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Innenfinanzierung der Unternehmen

Einsatz des Gewinnes

Die Innenfinanzierung zählt zu den Begriffen rund um die Finanzierung und ist das genaue Gegenteil der Außenfinanzierung. Bei der Außenfinanzierung werden Gelder von außerhalb des Unternehmens organisiert, um Investitionen, Forderungen und dergleichen finanzieren zu können.

Was versteht man unter der Innenfinanzierung?

Der Name verrät bereits, dass es sich bei der Innenfinanzierung um Gelder handelt, die bereits im Unternehmen vorhanden sind. Meistens wird die Innenfinanzierung mit dem Einbehalten des Gewinnes gleichgesetzt, aber das ist eine unzureichende Erläuterung.

Tatsächlich ist das Einbehalten des Gewinnes eine Möglichkeit der Finanzierung. Wenn man sich dafür entscheidet, nicht den gesamten Gewinn auf die beteiligten Mitglieder aufzuteilen, sondern einen Teil, vielleicht sogar den größeren, für die Investition in neue Aufgaben einzusetzen, ist eine Innenfinanzierung gegeben, weil die Gelder innerhalb des Unternehmens bereits vorhanden sind. Aber man kann das Geld auch anders einsetzen, wenn man den Unternehmensgewinn nutzt, um aktuelle Schulden zu reduzieren.

Dazu gibt es auch andere Möglichkeiten der Finanzierung, die vor allem auf der Seite der Buchhaltung (Buchführung) aufgegriffen werden können. Sie werden nachstehend erläutert. Diese Form der Innenfinanzierung ist nur buchhalterisch möglich, weil volkswirtschaft sind diese Zahlenspiele nicht relevant. In der Volkswirtschaft gilt die Ausgabe und Einnahme, wie sie passiert und es zählen die Fakten und keine vorausberechneten Kosten, die aktuell gar nicht anstehen.

Abschreibungsfinanzierung als Form der Innenfinanzierung

Eine weitere Möglichkeit der Innenfinanzierung ist die sogenannte Abschreibungsfinanzierung. Bei Anlagegüter, beispielsweise bei Maschinen, Computeranlagen usw., wird Jahr für Jahr ein Aufwand als Abschreibung gewinnmindernd in den Jahresabschluss eingebaut. Tatsächlich gibt es aber diesen Aufwand vorerst nicht, er wird erst dann relevant, wenn man eine neue Maschine kaufen muss. Natürlich hat die Abschreibung den Sinn, Gelder zu sparen, um dann auch die Finanzmittel zu haben, um neue Maschinen anzuschaffen.

Bei der Abschreibungsfinanzierung nützt man diesen Vorteil aus und finanziert in der Zwischenzeit in andere Arbeitsbereiche, in neue Ideen oder ähnliche Geschäftsfelder. Der Haken: es gilt zu überlegen, dass die Abschreibung ja nicht nur gewinnmindernd wirkt, sondern auch als Vorbereitung für die Reinvestition in Maschinen dient. Diese Gelder anderweitig auszugeben und dann kein Geld für den tatsächlichen Neukauf der Anlagegüter zu haben, birgt ein großes Risiko.

Auch möglich: die Rückstellungsfinanzierung

Eine dritte Form der Innenfinanzierung ist die Rückstellungsfinanzierung. Im Grunde bemüht man dabei den gleichen Gedanken wie bei der Abschreibungsfinanzierung. Rückstellungen können zum Beispiel für die zu erwartenden Pensionsansprüche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebildet werden. Da vorerst niemand in Pension gehen wird, könnte man die Gelder in der Zwischenzeit für Investitionen nützen. Auch hier gilt zu bedenken, dass man die Rückstellung nicht zum Vergnügen bilden soll und dass die Gelder irgendwann wirklich gebraucht werden.

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Im Zusammenhang mit der Finanzierung gibt es einige grundsätzliche Betrachtungsweisen, was Unternehmen betrifft. Es gibt die Außenfinanzierung für Gelder, die außerhalb des Unternehmens aufgestellt wurden und als Gegenteil die Innenfinanzierung wie etwa erwirtschaftete Gewinne. Es gibt auch den Unterschied zwischen der Eigenfinanzierung und der Fremdfinanzierung wie man sie bei den Lieferverbindlichkeiten kennt.

Mit dem Businessplan wird eine Aufstellung erreicht, mit welchen Zahlen man rechnet und ob sich die Geschäftsidee überhaupt auszahlen wird. Denn man möchte natürlich einen Gewinn einfahren. Der Finanzplan ist dabei Teil des Businessplan und im ganz großen wie etwa beim Staat gibt es diese Überlegung auch mit dem Haushaltsplan. Ein weiterer Begriff zum Thema ist der Kapitalplan.

Eine der Funktionen vom Businessplan ist die Selbstkontrolle der Finanzen, aber eine andere ist, dass man mit diesen Unterlagen Geld von außen für den Start erhalten kann. Das kann eine Bank sein, aber auch ein Investor, was auch zum Begriff des Investitionskapital führt und auch zum Risikokapital. Bei großen Unternehmen kann auch das Rating eine Rolle spielen.

Bei kleineren Summen kann ein Kontokorrentkredit helfen, aber manchmal wie beim Kauf von Immobilien braucht es eine größere Summe. Immer wieder scheitert man bei der Bank und manche helfen sich dann mit der Lösung des Crowdfunding.

Finanzierung ist aber nicht nur der Aufbau eines Unternehmens, sondern vor allem Geldfragen im Alltag. Man kann seine Forderungen gegenüber Kunden per Factoring auslagern, den Skonto nutzen und einen Rabatt ausverhandeln sowie statt einem Fixkauf mit Leasing arbeiten. Weitere Finanzierungsfragen betreffen eine mögliche Anzahlung oder die Entscheidung zur Investition oder das Festlegen vom Zahlungsziel gegenüber den eigenen Kundinnen und Kunden.

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Innenfinanzierung im UnternehmenArtikel-Thema: Innenfinanzierung der Unternehmen

Beschreibung: Die Innenfinanzierung ist eine Art der Unternehmensfinanzierung, bei der die Geld innerhalb des Unternehmens zur Verfügung stehen.

letzte Bearbeitung war am: 04. 10. 2020

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