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Extreme Neuschneemengen in Österreich

Lawinensituation verschärft sich noch weiter

Was es Anfang Dezember 2018 zuwenig an Neuschnee in Österreich gab, gibt es einen Monat später zuviel. Der Winter hat Österreich in einer Art und Weise entdeckt wie schon lange nicht mehr, obwohl auch der letzte Winter ein sehr schneereicher war. Aber solche Mengen, wie sie aktuell durch die Großwetterlage an den Alpenhauptkamm geschaufelt werden, hat man schon lange nicht mehr erlebt und gesehen und mancherorts steuert man auf neue Rekordmengen zu.

Die erste Jännerwoche sorgte für intensiven Schneefall und hohe Lawinengefahr, aber die Hoffnung, dass es damit überstanden wäre, ist eine falsche. Denn durch eine Nordwestströmung gibt es jede Menge Nachschub und zwar zumindest noch bis Donnerstag.

Hohe Lawinengefahr, meterhoher Schnee, geschlossene Schulen

Extreme Neuschneemengen und hohe Lawinengefahr in ÖsterreichVor ein paar Tagen haben wir einen Artikel verfasst, in dem die große Schneemenge für das Wochenende mit bis zu zwei Meter angekündigt wurde, zudem war die Sorge groß, dass es zu einem Verkehrschaos kommen würde. Denn immerhin war das Wochenende mit den Heiligen Drei Könige das Rückreisewochenende der Winterurlauber und beides traf ein. Zwar schneite es nicht so extrem wie befürchtet mit zwei Meter Neuschnee, aber es gab schon davor hohe Schneeauflagen und der Meter, der großflächig dazukam, sorgte für die Lawinenwarnstufe 4, also "große Lawinengefahr".

In manchen Regionen ging gar nichts mehr und Straßen mussten gesperrt werden, Urlauber wurden eingesperrt wie etwa in Obertauern in Salzburg. Punktuell konnten die Straßen für eine Stunde oder deren zwei geöffnet werden, aber auch das half nur bedingt und gab es dann noch Verkehrsunfälle bei den schwierigen Fahrbedingungen, war der Stau perfekt.

Wer geflogen ist, hatte auch Pech, weil etwa der Flughafen Innsbruck musste wegen der wahnwitzigen Schneemengen den Betrieb komplett einstellen. Man arbeitete mit den Räumfahrzeugen wie verrückt, aber das war ein sinnloses Spiel, weil dort, wo geräumt worden war, gab es bald eine neue Schneeauflage.

Bei Ebensee in Oberösterreich hatte sich an ungeplanter Stelle eine Lawine gelöst und die Straße musste gesperrt werden, in der Steiermark waren gleich einige Ortschaften eingeschlossen, viele Straßenverbindungen bleiben bis auf weiteres gesperrt, weil es einfach zu gefährlich wurde. Und der 7. Jänner 2019 ist eigentlich wieder der Schulbeginn, aber nicht für alle. Viele stecken mit ihren Familien noch im Urlaubsort fest, andere bleiben zu Hause, weil wie in St. Koloman im Bezirk Hallein (Salzburg) der Rat erfolgt ist, das Haus nicht zu verlassen. Spontan können sich Lawinen lösen, die bis ins Ortszentrum gelangen können. Die Schule ist geschlossen - bis auf weiteres.

Aus viel Neuschnee wird noch viel mehr Neuschnee

Das war es aber leider noch überhaupt nicht, denn die ZAMG auf der Hohen Warte hat bis Donnerstag die zweithöchste Warnstufe in Sachen Schneefall ausgegeben. Das bezieht sich nicht nur auf den Niederschlag selbst, sondern vor allem auch darauf, dass daraus große Gefahr entstehen kann - wie eben Lawinen.

In einigen Orten hat man anfangen auf die Dächer zu klettern und die Schneepakete runterzuschaufeln, damit der Druck vom Gewicht des Schnees das Dach nicht gefährdet. Bis Donnerstag schneit es weiter und zwar auch in Vorarlberg, wo man bisher zwar auch reichlich Schnee vorfand, aber nicht in der intensiven Warnzone von der Mitte Tirols bis zum Mostviertel in Niederösterreich lag. Doch die Wetterlage bindet das westlichste Bundesland nun mit ein.

Grundlage ist eine Nordwestströmung, die feuchte und wärmere Luft zum Alpenhauptkamm bringt. Der Begriff der Wetterscheide ist wieder zu nennen, denn der Niederschlag kommt nicht über die Alpen drüber. Daher gibt es südlich der Alpen von Osttirol bis zum Südburgenland leichten Föhn und Temperaturen bis zu zehn Grad plus und kaum Niederschlag. Von Vorarlberg bis zum westlichen Niederösterreich - genau entlang des Alpenhauptkamms - schneit es hingegen munter weiter. Und dieser Schnee trifft auf die großen Mengen, die es schon gibt. Manche Urlauber schreiben von vier Meter Neuschnee auf 1.000 bis 1.500 Meter Seehöhe, etwa in Urlaubshütten im Bundesland Salzburg.

Das Problem der letzten Tage war neben dem Schnee der Sturm, der gerade im Bergland sehr kräftig blies. Auch im Wiener Raum gab es ständig starken Wind, dort war der Schneefall kaum vorhanden, dafür gab es viel Regen. Der Wind legt am heutigen Montag eine kleine Pause ein, wird aber am Dienstag wieder stürmisch. Und große Neuschneemengen plus Wind sorgen für eine noch größere Lawinengefahr. Man spricht auch von Verfrachtungen, wenn große Schneemengen durch den Sturm zusammengeführt werden, die sich als Lawine leichter lösen können.

Wie viel Schnee noch dazukommt, ist schwer vorherzusagen, aber jetzt hat man das andere Extrem in den Wintersportorten. Gab es Anfang Dezember keine Fahrt ins Tal, weil der Schnee gefehlt hat so gibt es jetzt oftmals keine Fahrt ins Tal, weil zuviel Schnee liegt und man mit der Räumung und Präparierung kaum nachkommt.

Eine Wetterberuhigung ist nicht in Sicht, zumindest nicht innerhalb einer Woche.

 

[Informationsplattform wissenswertes.at / 7. Jänner 2019]

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