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Wetter im Sommer 2026

Jahrhundertsommer 2003 klar übertroffen

Obwohl die Langfristprognose trotz bester Computer immer noch sehr fehleranfällig ist, ist das Interesse an der Prognose für den nächsten Sommer weiterhin ungebrochen groß. Das NOAA-Wettersystem bietet neun Monate im voraus Berechnungen an, wie sich die Sommermonate verhalten könnten, wobei man mit Wahrscheinlichkeiten zu tun hat und nicht mit präziser Prognosen.

Es gibt auch gemeine Wettersituationen wie im Winter 2025/2026, in dem der kalte Osten fast richtig vorherberechnet war, die viel zu milden Berge hingegen gar nicht gestimmt haben. Trotz vieler bekannter Fehler ist das Interesse an der Langfristprognose trotzdem sehr groß.

So war der Sommer wirklich

Es war allen Menschen klar, dass der Jahrhundertsommer 2003 kaum zu übertreffen ist, auch wenn die Wissenschaft schon lange davor gewarnt hatte. Tatsächlich gab es im Sommer 2026 mehr Hitzetage als jemals zuvor und die Spitzenwerte von 2003 wurden klar übertroffen. Mit 41,2 Grad zu Beginn des August in Bad Deutsch-Altenburg wurde die Marke von 41 Grad erstmals in Österreich übertroffen und in allen drei Sommermonaten - Juni, Juli und August - gab es zumindest einen Wert über 40 Grad Celsius. Davor gab es einen einzigen Tag mit so einem Wert, wieder in Bad Deutsch-Altenburg.

Die Langfristprognose ging von einem sehr warmen Sommer aus, besonders für Juli waren hohe Abweichungen berechnet worden, doch es gab noch viel intensiver und nicht nur in Österreich. Ganz Europa hatte je nach Region vier, fünf oder gar sechs Hitzewellen und es gab Temperaturrekorde von London bis Wien, großflächige Waldbrände inklusive.

Gemittelt war der Sommer 2026 um 2,5 Grad wärmer als das Klimamittel 1991 - 2020, in dem Rekordsommer wie 2003, 2015 und folgende bereits enthalten sind. Gegenüber dem alten Klimamittel 1961 - 1990 gab es gar ein Plus von 4,3 Grad. Beim Niederschlag fehlten 34 % an Regen, im Osten teilweise bis zu 80 %. Umgekehrt gab es um 13 % mehr Sonnenstunden, von Vorarlberg bis zum Norden Oberösterreichs waren es teilweise sogar mehr als 20 %.

Wahnwitzig war die Zahl der Hitzetage, also Tage mit mindestens 30 Grad Celsius im Schatten. Gemittelt gab es 42 Hitzetage in Österreich, das ist ein Plus von 170 % (!!) laut GeoSphere zum Klimamittel. In Feldkirch gab es etwa 44 Hitzetage, das sind um 17 mehr als der bisherige Rekord im Sommer 20215.

Fazit Juni 2026

Für den Juni hat das NOAA-Wettermodell einen leicht zu warmen (0,5 - 1,0 Grad) Monat berechnet, dessen Niederschlag zu gering ausfallen sollte. Tatsächlich gab es in Österreich zwei verschiedene Junis. Die erste Hälfte war teilweise sogar deutlich kühler ausgefallen und es war unbeständig, aber der dringend benötigte Regen war trotzdem nicht gegeben, vor allem nicht im Norden und Osten. Dann folgte aber die Hitze, die schon in den Wochen davor in Spanien und Frankreich für dramatische Situationen sorgte, viele Hitzetote inklusive. Man wusste, was kommen wird, aber die Hitzewelle war dann doch ein Stück extremer als man es bisher in einem Juni erlebt hatte. In Wien gab es gar das erste Mal seit Aufzeichnungsbeginn 40 Grad im Schatten und fünf Tage mit annähernd 40 Grad.

Als Ergebnis lag gemittelt in Österreich um 2,7 Grad höher als das ohnehin schon warme Klimamittel von 1991 bis 2020. Im Vergleich zum früheren Klimamittel von 1961 bis 1990 gab es gar eine Abweichung von 4,5 Grad. NOAA hatte also den Anstieg deutlich zu gering berechnet.

Beim Niederschlag gab es zwei Welten: In Kärnten und in der Steiermark gab es durch Gewitter bis zu 50 % mehr Niederschlag als im Juni üblich. Anders sah es vom Osten Oberösterreichs bis zum Wiener Raum und dem Nordburgenland aus. Dort fehlten großteils zwei Drittel des üblichen Niederschlags, im Norden des Weinviertels gar 80 %. Im Westen gab es eine annähernd ausgeglichene Bilanz, teilweise fehlten bis zu einem Drittel am üblichen Regen.

Fazit Juli 2026

Die Langfristprognose von NOAA ergab einen um zwei Grad zu warmen Juli mit normalem Niederschlag. Tatsächlich gab es zu Beginn des Juli 2026 die Fortsetzung der Hitzewelle, die sich im Juni aufgetan hatte und unzählige neue Temperaturrekorde brachte. Erst langsam gingen die Temperaturen zurück und es gab eine kurze Pause, selbst im Wiener Raum waren die Nachttemperaturen unter 20 Grad gefallen. Doch gegen Ende Juli 2026 baute sich die Hitze neu auf und sorgte am letzten Julitag in Wieselburg mit 40,3 Grad für den ersten 40er in Österreich an einem Julitag. Unterm Strich war das Wetter um 1,6 Grad wärmer als in den ohnehin schon milden Jahren 1991 bis 2020. Die Langfristprognose war da durchaus richtig gelegen.

