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Brain-Drain oder Abwanderung junger Arbeitskräfte

Keine Perspektive in der Heimat

Brain-Drain, auch Brain Drain oder Braindrain geschrieben, ist ein englischer Ausdruck, der sich mit Gehirn-Abfluss übersetzen lässt, gemeint ist aber eher der Talenteschwund oder wirtschaftlich formuliert die Abwanderung junger und guter Arbeitskräfte ins Ausland. Das ist für die Menschen ein Problem, aber auch für das Land, das sie verlassen und gilt nicht nur für arme Länder.

Definition Brain-Drain

Darunter ist die Flucht von vor allem junger Menschen gemeint, die ihr Heimatland verlassen, um im Ausland einen Arbeitsplatz, mitunter auch einen Ausbildungsplatz zu finden. Sie finden daheim nicht die Möglichkeiten vor, um eine gesicherte Zukunft sicherstellen zu können und entscheiden sich für das Risiko, im Ausland Fuß zu fassen, was für niemanden wirklich einfach ist. Manchmal wird auch mit Wirtschaftsflüchtlingen ein Begriff genutzt, der für Zuwanderer gilt, aber das ist nicht das Thema der betroffenen Leute, die gerne in der Heimat bleiben würden, aber nicht können.

Brain-Drain und das Beispiel Südeuropa

Man denkt an die Menschen aus Afrika, die massenweise versuchen, in Europa eine bessere Zukunft aufzubauen, aber soweit muss man sich gedanklich gar nicht bewegen. Als Folge der globalen Wirtschaftskrise mit nachfolgender Eurokrise ist die Arbeitslosigkeit in Südeuropa erschreckend hoch. In Griechenland gibt es über einen langen Zeitraum kaum unter 27 % Arbeitslosigkeit laut Eurostat-Statistik, die bekanntlich nicht alle Personengruppen berücksichtigt. Nach der strengeren Berechnung, wie sie in Österreich angestellt wird, wäre die Arbeitslosigkeit vermutlich eher bei 30 bis 35 % angesiedelt. Also ist jeder dritte Mensch in Griechenland von Arbeitslosigkeit betroffen. In Spanien sind es 25 % laut Eurostat-Statistik und auch nicht wirklich eine bessere Situation.

Daher sind von Portugal bis Griechenland viele junge Leute dazu übergegangen, ihr Land zu verlassen und ihr Glück in Deutschland, Österreich oder in den Beneluxländern zu versuchen. Hier gibt es mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt und viele dieser jungen Leute sind sehr gut ausgebildet und willens, eine gute Leistung zu erbringen. Also Voraussetzungen, die Unternehmen häufig suchen und daher sind die Leute manchmal sogar eine Art Rettungsanker, wenn man im heimischen Arbeitsmarkt keine geeigneten Leute findet.

Keine Perspektive und langfristige Systemprobleme

Der Hintergrund der Abwanderung oder auch Arbeitsflucht ist die Perspektivlosigkeit. Über Jahre hat sich in Südeuropa keine Entspannung ergeben, die die Überzeugung bieten könnte, dass es besser wird. Daher ist die Abwanderung für viele der einzig sinnvolle Weg, zumal es auch Angebote aus reicheren Ländern gibt, die solche Menschen als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen.

Die Problematik rund um Brain-Drain ist eine langfristige. Denn die Länder, die die jungen Leute, viele zwischen 25 und 30 Jahre alt und sehr gut ausgebildet, verlieren, verlieren sie vielleicht für immer und dann gibt es für die Volkswirtschaft nicht die breite Basis für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Das Zurückholen von Menschen, die das Heimatland verlassen haben, ist schwierig und manchmal sogar unmöglich. Damit verliert ein Land schnell eine ganze Generation an Stützen, die man bräuchte, um in sicherere Gesamtsituationen steuern zu können.

Auch reichere Länder von Brain-Drain betroffen

Aber nicht nur in Südeuropa gibt es das Problem, dass es an Arbeitsangebot mangelt. Viele Menschen aus Deutschland arbeiten in Österreich, weil sie in der Heimat keine Chance haben. Das gilt vor allem für Leute aus dem ehemaligen Ostdeutschland, aber auch aus dem ehemaligen Westdeutschland steuern viele in der Wintersaison die alpinen Gastronomiebetriebe in Österreich an, weil sie daheim keinen Arbeitsplatz finden.

Tatsächlich arbeiten in Österreich mehr deutsche Ausländer als zum Beispiel aus dem ehemaligen Jugoslawien oder aus der Türkei. Und auch aus Österreich ziehen sich junge Menschen zurück und versuchen in Deutschland, Frankreich, England und vor allem in den USA ihr Glück. Hier gilt ebenfalls, dass die Rückkehr häufig kein Thema mehr ist, teilweise auch, weil die Ausbildungen zu unterschiedlich oder die Karriereplanungen nicht vergleichbar sind.

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Der Arbeitsplatz ist das Ziel für die Menschen, um genug Geld verdienen zu können, das das Leben finanzieren kann. Aber die Geschichte mit dem Arbeitsplatz ist viel komplexer und auch komplizierter geworden. Auch sprachlich gibt es verschiedene Ansätze und viele sagen nicht mehr Arbeitsplatz, sondern englisch Job. Der Job ist dabei auch die Grundlage für weitere Konzepte wie der Job Rotation.

Ein Spezialfall ist der Nebenjob als zusätzliche Möglichkeit, Geld verdienen zu können - etwa auch neben einer universitären Ausbildung. In Sachen Arbeit und Arbeitsplatz gibt es aber auch schon alte Konzepte wie etwa die Schichtarbeit und schon lange ist auch die Teilzeitarbeit bekannt, etwa für die Halbtagsstelle, die viele Mütter angestrebt haben, um auch mehr Zeit für die Kinder zu haben.

Die Freistellung vom Arbeitsplatz für eine geraume Zeit ist erst im Laufe der Zeit ermöglicht worden. Ein Problem der Gegenwart ist die Hektik, oft auch als Arbeitsverdichtung bezeichnet. Die Arbeitsteilung ist hingegen längst üblich.

Rund um den Arbeitsplatz gibt es verschiedene weitere Begriffe und Überlegungen. Arbeitsplatz vs. Digitalisierung ist eine der oft diskutierten Fragen mit der Sorge, dass durch die Digitalisierung noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen können. Die Arbeitskleidung ist ein wichtiger Schutzfaktor am Arbeitsplatz. Die Zusatzleistungen am Arbeitsplatz sorgen für mehr Wohlbefinden und eine engere Bindung an das Unternehmen oder die Organisation.

Arbeitsteilung, politische Probleme und finanzielle Nöte sorgen auch für richtig kritische Situationen wie dem Brain-Drain. Und manchmal gibt es ganz neue Ansätze wie beim Crowdworking.

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Brain-Drain am ArbeitsmarktArtikel-Thema: Brain-Drain oder Abwanderung junger Arbeitskräfte

Beschreibung: "Brain-Drain" ist ein Ausdruck, der die starke Abwanderung von jungen Arbeitskräften ins Ausland umschreibt - eine kritische Situation.

letzte Bearbeitung war am: 15. 10. 2020

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