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Angebotsmonopol am Markt

Ein Anbieter steht vielen Nachfragern gegenüber

Angebot und Nachfrage bestimmen, soweit es keine staatliche Regelung gibt, den Preis, aber auch die Vielfalt. Entscheidend sind dabei auf beiden Seiten - jener der Anbieter und jener der Nachfrager - sowohl der Umfang der Motivation als auch die Menge der jeweiligen Anbieter bzw. Nachfrager.

Es macht einen Unterschied, ob man aus einer Laune heraus ein Eis beim Eissalon kaufen möchte oder ob man ein Getränk für die Wanderung vergessen hat und durstig bei der Hütte am Berg ankommt und etwas zum Trinken haben möchte. Das Eis muss man nicht unbedingt haben, das Getränk braucht man auf alle Fälle und das wirkt sich auf die Preisgestaltung aus.

Aber noch wichtiger ist die Form des Marktes, der sich durch Angebot und Nachfrage in verschiedene Richtungen bewegen kann. Ein Beispiel dafür ist das Angebotsmonopol. Monopol ist ein Begriff aus dem Griechischen, wobei Mono für alleine und pol für verkaufen steht.

Definition Angebotsmonopol

VWL AngebotsmonopolEin Angebotsmonopol bedeutet, dass es nur einen Anbieter gibt, aber viele Nachfrager, beispielsweise den Hüttenwirt, der die Wanderer versorgt. Er kann einen deutlich höheren Preis für seine Angebote verlangen, als eine Würstelbude in der Stadt, die starke Konkurrenz hat. Der Hüttenwirt hat ein Angebotsmonopol. Natürlich gibt es auch noch andere Hütten, aber die wird man erst nach Stunden erreichen können. Daher kann der Hüttenwirt den Preis einfacher gestalten. Er kann einmal abgelten, dass er mehr Aufwand hat, um die Waren zur Hütte zu bringen, aber er kann auch den Preis etwas erhöhen.

Theoretisch ist er der König und kann verlangen, was er will - wenn es keine gesetzliche Regelung gibt. Aber auch das stimmt nicht ganz, weil wenn er es mit den Preisen übertreibt, verzichten die potentiellen Kunden doch auf die Konsumation und er bleibt auf seiner Ware sitzen. Außerdem braucht auch ein Angebotsmonopolist gute Werbung, am besten durch Mundpropaganda. Sind die Leute aber sauer, weil der Preis ihrem Empfinden nach viel zu hoch gewählt ist, wird die positive Werbung ausbleiben. Es kann zwar gut sein, dass er kurzfristig einen großen Gewinn macht, mittelfristig wird sich herumsprechen, was Sache ist und dann ist er zwar noch immer der einzige Anbieter weit und breit, aber Erfolg wird erkennen einfahren können.

Angebotsmonopol und die Macht am Markt

Wenn sich nämlich, um beim Beispiel zu bleiben, herumspricht, wie teuer die Hütte ihre Angebote anbietet, dann werden viele Wanderer dies im Internet lesen oder über andere Kanäle hören und entsprechend andere Routen auswählen. Der Hüttenwirt wird nicht mehr lange wirtschaftlich überleben können. Daher ist die Macht je nach Situation verschieden zu sehen.

Wenn es zum Beispiel nur einen Anbieter für Gas oder Strom gäbe, wäre die Lage ganz anders, weil man auf die Hütte verzichten kann, auf die Energie in der Wohnung oder im Einfamilienhaus hingegen nicht. Das Angebot und vor allem die Form von Produkte und Dienstleistungen entscheidet daher auch über die Macht, die man am Markt hat und damit auch über die Möglichkeiten, wie man in der Preisgestaltung agieren kann.

Das Spiel mit der Macht

Man kann diese Überlegungen noch weiter auf die Spitze treiben und zwar insofern, dass Dritte die Macht ausnutzen. Das ist mittlerweile sehr einfach möglich, weil man über die Börse agieren kann. Es gibt eine starke Abhängigkeit von der Energie - bei Strom, bei Gas, aber vor allem beim Erdöl. Die wenigen weltweiten Ölkonzerne können fast verlangen was sie wollen und haben die Macht über praktisch die gesamte Menschheit - zumindest über jenen Teil, der mit Benzin oder Diesel sein Auto antreibt und das ist ein erheblicher Teil der Menschheit.

Nun gibt es aber auch Leute, die diese Macht nicht am Markt haben, sie aber nutzen können wie die Spekulanten an der Börse. Sie besitzen nicht das Erdöl, sie handeln aber mit der Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen mehr oder weniger von diesem schwarzen Gold brauchen könnten. Und damit treiben sie auch den Preis in die Höhe. 2007 und 2008 stieg der Ölpreis bis über 140 US-Dollar pro Fass, wobei alle Volkswirte kundtaten, dass es keinen realwirtschaftlichen Grund gab, warum der Ölpreis so hoch gestiegen ist. Das heißt, die Abhängigkeit der Menschen vom Erdöl ist zum Spielfeld für Spekulanten geworden, die hohe Erträge erreichen können (nicht müssen), ohne überhaupt im Besitz der Macht im Sinne des Angebotsmonopols zu sein. Damit verschärft sich natürlich auch die Ausgangssituation.

Mehr noch: es könnte passieren, dass viele für eine Zeit auf das Auto verzichten, weil es zu teuer geworden ist und der eigentliche Monopolist kann nicht den Erfolg einfahren, der möglich sein sollte.

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