Die Österreichische Klassenlotterie gehört zu den traditionsreichsten Lotteriespielen des Landes und funktioniert anders als klassische Zahlenlotterien. Statt jede Woche neu Zahlen anzukreuzen, spielt man mit einer Losnummer über mehrere Monate hinweg in mehreren Klassen. Wie das genau abläuft, was die sechs Klassen bedeuten und welche Besonderheiten es gibt, erklärt dieser Überblick.
Die Österreichische Klassenlotterie ist ein mehrstufiges Lotteriespiel der Österreichischen Lotterien. Anders als etwa bei Lotto „6 aus 45“ gibt es hier keine wöchentlich neu ausgewählten Zahlen, sondern eine feste Losnummer, mit der man über die gesamte Laufzeit einer Lotterie mitspielt. Eine Lotterie dauert dabei ungefähr ein halbes Jahr und ist in sechs sogenannte Klassen gegliedert. Die Klassenlotterie geht in ihrer Geschichte bis ins Jahr 1913 zurück und zählt damit zu den traditionsreichsten Lotteriespielen in Österreich.
Das Grundprinzip ist vergleichsweise einfach: Wer ein Klassenlos kauft, erhält eine sechsstellige Losnummer. Diese Losnummer nimmt an allen Ziehungen der jeweiligen Lotterie teil. Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Lotterien besteht also darin, dass man nicht für jede Ziehung neu spielt, sondern mit derselben Losnummer mehrere Monate im Rennen bleibt. Wichtig ist auch: Dieselbe Losnummer kann im Lauf der Lotterie mehrfach gewinnen. Ein früherer Gewinn bedeutet also nicht, dass das Los aus dem Spiel ist.
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Teilnehmen kann man mit verschiedenen Losanteilen. Angeboten werden ein Ganzlos, ein halbes Los oder ein Zehntellos. Der Preis pro Klasse liegt laut offiziellen Angaben aktuell bei 150 Euro für ein Ganzlos, 75 Euro für ein halbes Los und 15 Euro für ein Zehntellos. Da eine Lotterie aus sechs Klassen besteht, summieren sich die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit entsprechend auf 900 Euro, 450 Euro oder 90 Euro.
Die sechs Klassen sind im Grunde sechs aufeinanderfolgende Abschnitte innerhalb einer Lotterie. Jede Klasse bringt eigene Ziehungen und Gewinnmöglichkeiten mit sich. Über die Monate baut sich die Lotterie damit gewissermaßen stufenweise auf, bis sie in der sechsten Klasse mit der großen Schlussziehung endet. Genau daraus leitet sich auch der Name „Klassenlotterie“ ab.
Der Aufbau macht das Spiel für viele interessant, weil nicht nur ein einzelner Ziehungstermin zählt. Stattdessen verteilt sich die Spannung auf mehrere Monate. Offiziell wird die Klassenlotterie deshalb auch als Spiel mit mehrstufigem Aufbau beschrieben.
Die aktuelle Klassenlotterie ist so aufgebaut, dass es während der Laufzeit regelmäßige Ziehungen gibt und in der Schlussziehung besonders hohe Gewinne ausgespielt werden. Laut den offiziellen Informationen gibt es derzeit jeden Montag die Chance auf 1 Million Euro. Am Ende der Lotterie folgt die große Schlussziehung, bei der insgesamt 10 Millionen Euro vergeben werden, konkret einmal 5 Millionen Euro und fünfmal 1 Million Euro.
Neben den Hauptgewinnen gibt es zahlreiche weitere Gewinnstufen. Dadurch ist die Klassenlotterie nicht nur auf wenige Spitzengewinne ausgelegt, sondern auf viele Ziehungen und viele kleinere sowie mittlere Gewinnmöglichkeiten über die gesamte Laufzeit hinweg. Für die aktuell beworbene 202. Lotterie nennen die Österreichischen Lotterien eine Gesamtgewinnsumme von 117 Millionen Euro.
Zusätzlich zum eigentlichen Klassenlos gibt es optionale Zusatzklassen. Offiziell genannt werden derzeit Superklasse, Luxusklasse und Goldklasse. Diese können nur in Verbindung mit einem Klassenlos gespielt werden und erweitern die Gewinnmöglichkeiten um zusätzliche Ziehungen.
Die Superklasse bietet tägliche Ziehungen mit 100.000 Euro sowie am Schlussziehungstag zusätzlich siebenmal 100.000 Euro. Die Luxusklasse ergänzt die Klassenlotterie um zwei Sonderziehungen und zusätzliche Gewinnchancen. Goldklasse ist ebenfalls eine Zusatzklasse mit zwei Sonderziehungen und erweitert das Spiel um weitere hohe Geldgewinne. Alle konkreten Preise und Auszahlungen können je nach Lotterie und Zusatzklasse variieren.
Teilgenommen wird über die offiziellen Geschäftsstellen beziehungsweise Verkaufsstellen der Österreichischen Klassenlotterie. Die Österreichischen Lotterien halten dazu fest, dass Lose für die aktuelle Klassenlotterie bei allen Geschäftsstellen der Klassenlotterie erhältlich sind. Eine bekannte offizielle Geschäftsstelle, bei der Lose auch online erhältlich sind, ist prokopp.at
Der größte Unterschied liegt im Spielmechanismus. Bei Lotto werden für jede Ziehung neue Zahlen getippt, bei der Klassenlotterie spielt man mit einer Losnummer über mehrere Klassen hinweg. Auch der zeitliche Aufbau unterscheidet sich: Lotto ist auf einzelne Ziehungstermine ausgerichtet, die Klassenlotterie auf eine mehrmonatige Abfolge mit großem Finale. Dazu kommen die Losanteile, die Zusatzklassen und die Tatsache, dass dieselbe Losnummer mehrfach gewinnen kann.
Ein wesentlicher Reiz liegt in der Kombination aus Tradition und langem Spannungsbogen. Man spielt nicht bloß auf einen einzigen Termin hin, sondern bleibt mit derselben Losnummer über Monate dabei. Gleichzeitig ist die Klassenlotterie eng mit österreichischer Lotteriegeschichte verbunden: Sie wurde bereits 1913 eingeführt und hat ihren besonderen Charakter trotz mehrerer Modernisierungen behalten. Genau diese Mischung aus historischem Format, klarer Struktur und großem Schlussfinale hebt sie von anderen Lotteriespielen ab.
Die Österreichische Klassenlotterie ist kein klassisches Zahlenspiel, sondern ein mehrstufig aufgebautes Losspiel über sechs Klassen. Gespielt wird mit einer festen Losnummer, die über mehrere Monate an den Ziehungen teilnimmt und sogar mehrfach gewinnen kann. Dazu kommen optionale Zusatzklassen wie Superklasse, Luxusklasse und Goldklasse. Wer das System einmal verstanden hat, erkennt schnell, warum die Klassenlotterie in Österreich bis heute einen besonderen Platz unter den Lotteriespielen einnimmt.
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