahr beispielsweise regelmäßig zu vorsorglichen Sperren. Hier wird nicht auf Gewissheit gewartet - eine ausreichend hohe Risikoeinschätzung genügt für eine Sicherheitsmaßnahme.
Vor der Bewertung einer statistischen Aussage lohnt sich eine kurze Prüfung:
Danach kommt eine fünfte Frage, die häufig vergessen wird: Geht es um eine Gruppe oder um einen Einzelfall?
Eine Erfolgsquote von 80 Prozent bedeutet nicht, dass bei einer bestimmten Person zu 80 Prozent alles gut ausgeht. Sie beschreibt das Ergebnis einer untersuchten Gruppe unter bestimmten Bedingungen. Alter, Ausgangslage, Messmethode und Auswahl der Fälle können das Bild verändern.
Ein Betrieb beschäftigt neun Personen mit je 2.000 Euro Monatsgehalt und eine Führungskraft mit 22.000 Euro. Das durchschnittliche Gehalt liegt bei 4.000 Euro.
Verdient das also eine typische Person dort? Nein.
Der Mittelwert wird durch den hohen Einzelwert nach oben gezogen. Der Median läge in diesem Beispiel bei 2.000 Euro und würde die Verteilung besser abbilden. Solche Unterschiede fallen bei Einkommensdaten, Immobilienpreisen oder Wartezeiten schnell ins Gewicht.
Deshalb ist "im Durchschnitt" keine vollständige Erklärung. Manchmal ist der Mittelwert die passende Zahl und manchmal verdeckt er mehr, als er zeigt.
Wettermodelle können danebenliegen, ohne nutzlos zu sein. Eine Stichprobe kann ein brauchbares Bild liefern, obwohl nicht jeder befragt wurde und eine langfristige Quote kann mathematisch korrekt sein und trotzdem nichts über den nächsten Versuch verraten.
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