Beim Niederschlag lag NOAA jedoch voll daneben. Statt normalem Niederschlag gab es ein sattes Minus von 53 Prozent, gemittelt auf ganz Österreich. Im Westen fehlte etwa ein Drittel an Regen, im Osten bis zu 80 Prozent, vor allem von der Stadt Salzburg über den oberösterreichischen Zentralraum bis zum nördlichsten Weinviertel. Damit einher ging ein Plus von 12 % bei den Sonnenstunden.

Fazit August 2026

Die Langfristprognose ging davon aus, dass die zweite Augusthälfte normale Temperaturen und mehr Niederschlag bringen könnte. Insgesamt sollte es um 0,5 bis 1,0 Grad zu warm sein, doch damit lag man völlig falsch. Die Hitzewellen von Juni und Juli wurden verlängert und es gab in Bad Deutsch-Altenburg im östlichsten Niederösterreich mit 41,2 Grad erstmals mehr als 41 Grad seit Beginn der professionellen Aufzeichnungen. Generell fielen unzählige Temperaturrekorde, auch in der Nacht. Denn Nachttemperaturen über 27 Grad wurden mehrfach gemessen, in Hornstein im Burgenland gab es mit 28,5 Grad einen neuen Rekord.

In Summe war der August 2026 in Österreich um 3,1 Grad wärmer als das Klimamittel 1991 - 2020 und die Langfristprognose lag weit daneben. Auch sollte es einen leicht erhöhten Niederschlag geben, aber stattdessen fehlten 38 % gemittelt und von Graz bis Wien regional 60 bis 80 % an dem so wichtigen Regen.

Langfristige Prognose für den Sommer 2026

Grundlage: Berechnungen im April 2026

  • Juni: 0,5 - 1,0 zu warm, Niederschlag zu gering
  • Juli: 2,0 zu warm, Niederschlag normal
  • August: 0,5 - 1,0 Grad zu warm, Niederschlag erhöht

Was heißt das jetzt?

Der Winter 2025/2026 war schon deutlich zu trocken, auch wenn es ein paar stärkere Niederschlagsphasen gab. Gerade im Weinviertel in Niederösterreich fehlte der Niederschlag und der staubtrockene März hat auch nicht geholfen. Diese Trockenheit soll bis Mai oder Juni fortgeführt werden, was für ein sehr warmes Frühjahr steht. Der Sommerbeginn im Juni fällt dann auch entsprechend warm aus, denn ein Grad mehr als das aktuelle Klimamittel ist schon eine Ansage. Im Klimamittel sind die heißen Sommer wie 2003, 2015, etc. bereits enthalten!

Sehr heiß könnte der Juli werden, weil das Klimamittel bis zu zwei Grad übertroffen werden könnte. Der Niederschlag ist aber als normaler berechnet und damit könnte sich die schon extreme Trockenheit verabschieden. Dazu aber gleich noch etwas mehr. Im August soll es aber nicht mit der Hitze weitergehen, sondern nur eine leichte Abweichung bei gleichzeitig mehr Niederschlag geben. Das könnte durchaus auch realistisch so sein.

Beim Niederschlag ist nämlich eines zu beachten: Es gab kaum Jahre, in denen das Frühjahr staubtrocken war und der Sommer so einfach weitergemacht hat. Auch umgekehrt findet das kaum statt. Ein Beispiel ist das Jahr 2011, in dem es im Frühjahr sehr trocken war, aber im Sommer gab es dann einiges an Regen und unbeständigeres Wetter. Der umgekehrte Fall war 2013, als es im Frühjahr enorm viel geregnet hatte, aber nach dem Hochwasser in Bayern und Westösterreich setzte ein dreimonatiger, staubtrockener Sommer ein.

Das heißt, dass der Niederschlag oder auch die Trockenheit nicht im Frühjahr und Sommer dauerhaft aktiv ist, weshalb es sehr wahrscheinlich ist, dass, wenn April bis Juni weiterhin so trocken verlaufen, ab Juli mehr Regen fällt und im August überhaupt unbeständigeres Wetter zu erwarten ist.

Langfristwerte der Landeshauptstädte in Österreich

Nachstehend gibt es eine Aufstellung der österreichischen Landeshauptstädte, um sich einen Überblick zu verschaffen. Der erste Wert ist der Juni, der zweite der Juli und der dritte schließlich der August. Es handelt sich um Durchschnittswerte von 1991 bis 2020 und natürlich Temperaturen, die im Schatten gemessen wurden.

LandeshauptstadtJuniJuliAugust
Wien 18,7 21,0 20,5
St. Pölten 17,8 19,8 19,3
Eisenstadt 18,8 21,0 20,2
Linz 17,9 19,9 19,4
Salzburg 16,8 18,9 18,2
Innsbruck 17,9 19,2 18,4
Bregenz 17,2 19,2 18,3
Graz 18,3 20,2 19,5
Klagenfurt 17,8 19,8 19,0

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Beschreibung: Das 😎 Wetter im Sommer 2026 laut Langfristprognose und der ✅ Vergleich mit den tatsächlichen Werten und der Rückblende nach dessen Ablauf.