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Wetter im Winter 2023/2024

Mild, feucht und am Ende kalt?

Der September 2023 verwechselte sich mit dem Juli und brachte durchgehend Hochsommertemperaturen. Auch im Oktober hat der Föhn für irre Werte über 25 Grad gesorgt. Die Frage war daher wie jedes Jahr: Wie wird sich das Winterwetter präsentieren, worauf kann man sich einstellen?

Das Ergebnis war einer der mildesten Winter überhaupt, seit professionell Wetterdaten ermittelt werden. Um 2,8 Grad Celsius war der Winter 2023/24 wärmer als die ohnehin schon warmen Jahre 1991 - 2020. Vergleicht man mit 1961 - 1990, dann war die Abweichung mit 4,0 Grad sogar noch größer. Hauptverantwortlich dafür war der Februar 2024, der gleich um 5,5 Grad zu warm ausgefallen war. Es zeigte sich damit, dass die Langfristprognose für Dezember und Jänner gar nicht so übel war, aber die errechnete Normaltemperatur für Februar lag komplett daneben, es war der wärmste Februar überhaupt in Österreich.

So war es in den drei Monaten wirklich:

Mild und feucht war die Prognose vom September und nachstehend kann man nachlesen, wie sich die Langfristprognose dargestellt hatte. Was den Dezember 2023 betraf, so waren die ersten Tage erstaunlich kalt und es sah schon nach einer Fehlprognose aus, aber danach war der Dezember deutlich zu mild und letztlich um 1,9 Grad milder als die ohnehin schon milden Jahre 1991 bis 2020. Beim Niederschlag hat der Dezember 2023 aber wirklich zugeschlagen und es gab um 111 % mehr als im Klimamittel - warm und feucht war es also wirklich.

Im Jänner 2024 gab es um 1,1 Grad höhere Temperaturen als 1991 bis 2020, auf den Bergen war die Abweichung mit 1,4 Grad sogar noch stärker ausgeprägt. Auffällig war, dass es so gut wie keinen Hochnebel gab. Damit ist die Erklärung auch geliefert, warum es um fast 40 % mehr Sonnenschein gab, als im Jänner üblich. So wurde der Monat zu einem der fünf sonnigsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Vergleich zur Langfristprognose vom September war es tatsächlich zu warm, aber nicht ganz so ausgeprägt, wie angekündigt (1,1 statt 1,5 Grad im Flachland).

Der Februar 2024 war viel zu warm. Es sollte normale Temperaturen geben, aber stattdessen war es gleich um 5,5 Grad zu warm und das ist ein enormer Wert. Wien hatte zum Beispiel keine einzige (!) Frostnacht, das gab es überhaupt noch nie, seit die Wetterdaten aufgezeichnet werden. Zwar gab es für wenige Tage starken Schneefall im Westen und Süden Österreichs, doch am Gesamtergebnis änderte das wenig.

Zum Nachlesen - so wurde der Winter im September 2023 berechnet

Winter 2023/2024: mild und feucht?

Es gibt das Wettermodell von NOAA, das für neun Monate im voraus Temperaturen und Niederschläge aufgrund langfristiger Indikatoren berechnet. Das Modell wird gerne herangezogen, liegt aber teilweise auch komplett daneben.

Aber es gibt auch Wettermodelle, die über NOAA gelegt werden können und damit kann man die Berechnungen hinterfragen. Laut NOAA soll es im Dezember 2023 zu warm werden, der Niederschlag wäre aber durchschnittlich. Der Jänner soll deutlich zu warm werden, aber auch mehr Niederschlag bringen und der Februar soll extrem warm werden, bei ebenfalls mehr Niederschlag.

So weit, so gut. Hinterfragt man das Ganze aufgrund der langfristigen Wetterkarten, dann zeigt sich, dass für Dezember und Jänner eine Westströmung sehr wahrscheinlich ist. Und das bedeutet, dass es mildes Wetter geben kann, das aber auch einigen Niederschlag bereithält. Das würde etwa bedeuten, dass Skigebiete über 1.000 Meter Seehöhe kalt genug wären, um viel Schnee abzubekommen. Also die wochenlange Trockenheit des Winter 2022/2023 ist dann nicht der Fall.

