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Wetter im Winter 2025/2026

Große Mühe für die Langfristprognose

Obwohl man weiß, dass die Langfristprognose sehr unsicher ist, gibt es trotzdem ein großes Interesse, wie denn die nächste Jahreszeit sein möge, ganz besonders in Bezug auf den Sommer und Winter. Wissenschaftlich wird die Langfristprognose besser, aber sie liegt trotzdem noch gerne völlig daneben.

Im Sommer 2025 sollte es im Juli besonders heiß sein und staubtrocken, tatsächlich war es der unbeständigste Monat des Sommers. Trotzdem stimmte die Temperaturabweichung, was zeigt, dass Werte richtig sein können, das Empfinden aber trotzdem ein anderes ist. Was berechnen die Modelle Anfang Oktober 2025 für den kommenden Winter? Wie sicher ist das?

1. Fazit: Dezember 2025

Die Langfristprognose errechnete im Oktober einen leicht (0,5 Grad) zu milden Dezember und normalen Niederschlag. Was das Flachland betraf, hatte die Prognose gar nicht so unrecht, wenn man die Temperatur berücksichtigt. Denn im Flachland gab es einen fast durchschnittlichen Dezember mit einer Abweichung von 0,9 Grad. Das passt eigentlich. Eigentlich deshalb, weil das Wetter zweigeteilt war. In Linz, Klagenfurt, Eisenstadt und auch im Wiener Raum gab es wochenlang (!) Hochnebel und so viel Grau, dass man fast den ganzen Tag das künstliche Licht gebraucht hat. Es gab kaum Sonnenstunden und daher konnte es auch nicht die extremen Temperaturen der letzten Jahre haben.

Anders war es auf den Bergen. Strahlender Sonnenschein dank wolkenlosem Himmel, eine traumhafte Fernsicht inklusive. Angeboten wurden 3,6 Grad zu hohe Temperaturen, nicht angeboten wurde Schnee. Es gab im November bereits reichliche Schneemengen, die aber mehr und mehr dahingeschmolzen sind. Tatsächlich war auf den Bergen der zweitwärmste Dezember gemessen worden, seit es die Wetteraufzeichnungen gibt.

Der Hauptgrund war, dass es Hochdruckphasen ohne Ende gab, die genau über dem Alpenraum besonders wirksam waren. So kam es zur klassischen Inversionslage mit Sonne oben und Nebel unten, aber in einer extremen Form. So fehlten auch 60 Prozent Niederschlag und damit der Schneefall für die mittelhohen Skigebiete.

Das Fazit ist also: Die Temperatur im Flachland hat gepasst, auf den Bergen nicht und beim Niederschlag lag man völlig daneben, weil es kaum einen gab.

2. Fazit: Jänner 2026

Oje, oje - so könnte man den Vergleich der echten Wetterdaten mit der Langfristprognose zusammenfassen. Um 1,0 Grad sollte es milder werden, als in den Jahren 1991 bis 2020, die ja schon viele warme Winter beinhalten. Doch es kam ganz anders. Schon gegen Weihnachten kühlte es so stark ab, dass es in Wien Schneeflocken gab und das Winterwetter legte dann erst richtig los. Wie schon in einigen Monaten des Jahres 2025 (Mai, Juli, September) gab es einen Kaltluftvorstoß direkt aus dem Norden und damit eisige Temperaturen, gepaart mit starkem, sehr eisigem Wind. Statt einem Plus von 1,0 Grad gab es im Flachland um 1,7 Grad weniger Temperatur als im langjährigen Durchschnitt. Auf den Bergen war es um 0,6 Grad zu kühl. Die Langfristprognose war daher wieder sehr fehlerhaft.

