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Erdbeben und Erdbebenwellen

Erdbebenwellen: Bestimmung der Lage

Wenn sich ein Erdbeben ereignet, dann gilt es herauszufinden, wie stark es ist und vor allem, wo es stattfindet. Neben der lokalen Reaktion, weil die Menschen spüren, dass der Boden in Bewegung gerät oder Wände zu zittern beginnen, gibt es auch die seismische Messung, die dadurch möglich wird, weil das Erdbeben drei verschiedene Wellen ausstrahlt.

Man spricht bei den Wellen von Erdbebenwellen oder auch von Raumwellen, die sich in drei Kategorien untergliedern lassen.

P-Wellen oder Primärwellen

Diese Wellen gehen vom Erdbebenherd, dem Hypozentrum und Ausgangspunkt des Erdbebens in Ausbreitungsrichtung aus und sind die schnellsten Wellen. Sie breiten sich durch den Erdboden aus und finden auch im Wasser ihre Fortsetzung. Die Wellen können gebrochen werden, verzerrt und abgebremst, was davon abhängig ist, durch welches Material die Primärwellen strömen.

S-Wellen oder Sekundärwellen

Die zweite Wellenart bewegt sich quer zur Ausbreitungsrichtung vom Erdbeben aus und ist langsamer als die erste Wellenart. Außerdem kann sie sich nicht durch Wasser fortsetzen.

Oberflächenwellen

Wesentlich für die Schadensquantität eines Erdbebens und für die Frage, ob es zu einer Katastrophe kommen kann oder nicht sind die Oberflächenwellen. Diese nehmen mit Stärke ab, je tiefer das Erdbeben seinen Ausgangspunkt hat. Ein gar nicht so starkes Erdbeben mit einer Magnitude von 5,0, das aber in fünf Kilometer Tiefe stattfindet, kann mehr Schaden anrichten als ein starkes Erdbeben mit 7,0 Magnitude, das in 30 Kilometer Tiefe seinen Ausgangspunkt hatte.

Soweit, so gut. Wie wird nun aber ermittelt, wo ein Erdbeben stattgefunden hat und wie stark es war? Die Antwort liegt im Seismograph und den ersten beiden Wellen. Durch den Zeitunterschied zwischen der Primärwelle eines Erdbebens und der Sekundärwelle kann man mittels aufgezeichneter Diagramme feststellen, wo sich das Erdbeben zugetragen hat. Aufgezeichnet werden die Daten durch Seismographen, die weltweit an den verschiedensten Orten angebracht wurden und die Erdbewegungen messen. Wenn drei verschiedene Geräte die gleiche Messung ergeben, hat man den Ort so eingegrenzt, dass man das Epizentrum kennt und man kennt auch die Stärke des Erdbebens.

Die Erdbebenwellen sind nicht auf den Einzugsbereich des Erdbebens beschränkt. Wenn man in eine glatte Wasseroberfläche einen Gegenstand wirft, zum Beispiel einen Stein oder ein Spielzeug, dann entstehen Wellen, die solange fortgesetzt werden, bis sich das Wasser beruhigt hat oder - wahrscheinlicher - bis der Rand des Waschbeckens, Behälters oder der Badewanne erreicht ist. Die Erde hat keinen Rand und die Wellen setzen sich solange fort, bis sie kaum mehr messbar sind.

Ein Beispiel: das verheerende Erdbeben von Japan im März 2011 war in den Messstationen Österreichs auch noch zu spüren, obwohl Japan sehr weit entfernt liegt. Zwar sind dies nur noch Mikrobeben, aber die Wellen des Erdbebens haben sich vom Hypozentrum vor der Küste Japans bis nach Europa fortgepflanzt.

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Erdbeben Erdbebenwellen WellenartenArtikel-Thema:
Erdbeben und Erdbebenwellen
letztes Datum:
13. 01. 2020

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