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Photovoltaik in Österreich: Übersicht über Wirkungsgrad, Speicher und Förderungen

Aktueller Stand der Dinge

Die Solarstromerzeugung hat sich in Österreich innerhalb weniger Jahre von einer Nischentechnologie zu einem tragenden Pfeiler der Stromversorgung gewandelt. Der Branchenverband PV Austria vermeldete, dass die installierte Photovoltaikleistung in Österreich Ende 2023 die Schwelle von 6,4 Gigawatt peak überschritt, 2023 allein rund 2,6 Gigawatt neu zugebaut wurden und damit der Anteil der PV am heimischen Stromverbrauch erstmals in den zweistelligen Prozentbereich stieg. Was Planer, Installateure und private Bauherren derzeit wirklich umsetzen können, hängt natürlich nicht nur vom jeweiligen Standort ab, sondern auch von den derzeitigen Rahmenbedingungen.

Wirkungsgrade moderner Modultechnologien

Am Markt dominieren monokristalline Siliziummodule mit PERC oder TOPCon-Zelltechnologie. Kommerziell erhältliche Module erreichen laut Fraunhofer ISE Wirkungsgrade zwischen 21 und 23 Prozent, Spitzenprodukte auch etwas darüber. Bifaziale Module, die auch Licht auf der Rückseite in Strom umwandeln, liefern je nach Untergrundreflexion einen Mehrertrag von rund 5 bis 15 Prozent. Sie werden zunehmend auf Flachdächern und in Freiflächenanlagen eingesetzt, wo helle Kiesschichten oder Substrate die Rückseitennutzung begünstigen.

Deutlich höhere Werte sind mit Tandemzellen möglich, bei denen eine Perowskitschicht auf eine Siliziumzelle aufgebracht wird. Im Labor wurden mittlerweile Zellwirkungsgrade von über 33 Prozent bestätigt. Der Übergang in die Serienfertigung ist ein zentrales Thema der Branchenmessen. Aussteller und Forschungseinrichtungen präsentieren aktuelle Entwicklungen unter anderem auf der Intersolar in München, die als weltweit größte Fachmesse für die Solarwirtschaft gilt und Teil der Leitmesse The smarter E Europe ist. Für den österreichischen Markt sind die dort gezeigten Trends bei Modulen, Wechselrichtern und Montagesystemen ein wichtiger Indikator dafür, welche Produkte in den Folgejahren im Fachhandel verfügbar sein werden.

Photovoltaik-Anlage auf einem Dach in ÖsterreichBildquelle: pixabay.com / succo

Speicher, Wechselrichter und Eigenverbrauch

Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauchsanteil einer typischen Einfamilienhaus-PV-Anlage laut Berechnungen der HTW Berlin bei rund 25 bis 35 Prozent. Mit einem passend dimensionierten Lithium-Eisenphosphat-Speicher, also LFP-Technologie, lässt sich dieser Wert auf 60 bis 70 Prozent steigern. Als Richtwert gilt eine nutzbare Speicherkapazität von etwa einer Kilowattstunde pro Kilowatt peak Modulleistung, angepasst an das individuelle Lastprofil.

Wechselrichter werden zunehmend hybridfähig ausgelegt, sodass PV-Modul, Speicher und Wallbox über ein gemeinsames Energiemanagement gesteuert werden. Prüfrelevante Normen sind hier die ÖVE/ÖNORM E 8001 für die Errichtung elektrischer Anlagen sowie die TOR Erzeuger Typ A der E-Control, die den Netzanschluss kleiner Erzeugungsanlagen regelt. Für den Blitzschutz ist die ÖVE/ÖNORM E 8049 relevant, insbesondere bei Anlagen auf Wohngebäuden mit äußerem Blitzschutzsystem.

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Verschattung. Moderne Modulwechselrichter oder Leistungsoptimierer nach dem MPP-Tracking-Prinzip reduzieren Ertragsverluste bei Teilverschattung deutlich, was sich vor allem in dicht bebauten Wohngebieten oder bei Gauben und Kaminen auszahlt.

Förderlandschaft und rechtlicher Rahmen in Österreich

Zentrales Instrument ist das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz aus dem Jahr 2021. Es sieht Investitionszuschüsse für PV-Anlagen und Stromspeicher vor, die über die Abwicklungsstelle für Ökostrom (OeMAG) beantragt werden. Die Fördersätze werden regelmäßig angepasst und sind auf der offiziellen Seite der OeMAG einsehbar. Für Anlagen bis 35 Kilowatt peak erfolgt die Antragstellung in mehreren Fördercalls pro Jahr, wobei die Reihung nach Zeitpunkt der Einreichung erfolgt.

Zusätzlich entfällt seit 1. Jänner 2024 die Umsatzsteuer auf Photovoltaikanlagen bis 35 Kilowatt peak für private Betreiber ganz im Sinne des Umsatzsteuergesetzes. Damit sinkt die Investitionssumme praktisch um 20 Prozent, ohne dass ein Förderantrag nötig ist. Für Erneuerbare Energie-Gemeinschaften (EEG) gibt es weitere Vorteile durch geringere Netzentgelte und Wegfall der Elektrizitätsabgabe für den innerhalb der Gemeinschaft verbrauchten Strom.
Vor jeder Investition sollte eine Wirtschaftlichkeitsrechnung unter Berücksichtigung der Investitions- und Förderbeträge, der zu erwartenden Strompreise, des spezifischen Ertrages des Standortes (in Österreich meist zwischen 950 und 1150 kWh pro kW peak und Jahr) sowie der Degradation der Module (ca. 0,3 bis 0,5 %/a) erfolgen. Seriöse Anbieter werden solche Berechnungen vorlegen und die Grundlagen darlegen.

Qualitätskriterien bei der Auswahl

Bei der Auswahl der Komponenten lohnt es sich, auf Zertifizierungen zu achten. Module sollten mindestens die Normen IEC 61215 (Leistungsprüfung) und IEC 61730 (Sicherheit) einhalten. Für die Speicher gilt die VDE-AR-E 2510-50, die sicherheitstechnische Anforderungen an stationäre Lithium-Batteriespeicher beschreibt. Darüber hinausgehende Prüfungen wie der IEC 61701 Salt Mist Test sind vor allem in Küstennähe von Belang und in Österreich meistens entbehrlich.
Bei der Auswahl des Installationsbetriebs können Zertifikate wie „PV-Ready" von PV Austria oder die Konzessionsnachweise nach der Gewerbeordnung hilfreich sein. Referenzanlagen, dokumentierte Ertragsdaten und ein schriftliches Wartungsangebot sind aufschlussreicher als Preisvergleiche. Wer ein Angebot einholt, sollte sich mindestens drei Vergleichsofferten mit gleicher Anlagengröße, Modulqualität und Speicherkonfiguration erstellen lassen.