Allerdings war beim Niederschlag "leicht zu trocken" berechnet worden und das passt schon eher. Durchschnittlich fehlten im Jänner 2026 30 Prozent an Niederschlag, das war schon etwas mehr als leicht zu trocken, aber kein Rekordwert. Ein wesentlicher Grund war, dass nach der kalten Luft von Norden ein markantes Hochdruckgebiet über Russland und dem Baltikum dafür sorgte, dass a) der Osten Österreichs deutlich kälter war als der Westen und b) die Tiefdrucksysteme mit Niederschlag nicht vom Atlantik nach Mitteleuropa ziehen konnten. Daher gab es herrlichen Sonnenschein und milde Temperaturen auf den Bergen und kaltes, eisiges Wetter im Flachland.

Langfristig war der Jänner aber nicht extrem. Er reihte sich im Mittelfeld ein und war gegenüber dem kühleren Klimamittel (1961 bis 1990) um 0,3 Grad zu kalt (im Flachland).

3. Fazit: Februar 2026

Der Februar 2026 sollte laut Langfristprognose um 1 Grad zu mild ausfallen und leicht zu trocken sein. Was davon wirklich gestimmt hatte, war das "zu mild", denn trotz der warmen Jahre im Zeitraum 1991 bis 2020 war der Februar 2026 im Flachland um 2,4 und auf den Bergen gar um 2,7 Grad zu mild. Im Vergleich zum alten Klimamittel lag man sogar deutlich über 3 Grad über den damaligen Durchschnittswerten. Auffällig war aber auch, dass es ein trüber Februar war, denn es fehlten an die 25 % an Sonnenstunden und man muss schon bis 2018 zurückblättern, um so einen trüben Februar zu finden, was besonders den Bereich von Oberösterreich bis Wien betraf. Dafür gab es um 48 % mehr Niederschlag, also war von der leichten Trockenheit auch nichts zu bestätigen. Der Niederschlag tat der Natur aber gut, weil die Monate davor zu trocken waren.

Gesamtfazit für den Winter 2025/2026

Nimmt man Dezember, Jänner und Februar zusammen, dann war der Winter im Flachland um 0,5 Grad zu mild, auf den Bergen aber gar um 1,9 Grad. Das bedeutet, dass die Langfristprognose für das Flachland sogar passen würde, aber pro Monat lag sie falsch. Erst beim Bilden der Durchschnittswerte kann die Prognose als richtig interpretiert werden. Was die Berge betrifft, lag die Prognose aber weit daneben.

Generell war der Winter ein zweigeteilter, denn es gab oft Sonne und milde Temperaturen von Vorarlberg bis zur Obersteiermark und trübes und kaltes Wetter östlich und zum Teil südöstlich davon. Das erklärt auch den großen Unterschied bei den Durchschnittstemperaturen bzw. die Abweichung zum Klimamittel. Das zeigen auch die Sonnenstunden, denn in der Westhälfte gab es um 20 bis 30 % mehr Sonnenstunden, in der Osthälfte hingegen bis zu 30 % weniger Sonnenstunden als üblich.

Beim Niederschlag gab es um 44 % weniger als im Winter üblich. Damit war der Winter recht trocken, was die Langfristprognose auch vorherberechnet hatte, aber nicht so extrem trocken wie der Winter 2024/2025.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Zweiteilung, die über viele Wochen bestanden hatte, von einer langfristigen Prognose nur schwer bis gar nicht berechnet werden kann. Im Flachland war die Temperaturvorhersage gar nicht so weit weg, auf den Bergen lag man aber deutlich daneben. Auch die Monatsniederschläge waren falsch.

Langfristprognose für den Winter 2025/2026

Die Langfristprognose für den Winter 2025/2026, basierend auf den Berechnungen Anfang Oktober 2025, berechnet folgende Abweichungen, bezogen auf das Klimamittel 1991 bis 2020 (also mit den schon warmen Wintern der letzten Zeit) und berechnet vom NOAA-Modell:

  • Dezember 2025: leicht zu mild (0,5 Grad), normaler Niederschlag
  • Jänner 2026: zu mild (1,0 Grad), leicht zu trocken
  • Februar 2026: zu mild (1,0 Grad), leicht zu trocken

Wie wird nun der Winter 2025/2026?

