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Angebotsoligopol

Wenige Anbieter stehen vielen Nachfragern gegenüber

Die verschiedenen Marktformen bilden sich heraus, weil es stets unterschiedliche Anzahlen von Anbieter und Nachfrager gibt, also von Hersteller und Händler auf der einen Seite und Kundinnen sowie Kunden - Unternehmen wie Privatpersonen - auf der anderen Seite. Eine dieser Marktformen nennt man Angebotsoligopol.

Definition Angebotsoligopol

Ein Angebotsoligopol liegt dann vor, wenn es viele Nachfrager aber nur wenige Anbieter gibt. Diese Anbieter haben eine bequeme Marktsituation, weil die Konkurrenz überschaubar ist und es gibt reichlich Kunden. Es ist also nicht nötig, Kampfpreise einzuführen und man kann moderater mit der Preisgestaltung umgehen.

Allerdings nur theoretisch. Praktisch zeigt sich, dass die Preisreduktion eines Anbieters meist zur Folge hat, dass die anderen Anbieter ebenfalls nachziehen, weil die geringere Konkurrenz zwar nett und überschaubar ist, aber den Nachteil hat, dass der Kunde leichter vergleichen kann. Gibt es ein Produkt, das er sich wünscht und es gibt 100 Anbieter, ist ein Preisvergleich zwar über Webseiten für Preisvergleiche noch möglich, ohne Internet aber kaum mehr. Gibt es aber nur fünf Anbieter, fällt der Preisvergleich schon wesentlich einfacher.

Angebotsoligopol in der Praxis

VWL AngebotsoligopolDiese Überlegung zeigt, wie komplex die Marktformen sind. Das Angebotsoligopol demonstriert mit den beiden vorgestellten Überlegungen, wie verflochten die Situation des Anbieters und des Nachfragers ist. Scheinbare Vorteile des Anbieters werden schnell zum Nachteil, weil der Kunde auch Vorteile hat - er hat eine leicht zu kontrollierende Anzahl an Anbieter und obwohl generell die Marktsituation für den Anbieter spricht und man von einem Verkäufermarkt ausgehen kann, ist doch der Kunde am Drücker.

Praktische Beispiele für ein Angebotsoligopol sind der Treibstoff und medizinische Arzneien. Beim Treibstoff gibt es eine Unzahl an Nachfrager, weil ohne Sprit gibt es kein Fahren mit Motorrad oder Auto. Andererseits gibt es nur wenige Anbieter. Dennoch kann man sich nicht jeden Benzinpreis oder Dieselpreis leisten, weil die Leute sonst drei Ecken weiter tanken und das hat zur Folge, dass der Umsatz einbrechen kann. Allerdings hängt das von der Situation am Markt ab. Wenn nämlich der Preis sehr ähnlich und sehr hoch ist, hat der Kunde keine Auswahlmöglichkeit, wobei die Diskussion der Preisabsprache dann im Raum stehen könnte.

Auch bei den Medikamenten gibt es wenige Anbieter, aber viele Leute, die danach fragen - ein klassischer Fall für ein Angebotsoligopol. Hier hat man nicht so viele Möglichkeiten, einen Wechsel des Anbieters durchzuführen. Ein weiteres Beispiel sind wenige Anbieter einer Internetverbindung oder vielleicht überhaupt nur drei Stück in unmittelbarer Nähe. Zwar ist es nett, wenn es 300 Kilometer weiter einen günstigeren Anbieter gäbe, aber wenn sein Netz nicht bis zur Haustüre reicht, hilft das wenig.

Angebotsoligopol und Preiskontrolle

Es gibt am Markt einige Situationen, in denen der Preis vom Staat beeinflusst wird. Das ist vor allem dort der Fall, wo viele Betroffene bestehen würden und wo es auch um die Gesundheit oder soziale Sicherheit geht. Bei Milch, Brot und ähnlichen Grundnahrungsmitteln gibt es Begrenzungen, wie viel bestimmte Lebensmittel kosten dürfen und damit verändert sich automatisch das gesamte System, weil die Rahmenbedingungen aus Sicht der Anbieter deutlich andere sind als vom Markt her vorgesehen wäre.

Mit der Begrenzung der Preise stellt der Staat sicher, dass man sich auch bei einem geringen Einkommen die Lebensmittel noch leisten kann wie etwa Mindestpensionisten oder alleinerziehende Elternteile und Privathaushalte, in denen zwar der Arbeit nachgegangen wird, aber aus den verschiedensten Gründen wenig Einkommen erzielt wird.

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