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Wetter im Sommer 2021

Sehr warm und sehr trocken

Das Wetter im April 2021 erwies sich als untypisch kalt mit einer Abweichung von über minus 2,5 Grad etwa in Österreich, aber auch in Deutschland. Im April 2020 war es gegenteilig viel zu warm. Auch der Mai hat sehr wechselhaft und eher frisch begonnen, die Frühtemperaturen erinnern eher an Februar oder März. Wie wird nun aber der Sommer werden - weiß man das schon?

Wie war der Sommer wirklich, wie hätte er sein sollen?

Der Sommer 2021 sollte laut Langfristprognose um ein Grad zu warm werden und deutlich zu trocken sein. Wer mag, kann untenstehend die ursprüngliche Prognose nachlesen. Die Realität zeigte das Problem der Statistik, weil der Juni und Juli waren deutlich zu warm, vor allem der Juni hatte es in sich. Der August war dafür ab der Monatsmitte zu trüb, teilweise nass und kühl, sodass in Summe eine Abweichung von 1,2 Grad erreicht wurde. Damit war der Sommer 2021 auf Platz 8 der ewigen Bestenliste. Also von saukalt und nicht zu gebrauchen konnte keine Rede sein. Wobei der doch eher mäßige August den Schnitt noch gedrückt hat und die Langfristprognose mit 1,0 Grad Abweichung ganz gut lag. Mit einem warmen August wäre die Abweichung viel höher ausgefallen.

Beim Niederschlag lag die Prognose aber daneben. Obwohl es wirklich im Juni sehr trocken war, gab es danach viele Starkregensituationen, Dauereinsätze für die Feuerwehr und viel Regen im August, speziell von Vorarlberg bis Oberösterreich. Im Westen war es der nasseste Sommer seit 5 Jahren, im Norden sogar seit 11 Jahren. "Deutlich zu trocken" sollte der Sommer sein - das stimmte nur am Beginn, unterm Strich lag die Prognose falsch.

Was lernt man daraus? Viele haben zurecht darüber geklagt, dass es so viel geregnet hatte. Die Statistik bestätigt dies, aber eiskalt war es nicht wirklich. Zwar gab es im August Schnee bis unter 2.000 Meter Seehöhe, das gab es aber in den früheren Jahrzehnten auch immer wieder im August. Die statistische Falle schlägt zu, wenn man im August auf Urlaub war, denn dann hatte man je nach Region kühles Wetter erwischt. Gut zum Wandern, aber eher mies beim Baden. Im Juni ist man dafür geschmolzen. Unterm Strich passt es für die Langfristprognose, auch wenn der Sommer wieder wärmer war als der langfristige Durchschnitt, was sich seit Jahren so zuträgt.

Der Juni war viel zu warm und trocken

Viele haben befürchtet, dass nach dem deutlich zu kalten Mai ein sehr heißer Sommer drohen könnte und der Juni hat diese Theorie wahr werden lassen. Es gab eine extrem lange Hitzewelle in Ostösterreich und vor allem auch im Südosten wie dem Grazer Becken und der Südoststeiermark, aber auch im Westen viele sehr heiße Tage.

Die Langfristprognose ging von einem um 1 Grad zu warmen Sommer aus, der Juni 2021 war im Flachland aber gleich um 2,4 und auf den Bergen um 2,7 Grad zu warm. Dazu gab es um ein Drittel mehr Sonnenstunden als üblich und je nach Region deutlich zu wenig Regen. In vielen Regionen fehlten 50 bis 75 % des üblichen Niederschlags.

Der Juli brachte extreme Unwetter

Der Juli 2021 lässt sich österreichweit gar nicht zusammenfassen - zu unterschiedlich war das Wetter. Im Südosten, vor allem in der Südoststeiermark gab es eine Temperaturabweichung von fast 2 Grad und damit war es hier einer der drei wärmsten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. In Vorarlberg war hingegen kein einziger Hitzetag (mehr als 30 Grad) erreicht worden und die Temperaturen waren exakt so, wie sie sein sollten im Vergleich zum langfristigen Schnitt.

Es gab extrem trockene Zonen wie das Weinviertel und extrem nasse Orte mit mehr als doppelt so viel Niederschlag. Und dazu gab es Gewitter, Gewitter und nochmals Gewitter. In Deutschland gab es eine Katastrophe mit Extremstarkregen und 160 Tote, in Österreich gab es in Amstetten, Graz, in vielen Orten von Vorarlberg bis Oberösterreich und selbst in Wien Starkregenereignisse. 80 Liter in drei Stunden pro Quadratmeter waren keine Seltenheit, teilweise sogar 120 bis 160 Liter - Hochwasser und überflutete Keller inklusive.

Daher ist der Vergleich mit der Langfristprognose schwierig. Es sollte um ein Grad zu warm sein und in der Steiermark war es sogar noch wärmer, in Vorarlberg gab es hingegen normale Werte und dort stimmte die Prognose dann nicht. Und dass etwa in Linz kein einziger heißer Tag gezählt wurde, ist im Vergleich zu den Vorjahren auch außergewöhnlich.

