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Wetter im Winter 2021/2022

Zu warm, sehr unbeständig

Der Winter 2020/2021 war um 1,6 Grad wärmer, als er in Österreich hätte sein sollen. Der Sommer 2021 brachte Hitzewellen, viele Tropennächte und unzählige riesige Waldbrände rund um den Erdball. Wie also geht es weiter und vor allem: was sagt die Langfristprognose über den Winter 2021/2022? Badehose oder doch eher Langlaufski?

Fazit zum Winter 2021/2022

Die Langfristprognose (siehe unten) hatte recht und es wurde der erwartet warme Winter. Die ZAMG gab in einer ersten Zusammenfassung am 25. Februar 2022 bekannt, dass der Winter 2021/2022 um 1,3 Grad wärmer war, als er laut der letzten 30 Jahre sein sollte und gar um 2,6 Grad wärmer als in den Jahren 1961 bis 1990 und damit offenbart sich einmal mehr die Erwärmung des Klimas.

Auf Platz 8 der wärmsten Winter seit 1767 landete damit dieser milde Winter, der in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland kaum Schnee gebracht hatte und auch generell war vom Waldviertel über Wien und dem Burgenland bis Oberkärnten und Osttirol um etwa ein Drittel weniger Niederschlag gemessen worden.

Wenn man berücksichtigt, dass die Abweichung von 1,3 Grad die Jahre 1981 bis 2010 betrifft, in denen Rekordjahre wie 2003 schon eingebaut sind, dann ist das mehr als ein Alarmzeichen, wobei dazu passt, dass dieser Winter der 16. in Folge ist, der zu warm ausgefallen ist.

Langfristprognose hatte recht

Nicht nur bei der Temperatur hatte die Langfristprognose recht, denn auch die angekündigte Unbeständigkeit, was bei langen Zeiträumen immer ein Problem ist, stimmte. Es gab etwa im Wiener Raum rekordverdächtig viele Stürme oder zumindest Tage mit Windspitzen über 60 kim/h - das war keine Einbildung, sondern Fakt. Und dieser Wind musste stets den Druckausgleich herstellen, weil stets kleine Hochs und Tiefs sich die Klinke in die Hand gaben und eine stabile Wettersituation sich nicht einstellen konnte und/oder durfte.

Dazu passt auch der Spruch: Westwindwetter zerstört den Winter und das passt für den Winter 2021/2022 geradezu perfekt.

Für Interessierte gibt es die Langfristprognose aus dem September 2021 zum Nachlesen nachstehend.

Wetter im Winter 2021/2022: das Thema Omega

Bevor wir die Langfristprognose zusammenfassen können, muss man mehr über die Omegalage wissen. Dabei sperren Tiefdruckgebiete ein massives Hochdruckgebiet ein und daher gibt es westlich des Hochs warmes, östlich des Hochs kaltes Wetter, aber mittendrin wenige Wetteränderungen. 2003 gab es den Rekordsommer durch ein ungewöhnlich intensives Omegasystem.

Warum ist das wichtig? Weil es 2021 ständig Omegalagen gab. Es gab Situationen, in denen es in Westösterreich sehr warm bis heiß war, während es in Ostösterreich  nur 300 bis 500 Kilometer entfernt deutlich kühler war und umgekehrt. Das hat mit der Omegalage zu tun, die im Winter 2021/2022 eine Hauptrolle spielen könnte. Denn es bauen sich von Dezember 2021 bis März 2022 solche Wettersysteme und wenn man auf der westlichen Seite liegt, kann es unnatürlich warm sein, hat man es mit den östlichen Ausläufern zu tun, kann es aber auch Minus 15 Grad geben und zwar tagelang.

Langfristprognose für den Winter 2021/2022

Die letzten Winter waren klar zu warm und das wird auch für den Winter 2021/2022 gemäß dem amerikanischen Wettermodell NOAA so sein. Dieses Modell wird viermal am Tag berechnet und kann damit immer wieder neu verglichen werden.

Temperatur vom Dezember 2021 bis Februar 2022

Niederschlag vom Dezember 2021 bis Februar 2022

Nun muss man diese Vorschau mit der Omegalage in Einklang bringen. Wenn das Hoch der Omegalage über Frankreich und der Schweiz zum Liegen kommt, wird es in Österreich eiskalt werden. Der Wind kommt von Nordost und bringt kontinentale, kalte Luft. Temperaturen von -5 bis -15 Grad in Bodennähe wären keine Überraschung.

Ist das Hoch aber weiter östlich positioniert, kann es die warme Luft von Südwest geben mit Temperaturen von 10 oder 15 Grad plus, also eine ganz andere Wettersituation, als im ersten Fall.

Und die Herausforderung für den Winter 2021/2022 besteht darin, dass beides zutreffen sollte - mal ist es viel zu kalt und mal ist es viel zu warm, wobei die warmen Phasen überwiegen sollten. Das heißt, dass es unbeständig sein müsste und für Wetterfühlige wird das kein feiner Winter. Es kann sein, dass man auf Schnee komplett verzichten muss oder - wie in Kärnten im letzten Winter - darin fast erstickt. Denn die Omegalage bleibt zwar stabil etwa über Mitteleuropa, bewegt sich aber doch etwas weiter und daher kann es binnen Tagen starke Temperaturunterschiede geben.

Ist man etwa im Dezember auf der kalten Seite und es stimmt der starke Niederschlag, dann sind selbst weiße Weihnachten in Wien möglich. Es kann aber genausogut sein, dass man wieder einmal Weihnachten bei 15 Grad plus erlebt.

Fazit: ein sehr unbeständiger und extrem wechselhafter Winter steht bevor und es gilt noch mehr als sonst schon: nix ist fix.

Was heißt das Ganze nun für Österreich?

Nachstehend sind die Temperaturen für die österreichischen Landeshauptstädte und die Monate Dezember, Jänner und Februar eingetragen. Es sind dies die durchschnittlichen Werte jedes Monats, also keine Aussage darüber, ob es auch einmal 15 Grad plus oder minus geben kann. Wenn es nun um ein Grad kälter ist, bedeutet es zum Beispiel für Wien, dass statt 1,1 Grad im Schnitt im Dezember 0,1 Grad haben könnte - und dann ist Schneefall schon wahrscheinlicher. Gibt es aber um zwei Grad mehr als in den Daten abzulesen, dann ist der Schnee im Flachland zumindest Mangelware.

Die langfristigen Werte wurden für den Zeitraum 1981 bis 2010 ermittelt und sehen in den Landeshauptstädten Österreichs so aus:

Wien 1,1 / 0,3 / 1,5 Grad (Dezember / Jänner / Februar)
St. Pölten 0,1 / -0,8 / 0,5
Linz 0,7 / -0,4 / 0,9
Salzburg 0,0 / -1,1 / 0,3
Innsbruck -0,1 / -1,0 / 0,8
Bregenz 1,6 / 0,4 / 1,1
Klagenfurt -1,4 / -2,8 / -1,4
Graz 0,0 / -1,0 / 1,0
Eisenstadt 0,8 / -0,1 / 1,3

Datenquelle: https://www.zamg.ac.at

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Wetter im Winter 2020/2021Artikel-Thema: Wetter im Winter 2021/2022

Beschreibung: Der ❄ Winter 2021/2022 wurde als sehr warmer, aber ✅ extrem unbeständiger Winter angekündigt und das hat sich dann auch bestätigt.

letzte Bearbeitung war am: 11. 03. 2022

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