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Wetter im Winter 2020/21

Zu warm, aber nicht ganz so extrem wie erwartet

Der Sommer 2020 war nicht nur geprägt von der Corona-Krise weltweit, sondern auch von einem unbeständigen Wetter in Österreich. Es war nie kalt, aber es gab reichlich Gewitter, starke Windphasen und auch einiges an Niederschlag, was aber im viel zu trockenen Osten vor allem während der Frühlingsmonate angenehm war. Hitzewellen haben sich nicht ergeben - oder fast nicht. Dafür war der September viel zu warm und dann aber auch stabil warm, wie der Juni hätte sein sollen. Dass der September wärmer war als der Juni war schon seltsam oder fast krank und ein weiteres Indiz für den Klimawandel.

Wie wird jetzt der Winter 2020/2021? Schon vorweg scheint klar, dass der Oktober viel zu warm ausfallen wird und der November sollte nach den bisherigen Erkenntnissen deutlich zu warm ausfallen. Das ist interessant und fast witzig, weil dieser Text am 27. September 2020 geschrieben wurde und am Vortag gab es intensiven Schneefall bis weit unter 1.000 Meter herab. Der erste Gruß des Winters, auch der letzte?

So war es wirklich

Der Dezember 2020 war wie vorhergesagt deutlich zu warm, im Schnitt um 1,6 Grad wärmer als in Österreich langfristig üblich. Damit hatte die Langfristprognose durchaus recht, aber im Jänner änderte sich das Spiel. Vor allem in Kärnten und Osttirol gab es zum Teil klirrende Kälte mit Nachttemperaturen unter -15, zum Teil sogar -20 Grad Celsius und auch tagsüber war es sehr kalt. Im Norden und Osten war es bis Mitte Jänner hingegen noch sehr mild - zu mild für die Jahreszeit. Schnee war Mangelware.

Dieser Unterschied war auch beim Niederschlag sehr deutlich zu spüren. In Kärnten und Osttirol gab es intensiveste Schneefälle und meterhohe Schneeberge entlang der Straßen, in Niederösterreich gab es kaum Schnee.

Das Wetter stellte sich im Februar aber um und es kam zu einer direkten Luftströmung aus Norden, womit polare Kaltluft für Temperaturrekorde in Deutschland und zum Teil auch in Österreich sorgte. Selbst im viel zu milden Wien gab es einige Tage Dauerfrost, also Temperaturen unter Null Grad als Tageshöchstwerte. Damit hatte sich der Winter doch durchgesetzt, aber diese Phase dauerte nicht lange und es kam Milde Luft vom Atlantik und aus Spanien, sodass etwa in Vorarlberg gegen Ende Februar Temperaturen von 20 Grad und mehr im Schatten erzielt wurden. Einige Gemeinden erreichten neue Temperaturrekorde für Februar. Und der Niederschlag wurde Mangelware, es war viel zu trocken für den Monat Februar.

Unterm Strich war der Winter im Flachland um 0,8 Grad wärmer als er sein sollte, auf den Bergen war er um 0,5 Grad zu warm. Damit gab es eine Abweichung nach oben, aber nicht die Abweichung von 1 bis 3 Grad, die schon in Aussicht gestellt wurde. Aber man muss berücksichtigen, dass es extreme Werte gab. Minus 20 Grad rechnet sich mit plus 20 Grad auf und so gibt es einen moderaten Anstieg der Temperatur, wobei 0,8 Grad auch schon ein deutlicher Anstieg in Summe ist. Zu warm war der Winter definitiv, weiße Weihnachten gab es auch nicht - in Städten wie Wien oder Eisenstadt schon seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr und 20 cm Neuschnee auf den Autos hat Wien schon ewig nicht mehr erlebt.

Zum Nachlesen gibt es nachstehend die ehemalige Langfristprognose aus dem September 2020 zum Vergleich.

Langfristprognose für den Winter 2020/21

Der Sommer 2020 war geprägt von unbeständigem Wetter. Eigentlich war es erst im September 2020 stabil warm und dann natürlich viel zu warm für den September, von Juni bis August gab es durchaus hohe Temperaturen und reichlich Tropennächte, aber keine Hitzewellen wie in den Jahren davor.