August? Was ist los?

Der August 2021 war ein sehr ungewöhnlicher mit weiteren Unwettern, vor allem aber ab der Monatsmitte mit einem Wetter, das durch eine Nordwestströmung stets trübes und zum Teil auch nasses, vor allem aber für August deutlich zu kühles Wetter brachte. Die Folge war, dass der August 2021 quer durch Österreich gerechnet um 0,7 Grad kühler war als er gemäß 30-jährigem Durchschnitt hätte sein sollen.

Damit hat der August aber dafür gesorgt, dass die ursprünglich erstellte Langfristprognose von einem Sommer um ein Grad zu warm fast punktgenau gestimmt hatte. Letztlich waren es 1,2 Grad, um die der Sommer 2021 zu warm war - bei einem ähnlich warmen August wie Juni oder Juli wäre der Wert viel höher gewesen. Aber durch den vielen Regen auch im August und vor allem im Westen und Norden Österreichs war "deutlich zu trocken" falsch.

Prognose für den Sommer 2021 in Österreich und dem Alpenraum

Für die Monate Juni, Juli und August 2021 gibt es jedes Jahr langfristige Wettermodelle über den möglichen Verlauf, wobei dies Durchschnittswerte sind. Für den Sommer 2021 von Juni bis August stehen zwei zentrale Aussagen im Raum, die sich immer mehr bestätigt haben:

Ergo hat man es mit dem nächsten sehr warmen Sommer zu tun, auch wenn eine solch langfristige Prognose nichts darüber aussagt, ob es in Woche 3 des Juli sehr heiß oder doch gewittrig und regnerisch sein könnte. Der allgemeine Trend weist auf einen schönen, sehr warmen und - für die Natur nicht so gut - sehr trockenen Sommer hin.

Würde dies so stimmen, dann könnte es in den Großstädten leichter abbkühlen, weil trockene Luft im Hochsommer dies begünstigt - da man klare Nächte hätte. Aber untertags sind Temperaturen von 25 bis 30 Grad wohl zu erwarten. Hitzewellen sind aber bei einer Abweichung von gleich einem Grad jederzeit möglich.

Was heißt das jetzt?

Wenn es um zwei Grad wärmer ist als langfristig, dann heißt dass, dass es um diese zwei Grad höhere Temperaturen als die durchschnittlichen Werte der Jahre 1981 bis 2010, also von 30 Jahren gibt. In Wien gibt es (siehe nachstehende Tabelle) durchschnittlich 21 Grad im Schatten, also wären es dann 23, wobei man das so nicht direkt sagen kann, weil es mal mehr und mal weniger intensiven Sonnenschein gibt. Aber bei 23 Grad im Schatten hat man zumindest 30 bis 35 Grad in der Sonne.

Das Problem mit der Langfristprognose besteht aber darin, dass eine sehr trockene Wettersituation helfen kann, dass es in den Städten leichter abkühlt, wenn die Nacht an der Reihe ist, wenn es sehr feucht ist, kühlt es kaum ab. Das stimmt aber auch nur bedingt, weil 2018 war es staubtrocken und trotzdem kühlte es in Wien und anderen großen Städten in Mitteleuropa nur wenig ab.

Langfristwerte der Landeshauptstädte in Österreich

Nachstehend gibt es eine Aufstellung der österreichischen Landeshauptstädte, um sich einen Überblick zu verschaffen. Der erste Wert ist der Juni, der zweite der Juli und der dritte schließlich der August. Es handelt sich um Durchschnittswerte von 1981 bis 2010 und natürlich Temperaturen, die im Schatten gemessen wurden.

LandeshauptstadtJuniJuliAugust
Wien 18,7 21,0 20,5
St. Pölten 17,8 19,8 19,3
Eisenstadt 18,8 21,0 20,2
Linz 17,9 19,9 19,4
Salzburg 16,8 18,9 18,2
Innsbruck 17,9 19,2 18,4
Bregenz 17,2 19,2 18,3
Graz 18,3 20,2 19,5
Klagenfurt 17,8 19,8 19,0

 

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Was Wetterbegriffe rund um warmes Wetter betrifft, gibt es verschiedene Situationen. Der Jahrhundertsommer wie im Jahr 2003 ist medial sehr einprägsam und dokumentiert überraschend hohe Temperaturen über einen langen Zeitraum. Der Altweibersommer ist in Ameria unter den Namen Indian summer bekannt und umschreibt eine sehr milde Wettersituation im Oktober. Im Hochsommer sind die Begriffe Hitzewelle und Hundstage ein Thema, wobei die Hundstage Ende Juli und Anfang August die heißeste Zeit bringen. Dann werden aus Großstädten oft auch Wärmeinseln mit geringer Abkühlung in der Nacht.

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Wetter im Sommer 2021Artikel-Thema: Wetter im Sommer 2021

Beschreibung: Das 😎 Wetter im Sommer 2021 laut Langfristprognose und der ✅ Vergleich mit den tatsächlichen Werten.

letzte Bearbeitung war am: 31. 08. 2021

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