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STS - Fürstenfeld

Fürstenfeld: Der Anfang vorm Ende

Die Mannen von STS - Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz hatten sich schon zeitweise seit 1975 zusammengefunden, um gemeinsam Musik zu machen, aber erst 1978 wurde STS gegründet, doch der Erfolg war mäßig, weshalb sich die drei Steirer Nebenjobs suchen mussten. Als sich trotz kleinerer Erfolge in den Folgejahren der große Durchbruch nicht einstellen wollte, war man am Überlegen, die Band überhaupt sein zu lassen. Und dann passierte das, was im Musikgeschäft oft passiert.

Fürstenfeld und der zufällige Erfolg

Es war Anfang 1984, als sich STS konkret überlegt hatte, mit Jahresende aufzuhören, als Amadeo, eine Wiener Plattenfirma eine LP finanzieren wollte. Die Firma hatte die Demobänder von STS gehört und war von der Band überzeugt. Es kam noch schräger, denn nachdem im Frühjahr 1984 die zweite LP von STS, Überdosis G´fühl, aufgenommen war, meinte Amadeo, dass noch für ein Lied Platz wäre und das war ausgerechnet jenes Fürstenfeld, mit dem STS durchstarten sollte.

Zufall oder nicht, Fürstenfeld wurde als Single ausgekoppelt war Nummer 1 in Österreich und stieg auch in die Hitparaden von Schweiz und Deutschland ein. Damit war die Auflösung von STS vom Tisch und stattdessen war die Band mitten in der Erfolgswelle des Austropop, der damals mit Dialektliedern Hochsaison hatte.

"Fürstenfeld" war dabei eine Impulszündung in mehrfacher Hinsicht. Denn durch den Erfolg dieses Liedes einer steirischen Band bekamen viele andere steirische Bands und Musiker Rückenwind und EAV, KGB und viele andere starteten ebenfalls durch. Durch das witzige Video von Fürstenfeld, in dem die Wiener Szene ein wenig durch den Kakao gezogen wurde, entstand auch eine Konkurrenzsituation zwischen Wien und der Steiermark, den beiden großen Erfolgszentren des Austropop Mitte der 1980er-Jahre, wobei die Musiker damit weniger Probleme hatten. Vielmehr waren es gute Geschichten für die Medien.

Immerhin arbeiteten die Wiener mit den Steirern und allen anderen relevanten KünstlerInnen in Österreich zusammen, als man "Austria for Afrika" aufnahm oder gegen Atomkraftwerke demonstrierte und sang.

"Fürstenfeld" war nicht nur sehr erfolgreich, das Lied wurde auch zur Hymne. An sich stammte das Lied von Josef Jandrisits, einem steirischen Komponisten, der es 1982 schuf. STS arrangierte es nach Erlaubnis von Jandrisits um, schrieb einen neuen Text und so wurde das Lied zum Hit, dessen Inhalt mit der großen Heimatverbundenheit von Günter Timischl zu tun hat.

"I wü wieda ham nach Fürstenfeld" (Ich will wieder heim nach Fürstenfeld) wurde zur Hymne für alle Heimkehrer, Pendler etc. Auch Leute, die lange auf Urlaub waren, singen dieses Lied mit individuellem Zielort gerne und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. "Fürstenfeld" wurde zum fixen Bestandteil der österreichischen Musikszene.

Und doch war es eher Zufall, dass es zu dem Lied, zum Erfolg von STS und zu diesem Hit kam, wie so oft im Musikgeschäft. Im nachhinein kann sich keiner vorstellen, dass es die Superhits von STS nicht gegeben hätte, aber viel hatte nicht gefehlt und es wäre so gekommen. Und noch dazu mochte STS das Lied gar nicht - aber auch das kam schon oft in der Musikgeschichte vor.

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Informationen

Titel: Fürstenfeld
Interpret: STS
Album: Überdosis G´fühl
Erscheinungsjahr: 1984
Text: Josef Jandrits
Musik: Schiffkowitz

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