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Winterreifenpflicht in Österreich

Winterreifen bei entsprechenden Bedingungen Pflicht

Wer sich in Österreich mit dem Auto bewegt, muss in den kalten Monaten die gesetzlichen Vorschriften in Sachen Winterausrüstung berücksichtigen, die per 1. Jänner 2008 eingeführt wurden und vor allem die verwendete Bereifung zum Ziel hat, um die Sicherheit zu erhöhen.

Winterreifenpflicht in Österreich

Winterreifenpflicht in ÖsterreichDiese sehen vor, dass im Zeitraum vom 1. November bis zum 15. April die Fahrzeuge über eine Winterausrüstung verfügen müssen. Darunter sind Winterreifen zu verstehen, die als M+S, M.S. oder M & S markiert sind und natürlich eine Profiltiefe von mindestens vier Millimeter aufweisen müssen. Das gilt erst recht bei winterlichen Fahrverhältnissen wie Schneefall, Schneematsch, zentimeterhoher Neuschnee auf den Straßen, aber auch bei gefrierender Regen und Glatteis.

Alternativ kann man Sommerreifen mit Schneeketten verwenden. Das gilt allerdings nur, wenn es eine durchgehende Schneefahrbahn gibt, sonst sind die Schäden für die Straße zu groß. Natürlich müssen die Ketten auf die Antriebsräder montiert werden.

Die gesetzliche Vorschrift gilt allerdings für winterliche Fahrverhältnisse. Wenn man an den extrem milden Winter von 2006/07 denkt, dann hätte man beispielsweise in Städten wie Wien selten Winterreifen gebraucht und das ist auch nach der Neuregelung so. Die gesetzliche Vorschrift der Winterreifen gilt erst bei winterlichen Fahrverhältnissen. Das bedeutet, dass bei Schneefall und warmen Boden, durch den der Schnee nicht liegen bleibt, keine winterlichen Fahrverhältnisse gegeben sind.

Natürlich ist die Grenze, wann es solche Verhältnisse gibt und wann nicht, schwer zu ziehen und es kann auch sein, dass es vor der Haustür passt, aber in einem anderen Bezirk oder Bundesland nicht. Hier muss auch berücksichtigt werden, wo man sich mit seinem Fahrzeug bewegt. Denn ob es einen so milden Winter wie 2006/07 oder auch 2013/14 mit einer einmaligen Schneeauflage von einem Millimeter gibt, weiß im Vorfeld niemand. Es kann im Dezember staubtrocken und warm sein, im Jänner gibt es dann doch kalte Temperaturen und viel Schnee. Auf der sicheren Seite ist man dann mit den aufgesteckten Winterreifen.

Wer bei Schneefahrbahn, Glatteis oder auch Schneematsch mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einer Strafe rechnen. Im geringsten Fall beträgt die Höhe der Strafe EUR 35,--, im extremsten Fall bis zu EUR 5.000,--.

Warum eigentlich die Vorschriften?

Nicht selten kam es zum Verkehrschaos, weil Autos schlecht ausgerüstet waren und auf Anhöhen hängengeblieben sind. Besonders extrem war die Situation schon mehrfach im an sich als Flachland bezeichneten Umfeld von Wien, denn die Verbindung von der Westautobahn zur Südautobahn ist mit der A21 Wiener Außenringautobahn erreicht und von der Westautobahn kommend gibt es die steile Anfahrt auf Hochstraß und dort blieben viele PKW´s, vor allem aber auch Busse und LKW´s hängen. In einem Fall waren Familien die ganze Nacht im kilometerlangen Stau festgesessen und mussten vom Roten Kreuz mit warmen Getränken und Decken versorgt werden, die LKW-Fahrer ebenso. Die Räumfahrzeuge kamen nicht durch, die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun.

Um das zu vermeiden, wurden die Vorschriften erlassen und damit sollen Situationen wie diese nicht mehr passieren. Es war auch zu beobachten, dass nicht nur die dummen Wiener, wie man das gerne am Land formuliert hatte, mit Sommerreifen unterwegs waren, sondern es mehrten sich auch die Unfälle etwa in Tirol mit falscher Bereifung, wo man schon eher mit Schnee in Kontakt kommt und es besser wissen sollte. Daher die Androhung von Strafen, um die Straßen sicherer zu machen, aber vor allem Staus wegen hängengebliebener Fahrzeuge zu vermeiden.

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