Bevor man sich überlegen kann, wie realistisch diese Daten sind, muss man die Vorgaben beachten. Dabei fällt etwas auf, nämlich der unbeständige Juli, teilweise sogar der Mai und auch Ende September und Anfang Oktober. In all diesen Fällen kam das Wetter nicht von Süden oder Südwesten, sondern von Nord bis Nordwest, Anfang Oktober Nordost. Wäre im Juli das Wetter mit einer Südströmung nach Österreich gelangt, dann hätte es die gleiche Hitze gegeben, wie von Portugal bis zur Türkei. Das Wetter kam aber vom Norden und war viel unbeständiger und nasser.

Diese Nordströmung ist auch für den Winter zu erwarten. Um es zu verdeutlichen, schauen wir uns die ersten Tage im Oktober an. Zuerst gab es starken Wind aus Nordost, der die Luftfeuchtigkeit auf 30 % reduziert hat. Damit war es staubtrocken und der Wind kalt. Dann kam starker Wind von Nordwest auf, der viel Regen brachte. Der Wind ist dann nicht so kalt, es gibt aber extrem unbeständiges Wetter (mal Regen, mal starker Wind, manchmal auch beides zugleich, ab und an Sonne).

Für den Winter 2025/2026 sind die Nordlagen öfter berechnet. Kommt das Wetter aus Nordost, wird es kalt, aber trocken. Kommen Westlagen oder das Wetter aus Nordwest, dann gibt es mildere Werte, aber viel Niederschlag. So wie es aussieht, werden sich die beiden abwechseln, mit Lagen aus Südwest in Kombination, wodurch es auch kurzzeitig mild wird.

Im Vorjahr sollte es ein feuchter Winter werden und es war einer der trockendsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Nun soll es ein trockenerer Winter werden - anzunehmen ist aber das Gegenteil, nämlich viel Niederschlag aus Nordwest bis Südwest.

  • Wird es ein eiskalter Winter wie früher? Nein
  • Wird es ein extrem warmer Winter? Nein
  • Also ein unbeständiger Winter mit mal viel Schnee und mal trocken? Schon eher
  • Gibt es viel Schnee? Bei Wetter aus West und Nordwest ja, deutlich mehr als zuletzt

Was heißt das Ganze für Österreich?

Nachstehend sind die Temperaturen für die österreichischen Landeshauptstädte und die Monate Dezember, Jänner und Februar eingetragen. Es sind dies die durchschnittlichen Werte jedes Monats, also keine Aussage darüber, ob es auch einmal 15 Grad plus oder minus geben kann. Wenn es jetzt um ein Grad kälter ist, bedeutet es zum Beispiel für Wien, dass statt 1,1 Grad im Schnitt im Dezember 0,1 Grad haben könnte - und dann ist Schneefall schon wahrscheinlicher. Gibt es aber, um zwei Grad mehr als in den Daten abzulesen, dann ist der Schnee im Flachland zumindest Mangelware.

Die langfristigen Werte wurden für den Zeitraum 1981 bis 2010 ermittelt und sehen in den Landeshauptstädten Österreichs so aus:

Wien 1,1 / 0,3 / 1,5 Grad (Dezember / Jänner / Februar)
St. Pölten 0,1 / -0,8 / 0,5
Linz 0,7 / -0,4 / 0,9
Salzburg 0,0 / -1,1 / 0,3
Innsbruck -0,1 / -1,0 / 0,8
Bregenz 1,6 / 0,4 / 1,1
Klagenfurt -1,4 / -2,8 / -1,4
Graz 0,0 / -1,0 / 1,0
Eisenstadt 0,8 / -0,1 / 1,3

Datenquelle: https://www.geosphere.at/de

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Beschreibung: Der ❄ Winter 2025/2026 sollte leicht zu warm ausfallen, tatsächlich gab es ✅ große Unterschiede zwischen dem Westen und Osten in Österreich.