Im Februar deutet sich etwas an, das immer seltener geworden ist - nämlich ein markantes Tief über Skandinavien und Russland, das von Osten kontinentale, kalte Luft bringen würde. Diese kalte Luft vermengt sich mit viel Niederschlag und das wäre dann ein echter Winter mit Schnee bis ins Flachland. Diese Wetterlage war früher typisch und brachte auch deutliche Minusgrade selbst in der warmen Stadt Wien, die Westlagen haben in den letzten Jahren aber eher milde Winter ins Land ziehen lassen.

Zusammengefasst kann man die natürlich unsichere Prognose wagen, dass es im Dezember und Jänner eher zu mild sein wird, im Jänner setzt mehr Niederschlag ein (viel Schnee über 1.000 Meter möglich) und das große Finale im Februar könnte kalt und richtig winterlich aussehen - kombiniert mit viel Schneefall.

Langfristprognose für den Winter 2023/2024

Die Langfristprognose für den Winter 2023/2024 geht von einem milden, aber keinem extrem milden Winter aus, aber der Vergleich wird schon mit dem neuen Klimamittel (1991 - 2010) herangezogen, das ohnehin viel wärmer ist als die Jahre 1961 - 1990.

Temperatur vom Dezember 2023 bis Februar 2024

Niederschlag vom Dezember 2023 bis Februar 2024

Diese Werte wurden in der 2. Hälfte des Oktober 2023 durch Langfristmodelle errechnet. Es gibt erhebliche Unsicherheiten aufgrund der langen Vorlaufzeit - das ist klar - aber auch aufgrund dessen, dass sehr unterschiedliche Möglichkeiten bestehen. Wesentlich für die Ausgestaltung des Winterwetters ist die Frage, ob es die milde Luft von Süden, die Westlagen vom Atlantik gibt oder ob kontinentale kalte Luft aus dem Osten nach Mitteleuropa gelangt. Bei Westlagen ist es milder als normal, wobei viel Niederschlag möglich sein kann, aber nicht möglich sein muss.

Bei Ostlagen kann man sich auf kalte Wintertage einstellen. Früher war dann häufig ein staubtrockener Winter mit tiefen Werten durch die starke Erdabstrahlung bei klaren Nächten gegeben. Die Prognose geht aber von einem Mix aus Kälte und Niederschlag aus - die Gletscher würde das sehr freuen, wenn es viel schneit und kalt ist.

Was heißt das Ganze nun für Österreich?

Nachstehend sind die Temperaturen für die österreichischen Landeshauptstädte und die Monate Dezember, Jänner und Februar eingetragen. Es sind dies die durchschnittlichen Werte jedes Monats, also keine Aussage darüber, ob es auch einmal 15 Grad plus oder minus geben kann. Wenn es jetzt um ein Grad kälter ist, bedeutet es zum Beispiel für Wien, dass statt 1,1 Grad im Schnitt im Dezember 0,1 Grad haben könnte - und dann ist Schneefall schon wahrscheinlicher. Gibt es aber, um zwei Grad mehr als in den Daten abzulesen, dann ist der Schnee im Flachland zumindest Mangelware.

Die langfristigen Werte wurden für den Zeitraum 1981 bis 2010 ermittelt und sehen in den Landeshauptstädten Österreichs so aus:

Wien 1,1 / 0,3 / 1,5 Grad (Dezember / Jänner / Februar)
St. Pölten 0,1 / -0,8 / 0,5
Linz 0,7 / -0,4 / 0,9
Salzburg 0,0 / -1,1 / 0,3
Innsbruck -0,1 / -1,0 / 0,8
Bregenz 1,6 / 0,4 / 1,1
Klagenfurt -1,4 / -2,8 / -1,4
Graz 0,0 / -1,0 / 1,0
Eisenstadt 0,8 / -0,1 / 1,3

Datenquelle: https://www.zamg.at

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Beschreibung: Der ❄ Winter 2023/2024 kündigt sich mal wieder als zu warm an, könnte aber nach den Modellen im Februar einen ✅ richtigen Winter auch im Flachland bringen.

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