Doch tiefwinterlich sollte der Winter 2020/2021 auch diesmal nicht werden. Der letzte Winter war schon sehr warm und der neuerliche könnte ähnlich extrem ausfallen, denn die Wettermodelle aus den USA und aus Europa gehen davon aus, dass die Temperaturen deutlich zu warm ausfallen sollten, der Niederschlag könnte aber auch zulegen.

Wesentliche Aussagen der Langfristprognose

Temperatur von Dezember 2020 bis Februar 2021: um durchschnittlich 1 bis 3 Grad zu warm

Niederschlag: im Dezember und Jänner mehr Niederschlag als üblich, im Februar normale Werte

Das bedeutet, dass es vor allem in den Niederungen einies an Regen geben könnte und viel Niederschlag heißt meist auch, dass es eine Westwetterlage gibt. Der extreme Schneefall in Österreich, aber auch in Bayern entstand durch zwei Wettersysteme, deren Grenze der Alpenhauptkamm bildete. Der Niederschlag konnte nicht nach Süden weiterziehen und blieb im Norden hängen. Bei zu warmen Temperaturen wäre dann aber statt dem erwünschten Schneefall Regen zu erwarten, selbst in mittleren Lagen.

Ein Westwetter bringt immer mehr Niederschlag, ein Ostwetter kalte Temperaturen aus Russland. Es könnte also ein milder Dezember werden, auch ein deutlich zu warmer Jänner mit einigen Regen und auf den Bergen Schneefall - aber wohl nur in hoher Lage und damit das nächste Problem für die Wintersportorte.

Was heißt das Ganze nun für Österreich?

Nachstehend sind die Temperaturen für die österreichischen Landeshauptstädte und die Monate Dezember, Jänner und Februar eingetragen. Es sind dies die durchschnittlichen Werte jedes Monats, also keine Aussage darüber, ob es auch einmal 15 Grad plus oder minus geben kann. Wenn es nun um ein Grad kälter ist, bedeutet es zum Beispiel für Wien, dass statt 1,1 Grad im Schnitt im Dezember 0,1 Grad haben könnte - und dann ist Schneefall schon wahrscheinlicher. Gibt es aber um zwei Grad mehr als in den Daten abzulesen, dann ist der Schnee im Flachland zumindest Mangelware.

Die langfristigen Werte wurden für den Zeitraum 1981 bis 2010 ermittelt und sehen in den Landeshauptstädten Österreichs so aus:

Wien 1,1 / 0,3 / 1,5 Grad (Dezember / Jänner / Februar)
St. Pölten 0,1 / -0,8 / 0,5
Linz 0,7 / -0,4 / 0,9
Salzburg 0,0 / -1,1 / 0,3
Innsbruck -0,1 / -1,0 / 0,8
Bregenz 1,6 / 0,4 / 1,1
Klagenfurt -1,4 / -2,8 / -1,4
Graz 0,0 / -1,0 / 1,0
Eisenstadt 0,8 / -0,1 / 1,3

Datenquelle: https://www.zamg.ac.at

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Mit dem Thermometer gelingt es, die aktuelle Temperatur oder genauer Lufttemperatur in Celsius zu messen, wobei zu berücksichtigen ist, dass man die Temperatur richtig erfasst. Wind und Luftfeuchtigkeit spielen auch eine große Rolle und so gibt es weitere Begriffe wie etwa den Taupunkt und die gefühlte Temperatur oder auch Behaglichkeitstemperatur sowie die effektive Temperatur beim Wetter.

Beim kalten Wetter gibt es den Frost oder an sehr kalten Tagen auch den DauerfrostNachtfrost in kalten Nächten ist dann auch ein Thema, aber dieses Thema ist in der Landwirtschaft häufiger ein Problem und zwar im Frühjahr, wenn klare Nächte für Frost sorgen, obwohl schon alles blüht. Im Winter ist eher die Inversion ein Thema, wenn im Tal durch Hochnebel kaltes Wetter und miese Sicht herrscht, auf den Bergen aber traumhaft warmes Wetter gegeben ist. Und dann gibt es auch noch das Tauwetter.

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    Infos zum Artikel

    Wetter im Winter 2020/2021Artikel-Thema: Wetter im Winter 2020/21

    Beschreibung: Der Winter 2020/2021 wurde als sehr warm angekündigt, war es zum Teil auch, aber zum Teil gab es in Österreich extrem tiefe Temperaturen.

    letzte Bearbeitung war am: 05. 03. 2021